Meta-Skandal: EU wirft Facebook und Instagram süchtig machende Designs vor

Die EU-Kommission sieht Verstöße gegen das Gesetz für digitale Dienste durch manipulative Schnittstellen auf Facebook und Instagram.

Die EU-Kommission hat Meta vorgeworfen, mit süchtig machenden Design-Funktionen auf Facebook und Instagram gegen das Gesetz für digitale Dienste (DSA) zu verstoßen. Die Vorwürfe könnten Milliardenstrafen nach sich ziehen.

Vorwurf der Manipulation durch Design

Die Brüsseler Behörde veröffentlichte ihre vorläufigen Ergebnisse am 10. Juli 2026. Demnach setzen die Plattformen gezielt auf Schnittstellen, die das Nutzerverhalten ausbeuten. Konkret monieren die Regulierer Funktionen wie endloses Scrollen, automatisch abspielende Videos und personalisierte Empfehlungen, die auf Nutzerinteraktion abzielen. Auch Push-Benachrichtigungen und die aktuellen Algorithmen trügen zu schädlichen Nutzungsmustern bei.

Die EU verlangt von Meta, diese Funktionen standardmäßig zu deaktivieren, verbindliche Bildschirmpausen einzuführen und den Einfluss interaktionsgetriebener Empfehlungen drastisch zu reduzieren.

Milliardenstrafe droht

Verstößt Meta gegen die Auflagen, drohen Strafen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Analysten schätzen die mögliche Geldbuße auf über acht Milliarden Euro – basierend auf Metas Umsatz von rund 125 Milliarden Euro im Jahr 2024.

Meta weist die Vorwürfe zurück und verweist auf bestehende Jugendschutzeinstellungen und elterliche Kontrollmöglichkeiten. Die Kommission hält diese Maßnahmen jedoch für unzureichend. Die Untersuchung der Designpraktiken läuft bereits seit Mai 2024.

AI-Feature nach heftiger Kritik zurückgezogen

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Die EU-Kommission hat Meta vorgeworfen, mit süchtig machenden Designs gegen den DSA zu verstoßen – Milliardenstrafen drohen. Wer als Plattformbetreiber ähnliche UI-Fallen vermeiden will, findet im Report die wichtigsten Compliance-Hebel. Jetzt kostenlosen DSA-Compliance-Report anfordern

Parallel zu den regulatorischen Problemen in Europa musste Meta ein neues KI-Tool nur wenige Tage nach dem Start wieder vom Markt nehmen. Die Funktion „Muse Image“ erlaubte Nutzern, KI-generierte Bilder zu erstellen, indem sie öffentliche Instagram-Konten erwähnten.

Datenschützer und Künstlerverbände schlugen sofort Alarm. Die Kritik: Das Tool griff standardmäßig auf öffentliche Profildaten zu – ohne explizite Zustimmung oder Benachrichtigung der Kontoinhaber. Zudem waren die Opt-out-Einstellungen nur schwer auffindbar.

Am 10. Juli 2026 zog Meta den Dienst zurück. Das Unternehmen räumte ein, dass die Funktion nicht den eigenen Standards entsprochen habe. Die Kritik richtete sich auch gegen das Wasserzeichen-System „Content Seal“, das KI-generierte Inhalte kennzeichnen sollte. Gegner halten die unsichtbaren Marker für unzureichend, um den Anforderungen des EU AI Acts zu genügen.

Rechtliche Probleme auch in den USA

Metas juristische Schwierigkeiten beschränken sich nicht auf Europa. In den USA wehrt sich der Konzern gegen eine Klage von 29 Bundesstaaten, die Strafzahlungen von bis zu 1,4 Billionen US-Dollar fordern. Der Vorwurf: Verstöße gegen die Plattformsicherheit.

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Erst am 8. Juli 2026 reichte die Stadt Boston eine Bundesklage gegen Meta, TikTok, Snapchat und YouTube ein. Über 1.500 Schulbezirke haben sich dem Verfahren angeschlossen. Sie werfen den Plattformen vor, mit ihren Designs zur Verschlechterung der psychischen Gesundheit Minderjähriger beizutragen.

Trotz der anhaltenden Kritik treibt Meta neue Hardware-Projekte voran. Berichten zufolge entwickelt das Unternehmen Prototypen von Smart Glasses, die in regelmäßigen Abständen die Umgebung fotografieren können. Auch ein KI-gestütztes Fitnessgerät ist patentiert, das emotionale Zustände per Sprachanalyse erfassen soll.