Juli 2026 offiziell den Ausbau seiner Halbleiterfabrik im japanischen Hiroshima gestartet. Das 1,5 Billionen Yen schwere Projekt – umgerechnet rund 9,3 Milliarden Euro – zielt darauf ab, die Produktion von High Bandwidth Memory (HBM) massiv zu steigern. Diese Speicherchips sind das Herzstück moderner KI-Anwendungen.
Spatenstich mit politischer Prominenz
Zur Grundsteinlegung reisten Micron-CEO Sanjay Mehrotra und Japans Wirtschaftsminister Ryosei Akazawa an. Die Erweiterung des Standorts Higashihiroshima ist ein zentraler Baustein in Microns Strategie, im boomenden KI-Chip-Markt aufzuholen. Aktuell liegt der Konzern hinter den Rivalen SK Hynix und Samsung zurück – ein Rückstand, den man nun verkürzen will.
Die japanische Regierung unterstützt das Vorhaben massiv: Das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) hat Subventionen von bis zu 500 Milliarden Yen (rund 3,1 Milliarden Euro) zugesagt. Insiderberichten zufolge könnte die staatliche Förderung sogar auf 775 Milliarden Yen anwachsen. Tokio verfolgt damit eine klare Strategie: Die heimische Halbleiterindustrie soll wiederbelebt werden. Das langfristige Ziel: bis 2041 öffentliche und private Investitionen von 101,6 Billionen Yen mobilisieren.
EUV-Technologie für die nächste Chip-Generation
Die neue Fabrik setzt auf Extrem-Ultraviolett-Lithografie (EUV), um Speicher der nächsten Generation zu fertigen – darunter HBM3E sowie die künftigen Standards HBM4 und HBM4E. Das Hiroshima-Werk hat eine besondere Historie: Hier entstand der erste HBM-Wafer des Unternehmens. Micron hatte die Anlage 2013 durch die Übernahme des insolventen japanischen Chip-Herstellers Elpida Memory erworben.
Die ersten Produktionsanlagen sollen in der ersten Jahreshälfte 2028 installiert werden. Kommerzielle Auslieferungen sind für Sommer 2028 geplant. Ein ehrgeiziger Zeitplan – doch die Nachfrage ist da.
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Milliarden-Verträge und volle Auftragsbücher
Der Markt für KI-Hardware boomt, und Micron kann kaum Schritt halten. Die HBM-Produktionskapazitäten für den Rest des Jahres 2026 sind bereits komplett ausgebucht. Branchenanalysten rechnen damit, dass die Engpässe bei Speicherchips bis mindestens 2027 anhalten werden.
Um die Versorgung zu sichern, hat Micron 16 strategische Kundenverträge abgeschlossen. Die Mindestabnahmeverpflichtungen belaufen sich auf rund 100 Milliarden Euro bis 2030 – abgesichert durch 22 Milliarden Euro an Anzahlungen. Das Werk in Hiroshima beliefert unter anderem den KI-Chip-Primus Nvidia.
Minister Akazawa stellte während der Zeremonie klar: Japan werde auch anderen Chip-Herstellern Unterstützung anbieten, um stabile Lieferketten zu gewährleisten. Ein Standortvorteil: Rund 80 Prozent der benötigten Materialien für die Produktion in Hiroshima stammen aus Japan selbst.
Globale Expansionsstrategie
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Das Hiroshima-Projekt ist nur ein Puzzleteil in Microns milliardenschwerer Investitionsoffensive. In den USA entsteht nahe Syracuse im Bundesstaat New York eine 100-Milliarden-Dollar-Fabrik. Parallel dazu baut Micron den Standort Boise (Idaho) aus – dort soll die DRAM-Produktion 2027 anlaufen. Zudem rüstet der Konzern seine HBM-Verpackungskapazitäten in Singapur auf, die voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2027 zur Lieferkette beitragen werden.
Trotz der starken Konkurrenz zeigt die Bilanz: Micron hat im jüngsten Quartal ein deutliches Wachstum hingelegt. Die Data-Center-Umsätze überstiegen annualisiert 25 Milliarden Euro. Bereits jetzt hat das Unternehmen HBM4-Produkte im Wert von über einer Milliarde Euro ausgeliefert. Der Aufholprozess läuft – und Hiroshima spielt dabei eine Schlüsselrolle.

