Der Technologiekonzern Meta hat neue Sicherheitsvorkehrungen für seine KI-gestützten Smart Glasses implementiert, um den Schutz der Privatsphäre von Unbeteiligten zu verbessern.
Wie das Unternehmen am 2. September 2026 bekannt gab, führt ein Software-Update dazu, dass die Kamerafunktion der Brillen dauerhaft deaktiviert wird, sobald das Gerät eine physische Manipulation oder das Abdecken der integrierten LED-Leuchte erkennt. Diese weiße LED signalisiert im regulären Betrieb durch Blinken, dass eine Aufnahme erfolgt.
Reaktion auf physische Manipulationen
Hintergrund der technischen Anpassung ist das Bestreben, die Umgehung von Datenschutzfunktionen zu unterbinden. In der Vergangenheit hatten Nutzer versucht, das Signallicht abzukleben oder anderweitig zu manipulieren, um heimliche Aufnahmen zu ermöglichen.
Alex Himel, Vice President Wearables bei Meta, gab die Veröffentlichung des Updates über den Kurznachrichtendienst Threads bekannt und erklärte, dass die neuen Guardrails für erste Nutzer bereits verfügbar seien.
Himel bezeichnete die Auseinandersetzung mit Nutzern, die versuchen, die Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen, als ein Katz-und-Maus-Spiel. In diesem Zusammenhang hat Meta bereits im September 2026 damit begonnen, Anleitungen zur Manipulation der Hardware sowie belästigende Beiträge von seinen Plattformen zu entfernen. Zudem wurden externe Unternehmen, die professionelle Dienste zur Manipulation der LED-Leuchten angeboten hatten, geschlossen.
Reichweite der Maßnahmen und Marktdaten
Bereits am 1. September 2026 wurde berichtet, dass Meta die Kameras von mehreren Tausend Brillen-Nutzern deaktiviert hat, bei denen eine Manipulation des LED-Lichts festgestellt wurde. Nach Angaben des Unternehmens sind davon weniger als 0,1 % der verkauften Einheiten betroffen.
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Meta gab zudem Einblick in die Absatzsprünge des Segments: Im Jahr 2025 verkaufte der Konzern über 7 Millionen Exemplare der Smart Glasses. Im Juni 2026 wurde eine neue Version der Brille für einen Preis von 299 US-Dollar auf den Markt gebracht.
Trotz der geringen Quote an Manipulationen sieht sich Meta mit wachsender Kritik konfrontiert. Während das Unternehmen im August 2026 rund 130.000 Brillen an blinde US-Veteranen spendete, um deren Alltag zu erleichtern, mehren sich Berichte über den Missbrauch der Technologie.
Kritiker bezeichnen die Geräte in sozialen Netzwerken teilweise abfällig als Instrumente für Voyeure. Erste Institutionen reagieren bereits mit Hausverboten: Ein New Yorker Nachtclub sowie eine britische Pub-Kette haben die Nutzung der Brillen in ihren Räumlichkeiten untersagt.
Juristischer Druck und gesellschaftliche Kritik
Die nun eingeführten Maßnahmen stehen auch im Kontext rechtlicher Auseinandersetzungen. Bereits im März wurde eine Sammelklage gegen Meta eingereicht, die dem Unternehmen irreführende Datenschutzpraktiken vorwirft.
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Diese Klage wurde am 2. September 2026 um eine Gruppe sogenannter Bystander erweitert. Den Klägern zufolge erfassen die KI-Brillen Gesichter, Körper und Stimmen von Umstehenden ohne deren ausdrückliche Zustimmung, wobei auch Minderjährige betroffen seien. Meta hat diesen Vorwürfen offiziell widersprochen.
Zusätzliche Brisanz erhielt das Thema durch Medienberichte im August 2026 über Fälle, in denen Frauen unwissentlich gefilmt wurden. Zudem berichteten schwedische Medien darüber, dass von den Brillen erfasste Inhalte gespeichert und für das Training von Künstlicher Intelligenz verwendet worden seien.
Meta reagiert auf diese Bedenken nun mit einer neuen Marketingkampagne, die darauf ausgelegt ist, die Sichtbarkeit der Aufnahmefunktion stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Dennoch zeigen sich Experten und Nutzer auf Plattformen wie Reddit skeptisch und verweisen auf potenzielle neue Möglichkeiten, die technischen Sperren zu umgehen.

