Meta steigert Umsatz um 33 Prozent – Milliarden-Investition in KI

Meta übertrifft Umsatzerwartungen, kündigt aber massive Investitionen in KI-Infrastruktur an. Die Aktie fällt nachbörslich.

Doch die Euphorie währte nur kurz: Die Ankündigung massiver Investitionen in Künstliche Intelligenz ließ die Aktie nachbörslich fallen.

Meta Platforms hat am Mittwoch seine Geschäftszahlen für das erste Quartal 2026 vorgelegt – und die können sich sehen lassen. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um satte 33 Prozent auf umgerechnet rund 51,8 Milliarden Euro. Haupttreiber war das Werbegeschäft, das mit 50,6 Milliarden Euro den Löwenanteil beisteuerte. Die Nutzerzahlen blieben mit 3,56 Milliarden täglich aktiven Menschen auf hohem Niveau – ein leichter Rückgang sei auf Internetausfälle im Iran und Zugangsbeschränkungen in Russland zurückzuführen, so das Unternehmen.

Doch der wahre Grund für die Aufregung an den Märkten liegt woanders: Meta erhöhte seine Investitionsprognose für das Gesamtjahr auf 115 bis 133 Milliarden Euro. Das ist eine Ansage – und ein klares Signal, wohin die Reise geht.

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Der Steuerbonus, der die Bilanzen schönte

Der Nettogewinn explodierte förmlich: 24,6 Milliarden Euro bedeuten ein Plus von 61 Prozent. Allerdings enthält diese Zahl einen Einmaleffekt: 7,4 Milliarden Euro Steuervorteil, weil das US-Finanzministerium seine Regeln für aktivierte Forschungs- und Entwicklungskosten geändert hat. Ohne diesen Sondereffekt hätte der Gewinn pro Aktie bei 7,31 Dollar gelegen – statt der ausgewiesenen 10,44 Dollar.

Finanzvorständin Susan Li betonte, das operative Ergebnis von 21,1 Milliarden Euro (41 Prozent Marge) sei der verlässlichere Indikator für die Gesundheit des Kerngeschäfts.

Metas KI-Offensive: Vom Assistenten zur Superintelligenz

Konzernchef Mark Zuckerberg hat die Weichen neu gestellt. Mit der Gründung der Meta Superintelligence Labs (MSL) unter der Leitung des ehemaligen Scale-AI-Managers Alexandr Wang will der Konzern eigene „Frontier-Modelle“ entwickeln. Ziel: eine „persönliche Superintelligenz“ für Milliarden Nutzer.

Erstes sichtbares Ergebnis ist die Modellfamilie „Muse“ , deren Flaggschiff „Muse Spark“ bereits in Metas Smartglasses und Werbesystemen zum Einsatz kommt. Zuckerberg spricht von einem „transformierenden Jahr“ für KI am Arbeitsplatz. Die Zahlen geben ihm recht: Wöchentlich führen Nutzer bereits über zehn Millionen Gespräche mit KI-Assistenten auf WhatsApp – ein zehnfacher Anstieg seit Jahresbeginn.

In der Pipeline warten bereits die nächsten Modelle: „Avocado“ , ein auf logisches Denken spezialisiertes System, und „Mango“ , eine hochauflösende Videogenerierungs-Engine, die noch dieses Jahr erscheinen soll.

Milliarden für Server und Rechenzentren

Die Investitionen in die KI-Infrastruktur sind enorm. Allein im ersten Quartal gab Meta 18,3 Milliarden Euro für Server, Rechenzentren und eigene Chip-Entwicklung aus – ein Plus von 45 Prozent. Der Konzern setzt zunehmend auf eigene Chips (MTIA), um unabhängiger von Zulieferern zu werden, arbeitet aber weiter mit Broadcom und AMD zusammen.

Die physische Expansion ist gewaltig: Meta baut Rechenzentren im Gigawatt-Maßstab, die die Rechenleistung für „Weltmodelle“ liefern sollen – KI-Systeme, die physikalische Realität und zeitliche Abläufe verstehen.

Personalabbau trotz Rekordinvestitionen

Die Märkte reagierten verhalten. Die Aktie fiel nachbörslich um rund sechs Prozent. Analysten von JPMorgan und Morningstar sehen Meta in einem intensiven Wettlauf, der Milliarden verschlingt – und bei dem sich erst noch zeigen muss, ob die Investitionen sich langfristig auszahlen.

Kritik gibt es am geplanten Personalabbau: Im Mai sollen rund 8.000 Stellen gestrichen werden, etwa zehn Prozent der Belegschaft. Per Ende März beschäftigte Meta noch 77.986 Menschen. Die Kostenexplosion bei KI-Rechenzentren soll so abgefedert werden.

Gleichzeitig treibt Meta die Automatisierung voran. Schon in der ersten Jahreshälfte sollen Werbeanzeigen weitgehend von KI gesteuert werden – von der kreativen Gestaltung bis zur Zielgruppenansprache. Für Marketingexperten wirft das Fragen nach Transparenz und Kontrolle auf.

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Ausblick: Wird 2026 zum KI-Jahr?

Für das zweite Quartal erwartet Meta einen Umsatz zwischen 53,4 und 56,1 Milliarden Euro. Der operative Gewinn soll das Vorjahresniveau von rund 76,6 Milliarden Euro übertreffen.

Die Branche schaut gespannt auf den Start von „Avocado“ , der angeblich revolutionäre Fähigkeiten im logischen Denken mitbringen soll. Zudem will Meta seine KI-Übersetzungsdienste ausbauen, die bereits täglich hunderte Millionen Videoaufrufe in neun Sprachen unterstützen.

Zuckerbergs Botschaft ist klar: Mit einer „Burn the Boats“ -Strategie will Meta die Führung im nächsten Computerzeitalter übernehmen. Ob sich das auszahlt, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen.