Meta Smart Glasses: Hamburgs Datenschützer prüft Verbot wegen Überwachungsrisiken

Hamburger Behörde warnt vor Risiken der Meta-Brillen. Heimliche Aufnahmen und KI-Training sorgen für Bedenken.

Der Hamburger Datenschutzbeauftragte hat eine offizielle Warnung vor den Risiken durch die Smart Glasses des Technologiekonzerns Meta ausgesprochen. Wie die Behörde mitteilte, werde derzeit ein mögliches Verbot der intelligenten Brillen geprüft. Hintergrund der Untersuchung sind wachsende Bedenken hinsichtlich der Überwachung und des Schutzes der Privatsphäre im öffentlichen Raum durch tragbare Aufnahmegeräte.

Die aktuelle Generation der Geräte, die unter der Bezeichnung Ray-Ban Blazer Optics Gen 2 vermarktet wird, bietet umfangreiche technische Funktionen in einem leichten Gehäuse von 49 bis 52 Gramm. Ausgestattet mit einer 12-Megapixel-Kamera ermöglichen die Brillen Videoaufnahmen mit einer Auflösung von bis zu 3K bei 30 Bildern pro Sekunde. Trotz integrierter Funktionen auf Basis Künstlicher Intelligenz (KI) wird die Akkulaufzeit der ab 399 US-Dollar erhältlichen Geräte in Fachmedien als kritisch bewertet.

Vorwürfe wegen mangelnder Transparenz bei Aufnahmen

Ein zentraler Kritikpunkt von Datenschützern und Experten ist die Möglichkeit, mit der Brille heimliche Aufnahmen anzufertigen. Zwar verfügen die Geräte über eine LED-Anzeige, die laufende Aufnahmen signalisieren soll, doch diese Schutzmaßnahme gilt als unzureichend. Eine KI-Expertin der NTNU warnte davor, dass die Brillen das unbemerkte Filmen erheblich erleichtern würden, da die LED leicht deaktiviert oder überdeckt werden könne. Berichten zufolge existieren bereits Modifikationen für 60 US-Dollar, die eine gezielte Deaktivierung des Lichtsignals ermöglichen. Auch einfache Abdeckungen durch Drittanbieter werden als Risiko für die Transparenz im öffentlichen Raum eingestuft.

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Die Digitalisierungsministerin Karianne Oldernes Tung betonte in diesem Zusammenhang, dass das Filmen von Personen ohne deren ausdrückliche Einwilligung inakzeptabel sei. In der Praxis wurden bereits konkrete Fälle von Missbrauch bekannt. So wird über sogenannte Manfluencer berichtet, die Frauen ohne deren Zustimmung filmen. Zudem gibt es Hinweise auf den Missbrauch der Technologie für heimliche Aufnahmen in sensiblen Bereichen wie Freibädern. Meta verweist bei Kritik an diesen Praktiken primär auf die vorhandene LED-Signalisierung als Sicherheitsmerkmal.

Expansionspläne und Datennutzung für KI-Training

Trotz der datenschutzrechtlichen Bedenken verzeichnete Meta im Jahr 2025 einen Absatz von über 7 Millionen Brillen. Das Unternehmen plant offenbar eine deutliche Ausweitung der technischen Kapazitäten. Branchenberichten zufolge werde die Einführung einer Gesichtserkennung für die Smart Glasses erwogen. Zudem gebe es Bestrebungen für eine dauerhafte Aufnahmefunktion, die unter dem Namen Super Sensing geführt wird und eine permanente Erfassung der Umgebung ermöglichen würde.

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Ein weiterer Aspekt der behördlichen Prüfung betrifft die Verwendung der erhobenen Daten durch den Hersteller. Es liegen Informationen vor, wonach Meta Aufnahmen der Brillen für das Training seiner KI-Modelle nutzt. Dabei sollen auch menschliche Mitarbeiter in den Auswertungsprozess des Bildmaterials einbezogen worden sein. Angesichts dieser Entwicklungen und der technischen Möglichkeiten zur Umgehung von Sicherheitsfeatures bleibt die rechtliche Zulässigkeit der Geräte in Deutschland Gegenstand der laufenden Prüfung durch die Aufsichtsbehörden.