Meta-Vergleich: 18 Milliarden Dollar für KI-Altersverifizierung

Meta legt US-Rechtsstreitigkeiten zu Jugend- und Plattformschutz bei, muss Milliarden zahlen und neue Alterskontrollen sowie Limits umsetzen.

Der US-Technologiekonzern Meta hat sich mit einer Vielzahl von US-Bundesstaaten auf einen Vergleich geehrt, um langwierige Rechtsstreitigkeiten über die Auswirkungen seiner Plattformen auf die psychische Gesundheit von Jugendlichen beizulegen. Die Einigung sieht Zahlungen in Höhe von bis zu 18 Milliarden US-Dollar vor und beendet juristische Auseinandersetzungen über das Suchtpotenzial von sozialen Medien wie Instagram und Facebook.

Der Vergleich umfasst insgesamt 48 US-Bundesstaaten sowie den District of Columbia, Puerto Rico, Amerikanisch-Samoa und die Nördlichen Marianen. Lediglich die Bundesstaaten Florida und New Mexico sind nicht Teil dieser Vereinbarung. An den Verhandlungen waren insgesamt 52 Generalstaatsanwälte beteiligt.

Trotz der massiven Summe bestreitet Meta weiterhin jegliches Fehlverhalten und hat kein rechtliches Geständnis abgelegt. Ohne diesen Vergleich hätte dem Unternehmen eine theoretische Höchststrafe von bis zu 1,4 Billionen US-Dollar gedroht.

Finanzielle Struktur und regionale Verteilung

Die Summe von bis zu 18 Milliarden US-Dollar ist in verschiedene Tranchen unterteilt. Branchenberichten zufolge sind etwa 70 Prozent des Betrags garantiert. Die verbleibenden 30 Prozent sind an die Bedingung geknüpft, dass Wettbewerber wie TikTok oder YouTube ähnliche Sicherheitsmaßnahmen übernehmen. Meta hat bereits öffentlich dazu aufgerufen, dass andere Branchengrößen denselben Schritten folgen sollten.

Einzelne Bundesstaaten erhalten im Rahmen des Vergleichs substanzielle Zahlungen. So werden Kalifornien etwa 2,2 Milliarden US-Dollar und New York 1,1 Milliarden US-Dollar zugesprochen. Zusätzlich umfasst die Gesamteinigung einen Betrag von 459,3 Millionen US-Dollar, um verbliebene Ansprüche im Zusammenhang mit dem Cambridge-Analytica-Skandal beizulegen.

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Dieser Vergleich findet vor dem Hintergrund starker Quartalszahlen statt: Im zweiten Quartal des Jahres verzeichnete Meta einen Gewinn von 18,3 Milliarden US-Dollar. Die Aktie des Unternehmens reagierte positiv auf die Nachricht und stieg um rund 1 Prozent.

Technologische Auflagen und Einsatz von KI

Ein wesentlicher Bestandteil der Einigung betrifft die Entwicklung technologischer Schutzvorkehrungen. Die Bundesstaaten verpflichten sich, Meta nicht nach dem Children’s Online Privacy Protection Act (COPPA) oder ähnlichen Landesgesetzen zu verklagen, sofern das Unternehmen Nutzerdaten von Kindern verwendet, um ein spezielles Modell zur Altersverifizierung zu trainieren.

Dieses Modell muss innerhalb eines Jahres entwickelt werden und strenge Genauigkeitskriterien erfüllen. Die Vorgaben sehen eine maximale Fehlerquote von 10 Prozent bei der Altersgruppe der 16- bis 17-Jährigen vor. Bei jüngeren Nutzern zwischen 13 und 15 Jahren darf die Fehlerquote lediglich 3 Prozent betragen. Die Einhaltung dieser Anforderungen wird durch einen unabhängigen Auditor überwacht.

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Plattformänderungen für minderjährige Nutzer

Zusätzlich zu den finanziellen und technischen Auflagen implementiert Meta umfangreiche Änderungen an der Nutzeroberfläche für Minderjährige. Geplant ist ein zweistufiges Modell für Zeitlimits. In der ersten Phase wird ein tägliches Nutzungslimit von zwei Stunden eingeführt, das in einer zweiten Phase auf 60 Minuten pro App reduziert werden soll.

Zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens ist eine vollständige Nutzungsblockade vorgesehen, zudem werden Benachrichtigungen in diesem Zeitraum stummgeschaltet. Für Nutzer unter 18 Jahren werden künftig die Like-Zahlen ausgeblendet und der Einsatz von kosmetischen Filtern untersagt. Eltern erhalten zudem erweiterte Kontrollmöglichkeiten über die Accounts ihrer Kinder.

Die Einigung hat eine Laufzeit von zehn Jahren innerhalb der USA. International wächst unterdessen der Druck auf den Konzern. Die britische Regierung hat bereits die Erwartung geäußert, dass Meta die gleichen Sicherheitsstandards auch in Großbritannien umsetzt. Die Europäische Union droht im Falle mangelnder Schutzvorkehrungen ebenfalls mit empfindlichen Geldstrafen.

In Indien gelten durch den DPDP Act bereits strengere Regeln, die eine elterliche Zustimmung für alle Nutzer unter 18 Jahren vorschreiben. Experten wiesen darauf hin, dass dieser Vergleich Signalwirkung für die gesamte KI-Branche haben könnte, insbesondere was die Verwendung von Daten Minderjähriger für das Training von Modellen betrifft.