Meta-Vergleich: 18 Milliarden Dollar für Kinderschutz auf Plattformen

Meta legt US-Klagen mit einer Zahlung von bis zu 18 Milliarden Dollar bei und verpflichtet sich zu neuen Schutzvorgaben für Minderjährige.

Meta hat sich mit einer Mehrheit der US-Bundesstaaten auf einen Vergleich zum Schutz minderjähriger Nutzer geeinigt. Der Konzern zahlt demnach bis zu 18 Milliarden US-Dollar, um Klagen von Staatsanwälten mehrerer Bundesstaaten wegen mutmaßlicher Gefährdung von Kindern und Jugendlichen auf seinen Plattformen beizulegen.

Die Angaben zur Zahl der beteiligten Staaten schwanken je nach Quelle zwischen 47 und 52 – berichtet wird sowohl von 51 als auch von 48 beteiligten Attorney Generals, während einzelne Bundesstaaten dem Vergleich nicht beitraten. Die Vereinbarung gilt als eine der größten Verbraucherschutz-Einigungen der jüngeren Zeit und wird von Beobachtern mit früheren Tabakvergleichen verglichen.

Zahlungsstruktur und Bedingungen

Von der Gesamtsumme sollen rund 12,7 Milliarden US-Dollar ohne weitere Bedingungen fließen. Die restlichen bis zu 5,3 Milliarden US-Dollar sind daran geknüpft, dass auch TikTok und YouTube vergleichbare Schutzmaßnahmen einführen.

Unter den beteiligten Staaten sticht Utah hervor, das laut einem Bericht 12,2 Milliarden US-Dollar erhalten soll, während Texas mit rund 1 Milliarde US-Dollar bedacht wird. Die Vereinbarung hat eine Laufzeit von zehn Jahren; einzelne Kontrollmechanismen wie unabhängige Audits sollen nach Angaben aus dem Vergleich für fünf Jahre gelten. Meta erkennt mit der Zahlung kein Fehlverhalten an.

Konkrete Schutzmaßnahmen für Minderjährige

Kernstück des Vergleichs ist ein tägliches Nutzungslimit von zwei Stunden für minderjährige Nutzer sowie ein Nachtmodus, der den Zugriff zwischen Mitternacht und 6 Uhr sperrt. Hinzu kommen ein Schulmodus mit blockierten Benachrichtigungen während der Unterrichtszeit, versteckte Like-Zähler sowie ein Verbot bestimmter kosmetischer Filter für Teenager.

Eltern sollen zudem erweiterte Kontrollmöglichkeiten erhalten. Ein unabhängiger Auditor soll die Umsetzung überwachen. Innerhalb eines Jahres will Meta zudem ein Altersverifikationsmodell für Nutzer unter 13 Jahren einführen, das laut Angaben aus dem Vergleich eine Fehlerquote von höchstens zehn Prozent bei 16- bis 17-Jährigen und höchstens drei Prozent bei 13- bis 15-Jährigen erreichen soll.

Im Gegenzug erhält Meta einen dauerhaften Erlass laufender COPPA-Klagen im Zusammenhang mit Daten zur Alterserkennung. Zuständig für die gerichtliche Genehmigung war laut Berichten Richterin Yvonne Gonzalez Rogers.

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Kritik an der Reichweite des Vergleichs

Trotz des historischen Ausmaßes der Summe äußern Fachleute deutliche Vorbehalte. Der frühere Meta-Ingenieur und Whistleblower Arturo Bejar bezeichnete die Einigung als reines Sicherheits-Theater, da sie zwar Zeitlimits und elterliche Kontrollen umfasse, aber keine Maßnahmen gegen schädliche algorithmische Inhaltsempfehlungen enthalte.

Die Organisation Fairplay zeigte sich enttäuscht darüber, dass algorithmische Feeds für Jugendliche nicht standardmäßig deaktiviert werden. Auch Experten der Harvard University sprachen von einem Paradigmenwechsel, bewerteten den Vergleich aber zugleich als unzureichend, da Direktnachrichten von den Auflagen ausgenommen bleiben und Fragen der Alters- sowie Elternverifikation ungeklärt seien.

Berichten zufolge zeigten interne Tests bei Meta zudem, dass einzelne Maßnahmen wie versteckte Like-Zähler bislang nur bescheidene Effekte hatten. Gerichtsdokumente sollen laut Medienberichten offengelegt haben, dass Meta wusste, dass jüngere Nutzer gezielt von Mobbern, Erpressern und Personen mit missbräuchlichen Absichten angesprochen wurden.

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Internationale Signalwirkung

Der Vergleich entfaltet auch außerhalb der USA Wirkung. In der Europäischen Union drängen Beamte auf eine strengere Durchsetzung des Digital Services Act; die EU-Kommission hat Meta bereits vorgeworfen, gegen bestehende Regeln verstoßen zu haben, was theoretisch eine Strafe von bis zu sechs Prozent des weltweiten Umsatzes zur Folge haben könnte.

Auch aus Großbritannien werden ähnliche Schutzmaßnahmen erwartet. Aus Australien wird zugleich berichtet, dass ein Großteil der Minderjährigen dortige Zugangsbeschränkungen umgeht, was Zweifel an der praktischen Wirksamkeit rein technischer Auflagen nährt. TikTok und YouTube stehen nun unter verstärktem öffentlichen Druck, ähnliche Vorkehrungen wie Meta zu treffen.