Die Technologiekonzerne Microsoft und Meta planen, den internen Einsatz des Programmierassistenten Claude Code von Anthropic bei ihren Entwicklern spürbar zu reduzieren. Zeitgleich erklärte auch die Entwicklerplattform Replit eine Abkehr von dem KI-Start-up. Die Schritte verdeutlichen das Bestreben führender Branchengrößen, Ausgaben zu kontrollieren und verstärkt auf eigene Modellarchitekturen zu setzen.
Drastische Budgetkürzungen bei Microsoft
Bei Microsoft wurde die interne Nutzung von Anthropic-Modellen Anfang 2026 nach Angaben von zwei mit den Ausgaben vertrauten Personen auf mindestens 1 Mrd. US-Dollar jährlich geschätzt. Anschließend wurde das entsprechende Budget jedoch um mehr als ein Drittel gekürzt.
In der mehr als 60.000 Mitarbeiter zählenden Cloud-and-AI-Division senkte das Unternehmen das monatliche KI-Budget pro Mitarbeiter in den meisten Szenarien drastisch von 100.000 US-Dollar auf rund 10.000 US-Dollar, was bei Teilen der Ingenieure auf Unmut stieß.
Die Führungskräfte Scott Guthrie aus dem Azure-Bereich und Jay Parikh aus der Sparte Developer Tools riefen zu einem sparsamen Modelleinsatz bei der Softwareentwicklung auf. Sie forderten eine striktere Überwachung des Verbrauchs sowie die Priorisierung von Modellen abseits von Anthropic.
Microsoft forciert stattdessen konzerneigene Angebote wie Copilot. Für externe Unternehmenskunden von Microsoft gelten die Einschränkungen nicht; hier wurden keine neuen Limits eingeführt.
Meta halbiert Nutzerbasis zugunsten eigener Modelle
Ein ähnlicher Trend zeigt sich bei Meta. Die Zahl der Beschäftigten, die intern Claude Code verwenden, ist von rund 60.000 Mitarbeitern Anfang 2026 auf etwa 30.000 gesunken.
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Aus unternehmensinternen Quellen hieß es, dieser Rückgang sei nicht primär auf einen generellen Stellenabbau zurückzuführen. Stattdessen setzt der Konzern verstärkt auf selbst entwickelte Werkzeuge. Neben Meta Code testet das Unternehmen intern insbesondere die Tools Muse Spark und Muse Code.
Replit-CEO verkündet Bruch – Hintergründe unklar
Auch bei Replit zeichnet sich Distanz zu Anthropic ab. Unternehmenschef Amjad Masad erklärte auf der Konferenz TechCrunch Disrupt, Replit arbeite nicht mehr mit Anthropic zusammen. Als Gründe nannte er finanzielle Aspekte, die Partnerschaft selbst sowie Leistungsdefizite.
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Masad verwies darauf, dass ChatGPT mittlerweile überlegen sei. Die OpenAI-Modelle Sol und Astra hätten in internen und öffentlichen Benchmarks bei der Erstellung sogenannter vibe-codierter Anwendungen durchweg bessere Ergebnisse erzielt als die Konkurrenz.
Allerdings gibt es Widersprüche zum Status der Zusammenarbeit: Eine anonyme, mit der Partnerschaft vertraute Person erklärte, die Kooperation mit Anthropic bestehe unverändert fort. Replit selbst gab zu diesen Unstimmigkeiten keine Stellungnahme ab, und der genaue Umfang eines möglichen Bruchs blieb unpräzisiert.
Ursprünglich hatte Replit das Sprachmodell Claude im Jahr 2024 laut Anthropic als Basismodell für den eigenen KI-Agenten ausgewählt und im Juni eine Integration gestartet.
Zudem listet das Replit-Changelog weiterhin aktuelle Versionen: Claude Opus 5.5 erschien am 25. September 2026, Claude Sonnet 5.5 am 2. Oktober 2026 und Claude Haiku 5.5 am 16. Oktober 2026. An den ersten beiden Daten wurden parallel dazu auch OpenAI-Modelle integriert.
Masad berichtete auf der Konferenz zudem, dass Enterprise-Verträge im Jahr 2026 rund 15 Prozent des Replit-Umsatzes ausmachen, nach 2 Prozent im Jahr 2025. Mehr als 50 Prozent der Gesamterlöse entfallen auf das B2B-Geschäft; Angaben zum jährlich wiederkehrenden Umsatz machte er nicht.
Mehr zum Thema bei t3n: „Strategiewechsel: Microsoft und Meta schränken Claude Code ein“

