Meta Smart Glasses: Versteckte Gesichtserkennung NameTag entdeckt

In Metas Brillen-App verbirgt sich fast einsatzbereiter Code für biometrische Erkennung. Datenschützer und Politiker fordern Stopp der Pläne.

In der App zu Metas Smart Glasses versteckt sich ein neues Feature zur Gesichtserkennung – und das weckt alte Ängste.

Sicherheitsforscher haben in der Meta AI Companion App, der Steuerungssoftware für die Ray-Ban und Oakley Smart Glasses, versteckten Code für eine Gesichtserkennungsfunktion entdeckt. Die Technik trägt den Codenamen NameTag und soll Personen per Kamera identifizieren sowie biometrische Signaturen – sogenannte Faceprints – erstellen können.

Aktiviert ist die Funktion noch nicht. Doch Berichte von Anfang der Woche zeigen: Der Code ist fast einsatzbereit. Das weckt erneut Bedenken, ob tragbare Technik zur flächendeckenden Überwachung missbraucht werden könnte.

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Drei KI-Modelle für die biometrische Erkennung

Das System, das in der inzwischen über 50 Millionen Mal heruntergeladenen App steckt, basiert auf drei verschiedenen KI-Modellen. Sie erkennen ein Gesicht, positionieren oder beschneiden das Bild und wandeln die Daten in einen biometrischen Schlüssel um – eine Zahlenkette mit 2.048 Stellen.

Die Analyse des Codes legt nahe: Die Faceprints würden lokal auf dem Gerät mit Daten verglichen, die zuvor von Metas Servern abgerufen wurden. In manchen Versionen der App soll das System den Träger der Brille benachrichtigen, wenn eine bekannte Person erkannt wird. Nicht identifizierbare Gesichter landen in einem Ordner für Unerkannte.

Erste Spuren des Codes tauchten bereits im Januar auf. Im Mai wurden einige Oberflächenelemente der Funktion in Connections umbenannt.

Meta wiegelt ab – Druck aus Politik und Zivilgesellschaft wächst

Meta selbst bezeichnet den Code als Teil einer Erkundungsphase – nicht als fertiges Produkt. Sprecher Ryan Daniels betonte, das Unternehmen habe noch keine endgültige Entscheidung getroffen und es gebe derzeit keine zentrale Gesichtsdatenbank für diesen Zweck.

Doch der Druck von außen ist enorm. Im April 2024 forderte ein Bündnis aus über 70 Organisationen, darunter die ACLU und das Electronic Privacy Information Center (EPIC), Meta auf, die Pläne für Gesichtserkennung auf Wearables aufzugeben. Auch US-Senatoren der Demokraten verlangten Aufklärung.

Die juristischen Altlasten sind gewaltig: In Illinois zahlte Meta bereits 650 Millionen Euro Vergleich, in Texas sogar 1,4 Milliarden Euro – beide Male wegen früherer Gesichtserkennungspraktiken auf Facebook.

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Vom Facebook-Aus zum Comeback?

Die Entwicklung von NameTag markiert eine mögliche Kehrtwende. 2021 stellte Meta die Gesichtserkennung auf Facebook ein und löschte damals über eine Milliarde Faceprints. 2024 kehrte die Technik in abgespeckter Form zurück – als Werkzeug zur Kontosicherheit.

Der Smart-Glasses-Markt bleibt für Meta zentral. Das Unternehmen hält geschätzte 80 Prozent Marktanteil und hat über 7 Millionen Brillen verkauft. Konkurrenten wie Google und Samsung bereiten derweil eigene Modelle für Augmented Reality und Smart Glasses vor.