Ab dem 19. April 2026 kosten die beliebten Quest-Modelle deutlich mehr. Grund sind explodierende Preise für Speicherchips, die weltweit für Unruhe in der Elektronikbranche sorgen.
Speicherkrise trifft Verbraucher
Die Preiserhöhung fällt happig aus. Das Meta Quest 3 mit 512 Gigabyte Speicher verteuerte sich um umgerechnet rund 90 Euro auf knapp 550 Euro. Auch die günstigeren Quest 3S-Modelle sind betroffen: Die 128-GB-Version kostet nun rund 320 Euro, die 256-GB-Variante liegt bei etwa 410 Euro. Selbst generalüberholte Geräte wurden teurer, während Zubehör unverändert blieb.
Hintergrund ist eine weltweite Knappheit bei DRAM- und NAND-Flash-Speichern. Der Boom der Künstlichen Intelligenz hat die Nachfrage nach High-Bandwidth-Speicher (HBM) explosionsartig steigen lassen – mit Folgen für die gesamte Branche. Auch Microsoft und diverse Laptop-Hersteller mussten ihre Preise bereits anpassen.
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Marktanteile trotz Rückgang stark
Obwohl Meta mit einem Marktanteil von 74,6 Prozent weiterhin den VR-Markt dominiert, sind die Verkaufszahlen rückläufig. In den ersten drei Quartalen 2025 verkaufte das Unternehmen rund 1,7 Millionen Quest-Geräte – ein Minus von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Die Quest 3S, die im Oktober 2024 auf den Markt kam, war zunächst ein Verkaufsschlager. In der Weihnachtssaison 2024 machte sie rund 66 Prozent aller Quest-Verkäufe aus und bescherte Meta einen Marktanteil von 84 Prozent im vierten Quartal. Das Gerät überzeugte mit dem gleichen leistungsstarken Snapdragon-Prozessor wie das teurere Quest 3, aber zu einem niedrigeren Einstiegspreis.
Horizon OS: Der Traum vom „Android der VR“ stockt
Metas ehrgeiziger Plan, das Betriebssystem Horizon OS für Dritthersteller zu öffnen, liegt vorerst auf Eis. Im Dezember 2025 stoppte das Unternehmen die Partnerschaften mit ASUS und Lenovo. Geplante Geräte wie eine Gaming-Brille von ASUS oder ein Produktivitäts-Headset von Lenovo sind auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Konkurrenz schläft nicht: Googles Plattform Android XR könnte von dieser Lücke profitieren.
Software-Updates: Vom Spielgerät zum Multimedia-Zentrum
Parallel zu den Preiserhöhungen treibt Meta die Software-Entwicklung voran. Im März 2025 erschien Horizon OS Version 74 mit einem speziellen Reisemodus. Seit Ende April 2026 ist die neue „Navigator“-Oberfläche nun fester Standard – ein Zurück zur alten Menüführung gibt es nicht mehr.
Besonders interessant: Meta integriert zunehmend klassische Medienfunktionen. Eine neue App bietet über 150 TV-Sender und 35 Sportkanäle – kostenlos und direkt in der Brille. Damit will Meta das Quest vom reinen Gaming-Headset zum „Spatial Computer“ für das Wohnzimmer weiterentwickeln.
Der große Blick nach vorne: AR-Brillen als Zukunft
Während die VR-Sparte mit Kosten kämpft, investiert Meta massiv in die nächste Technologie-Generation. Im September 2025 präsentierte das Unternehmen die Ray-Ban Meta Display – eine smarte Brille mit transparentem 600×600-Pixel-Display und einem Armband-Controller. Zum Preis von rund 730 Euro soll sie den Einstieg in den Alltagstauglichen AR-Markt markieren.
Der Vorgänger, die Ray-Ban Meta Wayfarer, verkaufte sich bereits über zwei Millionen Mal bis Ende 2024 – ein klares Signal, dass der Markt für unauffällige Wearables bereit ist.
Wettbewerb: Apple Vision Pro mit schwachen Zahlen
Im Vergleich zur Konkurrenz steht Meta noch gut da. Die Apple Vision Pro verkaufte sich im vierten Quartal 2025 trotz eines Updates mit dem M5-Prozessor nur rund 4.500 Mal. Analysten prognostizieren für 2025 einen Rückgang der gesamten AR/VR-Auslieferungen um 12 Prozent.
Doch die Zukunft verspricht Besserung: Für 2026 und 2027 wird eine deutliche Erholung erwartet, vorangetrieben durch neue MicroLED-Displays. Deren Anteil an AR-Auslieferungen stieg im dritten Quartal 2025 auf 25 Prozent – ein Jahr zuvor waren es nur sechs Prozent.
Metas Strategie: Konsolidierung und Verlustbegrenzung
Die Preiserhöhungen sind Teil einer umfassenden Neuausrichtung. Metas Reality-Labs-Sparte hat in den letzten sechs Jahren kumulierte Verluste von rund 77 Milliarden Euro angehäuft. Durch höhere Hardware-Preise und den Fokus auf eigene Software will das Unternehmen die Verluste eindämmen.
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Ein neues Quest 4 samt günstigerer „S“-Version befindet sich Berichten zufolge in der Entwicklung – mit noch tieferer Integration von Mixed Reality. Bis dahin bleiben Quest 3 und 3S die wichtigsten Säulen von Metas Vision eines räumlichen Computers, unterstützt von einer wachsenden Bibliothek aus Spielen und Produktivitätsanwendungen.

