Meta wechselt zu Slack: KI-Chef sieht stärkste Agent-Plattform

Meta verlagert die interne Kommunikation zu Slack, während Salesforce KI-Agenten, Claude-Integration und neue Automatisierungen vorantreibt.

Der Technologiekonzern Meta stellt seine interne Kommunikation grundlegend um und wechselt von Google Chat zu Slack. Wie aus einem internen Memo von Anfang September 2026 hervorgeht, begründete AI-Chef Alexandr Wang diesen Schritt mit der besonderen Eignung der Plattform für automatisierte Prozesse. Er bezeichnete Slack demnach als die derzeit stärkste Plattform für den Einsatz von KI-Agenten.

Dieser Wechsel markiert eine signifikante Verschiebung in der Infrastruktur des Unternehmens und unterstreicht die wachsende Bedeutung von Kollaborationssoftware, die speziell auf künstliche Intelligenz ausgerichtet ist. Slack wurde im Jahr 2021 für eine Summe von 27,7 Milliarden US-Dollar von Salesforce übernommen und seither konsequent zu einer KI-zentrierten Arbeitsumgebung weiterentwickelt.

Technologische Basis für autonome Agenten

Parallel zu diesem prominenten Nutzerwechsel baut Salesforce die technischen Kapazitäten der Plattform massiv aus. Mit der Einführung des „Headless 360 MCP Servers“ wurde eine Lösung geschaffen, die Agenten einen sicheren Zugriff auf Unternehmensressourcen ermöglichen soll. Ergänzt wird dies durch den „Data 360 MCP“, der etwa 200 Programmierschnittstellen (APIs) und über 100 spezifische Agenten-Fähigkeiten umfasst.

Ein zentraler Bestandteil der neuen Strategie ist die Funktion „Slack Code“. Diese ermöglicht KI-gestützte Codierung direkt innerhalb von Projektkanälen, wobei die Ergebnisse automatisch archiviert werden. Laut Katie Steigman, Vice President Product bei Slack, ist das System vollständig konfigurierbar, um den spezifischen Anforderungen von Entwicklerteams gerecht zu werden.

Kooperation mit Anthropic und Produktivitätsgewinne

Ein weiterer Baustein der Plattform-Strategie ist die intensivierte Zusammenarbeit zwischen Salesforce und dem KI-Unternehmen Anthropic. Unter dem Namen „Claudeforce“ wird das Sprachmodell Claude als Plugin in Salesforce integriert und bringt 37 vordefinierte Vertriebs-Fähigkeiten mit. Claude fungiert künftig als Standardmodell für Slack und ist unter anderem in die Automatisierungslösung „Agentforce“ sowie in „Headless 360“ eingebunden.

Interne Erhebungen verdeutlichen das Potenzial dieser Integrationen: Der Einsatz des Slackbots führte laut Unternehmensangaben bereits zu jährlichen Produktivitätsgewinnen von 8,1 Millionen Stunden. Für September 2026 ist der Start einer offenen Beta-Phase für diese Funktionen geplant, nachdem sie zuvor ausgewählten Pilotkunden zur Verfügung standen.

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Erweiterte Funktionen im Winter-Release ’27

Für die nahe Zukunft kündigte Salesforce im Rahmen des „Winter ’27 Release“ weitere Automatisierungsschritte an. KI-Agenten sollen künftig komplette Arbeitsabläufe autonom ausführen können. Dazu gehört die Lead-Qualifizierung, die Lösung von Servicefällen sowie eine autonome Terminplanung per Sprachsteuerung, bei der Buchungen innerhalb weniger Sekunden abgeschlossen werden.

Erste Anwendungen im Bereich des „Agentic Commerce“ zeigen messbare Erfolge. So konnte bei der Suche ein Anstieg der Konversionsrate um 13 Prozent und eine Zunahme der Warenkorb-Interaktionen um 17 Prozent verzeichnet werden. Bei ersten Unternehmenskunden wie PowerSchool nutzen bereits mehr als 550 Anwender diese adaptiven Funktionen.

Marktdominanz und neue Herausforderungen

Trotz des Markteintritts neuer Technologien und Ansätze wie dem sogenannten „Vibe Coding“ – bei dem Software schnell und ohne tiefgreifende Architekturkenntnisse erstellt wird – bleibt Salesforce ein dominanter Akteur. Marktforscher von IDC führen das Unternehmen seit 2012 als Nummer eins im CRM-Bereich; im Jahr 2025 lag der Marktanteil bei 20,0 Prozent.

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Dennoch gibt es Anzeichen für einen Wandel im Marktgefüge. Eine Umfrage unter Salesforce-Architekten ergab, dass 24,8 Prozent der Befragten die dominance der Plattform schwinden sehen. Zudem finden bereits 45,1 Prozent der wertschöpfenden Arbeit außerhalb der Kernplattform statt. Experten sehen eine potenzielle Bedrohung in KI-nativen, modular aufgebauten Architekturen.

Dass etablierte Plattformen dennoch Vorteile bieten, zeigt das Beispiel von Ohalo Genetics. Das Unternehmen entschied sich gegen eine Eigenbau-Lösung auf Basis von Vibe Coding und für die Salesforce-Plattform inklusive Slack.

Ausschlaggebend war hierbei der hohe Wartungs- und Sicherheitsaufwand einer selbstgebauten Infrastruktur. Während vertikale Software weiterhin selbst entwickelt wird, setzt das Unternehmen bei CRM und Kommunikation auf eingekaufte Plattformlösungen, darunter einen Claude-basierten Kanal für Personalfragen in Slack.