Micron-Aktie: 708 % Anstieg durch KI-Speichernachfrage

Micron steigert den Quartalsumsatz auf 41,46 Milliarden US-Dollar. KI-Nachfrage treibt Speicherpreise, während Kapazitätsausbau und Streikrisiken bleiben.

Der US-Halbleiterhersteller Micron Technology verzeichnete am 02. September 2026 einen Aktienkurs von 956,08 US-Dollar. Getrieben wird diese Entwicklung durch eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Speicherkomponenten für Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI), die die Marktpreise für DRAM- und NAND-Chips massiv ansteigen lässt.

Innerhalb der vergangenen zwölf Monate kletterte der Wert der Aktie um 708,26 %, wenngleich das Papier zuletzt noch etwa 20 % unter seinem Hoch aus dem Juni notierte.

Rekordumsätze und starke Margen durch Chip-Knappheit

Die finanziellen Ergebnisse des dritten Quartals des Geschäftsjahres 2026 unterstreichen die aktuelle Sonderkonjunktur. Micron erwirtschaftete einen Umsatz von 41,46 Mrd. US-Dollar.

Zum Vergleich: Im zweiten Quartal desselben Geschäftsjahres lag der Umsatz noch bei 23,86 Mrd. US-Dollar, während im Vorjahreszeitraum lediglich 9,30 Mrd. US-Dollar erzielt wurden. Dies entspricht einer Steigerung von 345,72 % im Jahresvergleich. Die Bruttomarge erreichte im dritten Quartal einen Wert von 84,6 %.

Für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026, dessen detaillierte Zahlen für den 30. September angekündigt sind, gab das Unternehmen eine optimistische Prognose ab. Erwartet wird ein Umsatz von etwa 50 Mrd. US-Dollar (± 1 Mrd. US-Dollar) sowie eine Bruttomarge von 86 %.

Das Non-GAAP-Ergebnis je Aktie (EPS) wird auf 31,00 US-Dollar (± 1,00 US-Dollar) geschätzt. Analysten bewerten die Aktie derzeit mehrheitlich positiv; das durchschnittliche Kursziel liegt bei 1.556,55 US-Dollar.

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Preissprung bei Speichertechnologien

Die Marktdynamik wird maßgeblich durch steigende Vertragspreise bestimmt. Im dritten Quartal 2026 legten die Preise für DRAM-Verträge Schätzungen zufolge um 50 % bis 60 % zu, während bei NAND-Speichern Steigerungen zwischen 75 % und 100 % beobachtet wurden.

Marktforscher von Gartner prognostizieren, dass die Preise für DRAM und SSDs bis Ende 2026 um bis zu 130 % gegenüber dem Niveau von 2025 steigen könnten.

Während der Bedarf in Rechenzentren ungebrochen ist, schwächelt das Geschäft mit Endgeräten. Für das Jahr 2026 wird mit einem Rückgang der weltweiten PC-Lieferungen um 10,4 % und bei Smartphones um 8,4 % gerechnet. Dennoch bleibt das Angebot knapp. Branchengrößen wie Samsung Electronics und SK Hynix warnten bereits davor, dass die Speicherknappheit über das Jahr 2027 hinaus anhalten könnte.

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Ausbau der HBM-Kapazitäten und operative Risiken

Um der Nachfrage nach Hochleistungsspeichern (High Bandwidth Memory, HBM) gerecht zu werden, plant Micron, seine Kapazitäten massiv zu erweitern. Bis Ende 2026 soll der Ausstoß auf etwa 100.000 Wafer pro Monat verdoppelt werden.

Insbesondere die Produktion von 12-Lagen-HBM4 für die nächste Generation von NVIDIA-Chips soll forciert werden und bis Jahresende die Hälfte des gesamten HBM-Ausstoßes ausmachen. Im zweiten Quartal 2026 hielt Micron am HBM-Markt einen Anteil von 18 %, hinter SK Hynix (50 %) und Samsung (32 %).

Trotz der starken Marktposition sieht sich das Unternehmen operativen Herausforderungen gegenüber. In Taiwan drohen im September 10.000 der insgesamt 15.000 dort beschäftigten Arbeiter mit einem Streik. Zudem führt die angespannte Preissituation zu Ausweichreaktionen bei Großkunden.

Google bestätigte, DDR4-Speicher aus ausgedienten Servern für neue KI-Systeme zu recyceln, da Speichermodule mittlerweile über 75 % der Komponenten-Kosten eines KI-Servers ausmachen können. Auch Meta nutzt vermehrt Recycling-Strategien, um die Effizienz seiner Infrastruktur zu steigern und die Abhängigkeit vom angespannten Neuware-Markt zu verringern.