Meta verlässt Klimainitiative RE100: 7,5 Gigawatt Gaskraftwerke

Meta beendet Mitgliedschaft in RE100 und baut massiv Erdgaskraftwerke für KI-Infrastruktur. Atomstrom und CO₂-Kompensation sollen die Bilanz verbessern.

Der Facebook-Konzern Meta hat nach zehn Jahren die globale Klimainitiative RE100 verlassen. Grund ist der massive Ausbau von Erdgaskraftwerken für die KI-Infrastruktur.

Der Austritt zum 23. Juli 2026 markiert eine Kehrtwende in der öffentlichen Energiestrategie des Tech-Riesen. Meta war seit 2016 Mitglied der Initiative, die Unternehmen zur vollständigen Nutzung erneuerbarer Energien verpflichtet. Doch der steigende Strombedarf der Rechenzentren zwingt den Konzern zu einem Kurswechsel.

Zwölf Gaskraftwerke in nur einem Jahr

Allein im vergangenen Jahr finanzierte Meta den Bau von mindestens zwölf Erdgaskraftwerken. Der Schwerpunkt liegt in Louisiana. Dort investierte der Konzern in zehn Gasanlagen mit einer Gesamtleistung von 7,5 Gigawatt – mehr Strom, als der gesamte US-Bundesstaat South Dakota jährlich verbraucht. Im Juni 2025 kam ein 200-Megawatt-Gaskraftwerk in Ohio hinzu.

Trotz dieser Investitionen in fossile Energien behauptet Meta, durch Umweltzertifikate weiterhin 100 Prozent saubere Energie zu nutzen. Die Konkurrenz bleibt unterdessen der RE100-Initiative treu: Apple, Google und Microsoft sind weiterhin Mitglieder.

Streit mit Regulierungsbehörden in Louisiana

Die energieintensiven Projekte haben die Aufsichtsbehörden auf den Plan gerufen. Am 22. Juli 2026 wehrte sich Meta juristisch gegen eine Vorladung der Louisiana Public Service Commission. Die Behörde verlangt detaillierte Informationen zum Strombedarf und zu den Arbeitsplatzeffekten des „Hyperion“-Rechenzentrums.

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Das Projekt ist gewaltig: 50 Milliarden Euro Investitionsvolumen, eine Kapazität von fünf Gigawatt bis 2032. Die Infrastruktur umfasst die zehn Gaskraftwerke. Meta bezeichnet die Datenanfrage der Kommission als unverhältnismäßig. Kritiker fordern hingegen mehr Transparenz zu den Umweltauswirkungen.

Atomstrom als zweites Standbein

Doch der Konzern setzt nicht nur auf Gas. 2026 sicherte sich Meta Atomstromverträge über insgesamt 6,6 Gigawatt Leistung. Partner sind unter anderem TerraPower, Oklo, Vistra und Constellation. Der Schritt folgt einem Branchentrend: Tech-Konzerne sichern sich zunehmend Kernenergie für den KI-Boom.

Parallel dazu laufen die Erneuerbaren weiter. Erst am 23. Juli 2026 unterschrieb Meta einen langfristigen Stromabnahmevertrag für das Mowata-Solarprojekt in Louisiana. Die 172-Megawatt-Anlage von Lightsource bp soll noch 2026 gebaut werden. Im Februar kündigte Meta zudem ein Milliarden-Rechenzentrum in Lebanon, Indiana an – eine Milliardeninvestition mit einem Gigawatt Leistung.

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Ältere Projekte umfassen eine 200-Megawatt-Windanlage in Oklahoma und einen 300-Megawatt-Solarpark in Dänemark, beide aus dem April 2022. Im März 2022 begann der Bau einer 70-Megawatt-Solarfarm in Tennessee.

Klimakompensation als Ausgleich

Um die Umweltbilanz zu verbessern, setzt Meta auf CO₂-Kompensation. Im Oktober 2024 verpflichtete sich der Konzern zu Investitionen von bis zu 35 Millionen Euro in Klimaschutzprojekte binnen zwölf Monaten. Die Initiative startete in Abstimmung mit dem US-Energieministerium.

Bereits im September 2024 sicherte sich Meta 1,3 Millionen naturbasierte CO₂-Zertifikate von der BTG Pactual Timberland Investment Group. Die Strategie ist vielschichtig: Fossile Brennstoffe für die sofortige Versorgungssicherheit, langfristige Klimaschutzprojekte und neue Energietechnologien als Zukunftsinvestition.