Der Beschluss ist Teil eines laufenden Kartellverfahrens gegen den US-Konzern.
Beispiellose Zwangsmaßnahme
Am 9. Juni 2026 verhängten EU-Wettbewerbshüter eine einstweilige Verfügung gegen Meta. Der Konzern muss dritten KI-Entwicklern ab sofort denselben kostenlosen Zugang zur WhatsApp Business API einräumen, der bis Oktober 2025 bestand. Erst zum zweiten Mal in ihrer Geschichte greift die Kommission zu diesem scharfen Instrument – ein klares Signal an die Digitalbranche.
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Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera betonte: In schnelllebigen Digitalmärkten könne Wettbewerb schon lange vor einer endgültigen Entscheidung erstickt werden. Meta hat genau fünf Werktage Zeit, die Auflage umzusetzen. Die Frist endet am 15. Juni 2026. Bei Zuwiderhandlung drohen Strafen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes – umgerechnet etwa 18 Milliarden Euro.
Der Streit eskaliert
Der Konflikt schwelt seit Oktober 2025. Damals sperrte Meta rivalisierende KI-Entwickler vom Zugang zur WhatsApp Business API aus. Im Dezember leitete die EU eine formelle Untersuchung ein – ausgelöst durch Beschwerden mehrerer Unternehmen, darunter The Interaction Company (Entwickler von Poke.com AI), Agentik und ein spanischer Wettbewerber.
Im März 2026 lenkte Meta teilweise ein: Der Konzern bot Zugang gegen Gebühr an. Doch die EU ließ sich nicht beschwichtigen. Sie lehnte den Vorschlag ab und verlangt nun die Rückkehr zum ursprünglichen Gratismodell. Meta kündigte umgehend Widerspruch an. Der Konzern spricht von „regulatorischer Überdehnung“, die Plattformintegrität und Datenschutz gefährde.
Neue Datenschutzregeln in den USA
Parallel zum EU-Verfahren baut Meta sein Privacy-Framework um. Ab Juli 2026 führt der Konzern eine neue Einstellung namens „Aktivitäten von anderen Unternehmen“ ein – sie ersetzt die bisherige Option „Ihre Aktivitäten außerhalb der Meta-Technologien“.
Das neue System startet zunächst in den USA und ausgewählten Regionen. Die entscheidende Änderung: Selbst wenn Nutzer personalisierte Werbung ablehnen, sammelt Meta weiterhin Daten von Drittanbieter-Websites und Apps. Der Opt-out verhindert lediglich, dass diese Daten für gezielte Werbung im Facebook-Feed oder durch Meta AI genutzt werden. Die Informationen fließen aber weiter ins KI-Training.
Die Europäische Union, Großbritannien, Brasilien und Südkorea sind von diesen Änderungen vorerst ausgenommen – ihre strengeren Datenschutzgesetze verhindern das.
Entwarnung bei Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
In den letzten Tagen sorgten Falschmeldungen für Unruhe unter WhatsApp-Nutzern. Kettenbriefe behaupteten, Meta AI könne künftig alle privaten, verschlüsselten Chats mitlesen.
Während die Verschlüsselung bleibt, sammeln Messenger wie WhatsApp dennoch massiv Metadaten ihrer Nutzer für Konzernzwecke. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie in nur fünf Minuten zu einer datenschutzfreundlichen Alternative wechseln und Ihre Privatsphäre effektiv schützen. Telegram Startpaket jetzt kostenlos anfordern
Die Wahrheit: Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von WhatsApp bleibt intakt. Meta AI verarbeitet nur dann Informationen, wenn Nutzer den Dienst explizit ansprechen – etwa durch eine @-Erwähnung im Chat. Private Nachrichteninhalte bleiben für das Unternehmen unzugänglich.
Allerdings: Metadaten wie Telefonnummern, IP-Adressen und Kontaktlisten sind nicht durch die Verschlüsselung geschützt. Diese Daten sammelt Meta weiterhin und teilt sie konzernweit. Ein schwacher Trost für alle, die auf vollständige Privatsphäre hoffen.

