Meta verlagert Horizon Worlds von VR aufs Smartphone

Meta stellt sein Flaggschiff-Projekt Horizon Worlds von VR-Brillen auf mobile Geräte um. Diese strategische Neuausrichtung markiert das Ende der Vision eines massentauglichen VR-Metaverse.

Meta löst sein Flaggschiff-Projekt Horizon Worlds von den eigenen VR-Brillen und setzt künftig fast ausschließlich auf Smartphones. Die strategische Kehrtwende ist das deutlichste Eingeständnis, dass die Vision eines massentauglichen VR-Metaverse gescheitert ist. Stattdessen will der Konzern nun auf dem mobilen Markt gegen Giganten wie Roblox und Fortnite antreten.

Strategische Kehrtwende nach Milliardentief

Die Ankündigung im Entwickler-Blog vom 19. Februar markiert das Ende einer ambitionierten Ära. Seit der Umbenennung von Facebook in Meta 2021 hatte das Unternehmen den Aufbau eines VR-zentrierten Metaverse zur Kernaufgabe erklärt. Doch die Realität holte den Konzern ein: Die Reality-Labs-Sparte verbuchte seit 2021 Verluste von über 70 Milliarden Euro. Kürzlich folgten Entlassungen von etwa zehn Prozent der Belegschaft und die Schließung mehrerer VR-Spiele-Studios.

„Die VR-Branche ist nicht so schnell gewachsen, wie wir gehofft hatten“, räumte Technikvorstand Andrew Bosworth Ende Januar beim Weltwirtschaftsforum in Davos ein. Die bisherige Verknüpfung von Horizon Worlds mit der Quest-Hardware habe zu „mangelndem Fokus“ geführt – auf Kosten der Nutzererfahrung und zu hohen Entwicklungskosten.

Vom Nischen- zum Massenmarkt

Kern der neuen Strategie ist die explizite Trennung der Horizon-Worlds-Plattform vom Quest-Ökosystem. Statt als exklusives VR-Erlebnis wird die Plattform nun als mobile Anwendung für Android und iOS positioniert. Damit öffnet Meta die Tür zu einem Milliardenmarkt: Die Zahl der Smartphone-Nutzer übertrifft die der VR-Brillen-Besitzer um ein Vielfaches.

Anzeige

Apropos iOS — wer künftig häufiger in mobilen Plattformen unterwegs ist, profitiert davon, die wichtigsten Apple-Begriffe zu kennen. Das kostenlose iPhone-Lexikon erklärt die 53 wichtigsten iPhone-Begriffe in einfachen Worten und hilft beim Umgang mit Funktionen wie AirDrop, Apple‑ID oder neuen iOS-Features. In 10 Minuten die Apple-Sprache verstehen – iPhone-Lexikon gratis herunterladen

Bereits seit 2023 testete Meta eine mobile Version. Bosworth berichtete im Januar 2026 von „enormem Wachstum“ im mobilen Bereich. Die parallele Entwicklung für VR und Mobile habe das Team jedoch überfordert. Die Konzentration auf Smartphones soll nun die Entwicklungsgeschwindigkeit erhöhen und die Einstiegshürde senken – schließlich benötigen Nutzer kein mehrere hundert Euro teures Headset mehr.

Neue Rollen für Hardware und Software

Was bedeutet diese Wende für die Zukunft der Meta-Hardware? Die Quest-Brillenlinie wird sich künftig stärker auf ihr Kerngeschäft konzentrieren: als dedizierte Gaming-Geräte mit einer Bibliothek von Drittanbieter-Inhalten. „Wir lassen VR das sein, was es ist und was es gut kann“, so Bosworth. Das klingt nach einem Rückzug auf bewährte Stärken.

Gleichzeitig verlagert Meta Investitionen innerhalb von Reality Labs in andere Zukunftstechnologien. Künstliche Intelligenz und Wearables wie die Ray-Ban-Smartglasses rücken in den Fokus. Andere VR-Initiativen wie die Büro-Kollaborations-App Horizon Workrooms oder die Fitness-App Supernatural wurden bereits eingestellt.

Kampf um die kleinen Bildschirme

Mit der Neuausrichtung betritt Meta ein höchst kompetitives Feld. Plattformen wie Roblox und Fortnite beherrschen den Markt für nutzergenerierte Spieleerlebnisse auf Smartphones seit Jahren. Kann Horizon Worlds hier mithalten? Der Erfolg hängt davon ab, ob Meta überzeugende Erlebnisse bietet, die Nutzer von etablierten Konkurrenten weglocken.

Für das Metaverse-Konzept insgesamt markiert der Schritt eine bedeutende Evolution. Die große Vision vollständig immersiver virtueller Welten wird vorerst zurückgestellt. Stattdessen setzt Meta auf eine plattformübergreifende Strategie, die in der heutigen Technologielandschaft verwurzelt ist. Die unmittelbare Zukunft von Metas sozialem „Metaverse“ wird sich auf den kleinen Bildschirmen entscheiden – Nutzer für Nutzer, Smartphone für Smartphone.