Meta Smartglasses: Update schließt Sicherheitslücke für heimliche Aufnahmen

Meta stoppt Aufnahmen bei verdeckter Privatsphäre-LED, doch Behörden prüfen die Brillen weiter und mögliche Umgehungen bleiben bestehen.

Der Technologiekonzern Meta hat ein Sicherheitsupdate für seine Smartglasses veröffentlicht, das die Aufnahmefunktion der Brille einschränkt, sobald die Privatsphäre-LED manipuliert wird. Die neue Softwareversion sorgt dafür, dass die Kamera den Betrieb sofort einstellt, wenn das Lichtsignal während einer laufenden Aufnahme abgedeckt wird. Damit schließt das Unternehmen eine Sicherheitslücke, die bisher heimliche Aufnahmen ermöglichte.

Zuvor beschränkte sich die Systemprüfung darauf, lediglich zum Startzeitpunkt einer Videoaufnahme festzustellen, ob die LED frei sichtbar ist. Ein nachträgliches Verdecken des Lichts nach dem Aufnahmestart blieb ohne Konsequenzen für die Kamerafunktion. Das aktuelle Update stellt bereits die zweite Anpassung innerhalb von weniger als zwei Monaten dar, mit der Meta auf Datenschutzbedenken reagiert. In einem vorangegangenen Schritt wurde bereits eine Funktion implementiert, welche die Kamera deaktiviert, falls die LED physisch beschädigt wird.

Technischer Hintergrund und Marketing-Maßnahmen

Alex Himel, Vice President für Augmented Reality bei Meta, kündigte das Update an und stellte zudem weitere Aktualisierungen in Aussicht, um die Sicherheit des Geräts kontinuierlich zu verbessern.

Parallel zur technischen Nachbesserung hat der Konzern eine Aufklärungskampagne gestartet. In Los Angeles wirbt ein großflächiges Billboard mit einem Slogan, der darauf hinweist, dass die Kamera den Moment einfängt, während das Licht die Umgebung über die laufende Aufnahme informiert.

Trotz dieser Bemühungen bleibt die Kritik am Datenschutz bestehen. Auf der offiziellen Privacy-Seite des Unternehmens wird hervorgehoben, dass ausschließlich der jeweilige Nutzer Zugriff auf die erstellten Aufnahmen habe. Diese Darstellung steht jedoch im Kontrast zu Berichten, wonach menschliche Datenprüfer in den Prozess involviert sein sollen.

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Rechtlicher Druck und behördliche Prüfungen

Die regulatorischen Rahmenbedingungen für die Smartglasses verschärfen sich international. In den USA sieht sich Meta mit einer Sammelklage konfrontiert. Den Klägern zufolge habe das Unternehmen falsche Versprechen hinsichtlich des Datenschutzes abgegeben. Ein zentraler Punkt der Klage betrifft den mutmaßlichen Einsatz von menschlichen Prüfern in Kenia zur Sichtung von Datenmaterial.

Auch in Europa stehen die Brillen unter intensiver Beobachtung. Während die Bundesnetzagentur die LED-Kennzeichnung nach dem aktuellen Stand noch als ausreichende Kennzeichnung gemäß § 8 des Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetzes (TDDDG) ansieht, basiere diese Einschätzung laut Berichten auf einem überholten Kenntnisstand.

EU-Datenschutzbehörden prüfen das Produkt derzeit eingehend. In Deutschland wird demnach sogar ein vollständiges Verbot der Brillen erwogen. In Großbritannien haben Gerichte die Nutzung der Meta Glasses bereits untersagt.

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Plattform-Missbrauch und verbleibende Schwachstellen

Neben den rechtlichen Auseinandersetzungen greifen auch Konzerntöchter bei Missbrauchsfällen durch. Instagram hat in den vergangenen Monaten Konten gesperrt, die in Verbindung mit der missbräuchlichen Verwendung der Smartglasses standen.

Fachmedien weisen unterdessen darauf hin, dass trotz des aktuellen Updates weiterhin Umgehungsmöglichkeiten bestehen könnten. So berichten Branchenbeobachter, dass das einfache Abkleben der LED mit bestimmten Aufklebern laut aktuellen Berichten weiterhin eine Lücke darstellen könnte, die durch die softwareseitige Abfrage nicht vollständig geschlossen wurde.

Meta steht somit vor der Herausforderung, die Balance zwischen Funktionalität und den strengen Datenschutzanforderungen internationaler Behörden zu wahren.