Der Hardware-Hersteller Framework Computer ist Ziel eines gezielten Cyberangriffs auf seine Cloud-Infrastruktur geworden. Wie das Unternehmen und Sicherheitsforscher berichten, nutzten Angreifer eine zuvor unbekannte Schwachstelle in der Analyse-Software Metabase aus, um unbefugten Zugriff auf Kundendaten zu erhalten. Der Vorfall unterstreicht die Risiken durch sogenannte Zero-Day-Exploits in weit verbreiteter Unternehmenssoftware.
Kritische Schwachstelle in Analyse-Software
Grundlage des Angriffs war eine Sicherheitslücke in der Software Metabase, die von Framework Computer zur Datenanalyse in der Cloud eingesetzt wird. Die Schwachstelle betraf die Metabase-Versionen 58 bis 63 und wurde mit dem höchstmöglichen CVSS-Wert (Common Vulnerability Scoring System) von 10.0 als kritisch eingestuft. Dies bedeutet, dass die Lücke ohne große technische Hürden aus der Ferne ausnutzbar war und Angreifern weitreichende Zugriffsrechte ermöglichte.
Nach derzeitigem Kenntnisstand entdeckte Metabase den Angriff auf seine Systeme bereits am 3. August. Framework Computer wurde am 6. August über die Kompromittierung informiert. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Lücke leitete Metabase Sicherheitsmaßnahmen ein, sicherte die betroffenen Cloud-Instanzen ab und stellte Updates für die Software bereit.
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Umfang des Datenabflusses bei Framework
Im Zuge des Vorfalls gelang es den Hackern, eine erhebliche Menge an Kundendaten aus der Metabase-Umgebung von Framework Computer zu entwenden. Zu den abgeflossenen Informationen gehören nach Unternehmensangaben Klarnamen, E-Mail-Adressen sowie IP-Adressen und physische Postanschriften der Kunden. Bei Geschäftskunden seien zudem Firmennamen und steuerrelevante Informationen betroffen.
Framework Computer betonte jedoch, dass keine sensiblen Zahlungsdaten oder Finanzinformationen entwendet wurden, da diese in getrennten Systemen verarbeitet würden, auf die die Angreifer keinen Zugriff hatten. Über die genaue Anzahl der betroffenen Datensätze liegen derzeit keine verifizierten Angaben vor; das Unternehmen konzentriert sich zunächst auf die individuelle Benachrichtigung der potenziell Betroffenen.
Reaktion und Schutzmaßnahmen
Framework Computer hat unmittelbar auf die Information über den Sicherheitsbruch reagiert. Das Unternehmen tauschte sämtliche relevanten Zugangsdaten und kryptografischen Schlüssel aus, um weiteren unbefugten Zugriff zu verhindern. Zudem wurde eine spezialisierte IT-Forensik-Firma damit beauftragt, den Vorfall lückenlos aufzuklären und das Ausmaß des Schadens genau zu bestimmen.
Parallel dazu hat der Hardware-Anbieter die zuständigen Datenschutzbehörden sowie die Strafverfolgungsbehörden über den Vorfall in Kenntnis gesetzt. Metabase forderte unterdessen alle Nutzer der betroffenen Softwareversionen auf, umgehend die bereitgestellten Sicherheitspatches einzuspielen, um ihre lokalen oder Cloud-Installationen gegen den Exploit abzusichern.
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Experten raten Kunden von Framework Computer, in den kommenden Wochen besonders wachsam gegenüber Phishing-Versuchen zu sein. Da Namen und E-Mail-Adressen im Umlauf sind, könnten Angreifer diese für gezielte Betrugsversuche nutzen. Das Unternehmen kündigte an, seine Sicherheitsarchitektur in Zusammenarbeit mit externen Experten weiter zu verstärken, um ähnliche Vorfälle in der Zukunft zu verhindern.

