Meta hat rechtliche Schritte gegen die britische Medienaufsicht Ofcom eingeleitet, wie theguardian.com am 20.09.2026 berichtete. Ein Sprecher des Konzerns erklärte, man fechte bestimmte Aspekte der Umsetzung des Online Safety Act an. Damit reiht sich Meta in eine wachsende Zahl von Unternehmen ein, die gegen die Praxis der Aufsichtsbehörde vorgehen.
Streit um Kategorie-1-Einstufung
Im Zentrum der neuen Anfechtung steht Ofcoms Entscheidung, WhatsApp und Instagram unter dem Online Safety Act als sogenannte Kategorie-1-Dienste einzustufen, wie irishlegal.com am 21.09.2026 berichtete. Diese Einstufung bringt laut news18.com zusätzliche Pflichten mit sich: mehr Transparenz und Rechenschaft, erweiterte Nutzerkontrollen, Maßnahmen gegen betrügerische Werbung sowie eine strengere Aufzeichnung und Meldung illegaler Inhalte.
Meta argumentiert laut cij.world, dass einige dieser Anforderungen für große öffentliche Plattformen gedacht seien und sich nicht für private Gespräche und kleine Messaging-Gruppen auf WhatsApp eigneten.
Ein Meta-Sprecher wurde von irishlegal.com mit den Worten zitiert, man fechte wie viele andere in der Branche – darunter TikTok, Roblox, X und Quora – bestimmte Aspekte der Umsetzung an. Laut easterneye.biz betont Meta zudem, sich nicht gegen das Gesetz selbst zu wenden, sondern gegen Ofcoms Auslegung, um eine verhältnismäßige Anwendung sicherzustellen.
Ofcoms Kategorie-1-Register umfasst nach Angaben von cij.world unter anderem Facebook, Instagram, WhatsApp, YouTube, TikTok, X, Reddit, Snapchat, Pinterest, Roblox und Quora.
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Die Kriterien für die Einstufung liegen laut medianama.com bei mehr als 34 Millionen monatlichen UK-Nutzern in Kombination mit einem Empfehlungssystem oder bei mehr als 7 Millionen UK-Nutzern zusammen mit Empfehlungssystem und Teilen-Funktion.
Roblox und Quora haben nach Angaben von cij.world ebenfalls Berufung gegen ihre Einstufung eingelegt, während TikTok und X laut irishlegal.com rechtliche Schritte wegen der Menge an Informationen unternommen haben, die sie Ofcom bereitstellen müssen.
Weiterer Rechtsstreit um Gebühren
Der aktuelle Fall ist nicht das erste juristische Vorgehen Metas gegen Ofcom. Laut irishlegal.com hat der Konzern die Behörde bereits in London wegen der Gebühren herausgefordert, die zur Finanzierung der Online-Sicherheitsarbeit des Regulators erhoben werden – im Frühjahr argumentierte Meta, die Methodik sei fehlerhaft, da sie auf globalen Einnahmen basiere. Meta hat Ofcom laut lavx.hu deshalb vor dem High Court verklagt; die Hauptverhandlung soll am 13. und 14. Oktober 2026 stattfinden.
In seiner Antwort auf Ofcoms Konsultation schlug Meta laut lavx.hu eine niedrigere Umsatzschwelle von 65 Millionen bis 100 Millionen britischen Pfund vor, statt der von Ofcom vorgesehenen 250 Millionen Pfund, sowie einen separaten Einstiegspunkt basierend auf UK-monatlich aktiven Nutzern mit einer Schwelle von 3 Millionen Nutzern und eine Obergrenze für den Anteil am gesamten qualifizierenden weltweiten Umsatz, den ein Anbieter beitragen könnte.
Bei schweren Verstößen kann Ofcom laut lavx.hu Unternehmen mit bis zu 10 Prozent ihres qualifizierenden weltweiten Umsatzes oder 18 Millionen Pfund bestrafen, je nachdem, welcher Betrag höher ist – dieselbe Messgröße nutzt der Regulator auch zur Berechnung der Gebühren. Das Verfahren hat laut lavx.hu Interventionen der 5Rights Foundation erhalten.
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Politische Reaktionen
Der ehemalige Junior-Minister für Technologie und die digitale Wirtschaft, Damian Collins, bezeichnete das Vorgehen laut indiatimes.com als bewusste Strategie Metas, die Umsetzung des Online Safety Act zu frustrieren und zu verzögern, und sprach von einer Form von Lawfare, um den Regulator zu binden.
Kultursekretärin Lisa Nandy kritisierte laut indiatimes.com das Tempo der Durchsetzung als unglaublich langsam und forderte ein robusteres und schnelleres Vorgehen von Ofcom. Oliver Griffiths, Ofcoms Gruppenleiter für Online-Sicherheit, sagte einem House of Lords-Ausschuss laut indiatimes.com, der Regulator sei vom Fortschritt überwältigt und operiere in einem hochgradig litigiösen Umfeld.
Ein House of Lords-Ausschuss untersucht derzeit laut cij.world die Wirksamkeit und Umsetzung des Online Safety Act, wobei hochrangige Ofcom-Vertreter im September dazu aussagten. Ofcoms Konsultation zu den Kategorie-1-Pflichten endet laut easterneye.biz am 2. Oktober.
Marktreaktion
Die Meta-Aktie notierte an der Nasdaq laut marketscreener.com am 18.09.2026 bei 665,75 US-Dollar, ein Rückgang von 2,43 Prozent an diesem Tag. Auf Fünf-Tages-Sicht verzeichnete das Papier laut derselben Quelle ein Plus von 2,73 Prozent, seit Jahresbeginn liegt es demnach 0,86 Prozent im Plus.

