Der US-Speicherchip-Riese Micron startet den Bau einer gigantischen neuen Halbleiterfabrik in Singapur. Mit einem Investitionsvolumen von rund 24 Milliarden Euro will das Unternehmen die weltweite Produktion von NAND-Speicherchips massiv ausbauen – getrieben von der explosionsartigen Nachfrage durch Künstliche Intelligenz.
Singapurs erste Etagen-Fabrik nimmt Gestalt an
Am vergangenen Dienstag setzten Bagger auf einem Gelände in Woodlands die ersten Spatenstiche. Hier entsteht Singapurs erste doppelstöckige Wafer-Fabrik, ein architektonisches Novum in dem dicht besiedelten Stadtstaat. Auf rund 65.000 Quadratmetern Reinraumfläche sollen ab der zweiten Hälfte 2028 hochmoderne Flash-Speicher vom Band laufen. Diese NAND-Chips sind das Rückgrat für SSDs und die Speichersysteme moderner Rechenzentren.
„Diese Fabrik wird unser NAND-Kompetenzzentrum stärken“, erklärt Manish Bhatia, Microns Vizepräsident für globale Operationen. Forschung, Entwicklung und Serienfertigung sollen hier verzahnt werden, um Innovationszyklen zu beschleunigen. Die Anlage ist Teil eines Zehnjahresplans, mit dem Singapur seine Schlüsselrolle in der globalen Halbleiter-Lieferkette festigen will.
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Tausende Jobs und ein Schub für die High-Tech-Industrie
Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind gewaltig: Allein die neue Fabrik wird voraussichtlich 1.600 hochqualifizierte Arbeitsplätze schaffen. Gesucht werden vor allem Ingenieure und Techniker für Fabrikbetrieb, mit Spezialkenntnissen in Robotik, smarter Fertigung und KI-Integration. Zusammen mit einer bereits 2025 angekündigten Verpackungsanlage für Hochleistungsspeicher (HBM) wächst Microns Belegschaft in Singapur um etwa 3.000 Mitarbeiter.
Singapurs stellvertretender Premierminister Gan Kim Yong wertete den Spatenstich als Beleg für die stabile und fortschrittliche High-Tech-Infrastruktur des Landes. Die Wirtschaftsförderbehörde EDB betonte die strategische Partnerschaft mit dem US-Unternehmen.
Strategische Antwort auf die KI-getriebene Speicherkrise
Warum dieser milliardenschwere Ausbau gerade jetzt? Analysten sehen darin eine direkte Reaktion auf die „Memory Wall“ der KI-Revolution. Während viel über Hochleistungsspeicher für Prozessoren gesprochen wird, benötigen KI-Modelle auch enorme Mengen an schnellem Speicher für Trainingsdaten und Berechnungen. Micron positioniert sich mit der neuen Kapazität genau für diesen wachsenden Markt der Enterprise-Speicherlösungen.
Der Standort Singapur ist dabei kein Zufall. Von hier stammt bereits ein erheblicher Teil von Microns globaler NAND-Produktion. Die platzsparende Etagen-Bauweise ist ideal für den flächenknappen Stadtstaat und soll gleichzeitig die Produktionsmenge maximieren. Die Fabrik wird zudem hohe Nachhaltigkeitsstandards erfüllen, um den CO₂-Fußabdruck der Chipfertigung zu reduzieren.
Globale Strategie: Doppelter Ausbau in Asien und den USA
Die Singapur-Investition ist Teil einer weltweiten Expansionsoffensive. Erst vor wenigen Wochen, Mitte Januar 2026, begann Micron mit dem Bau einer Megafabrik in Clay, New York. Das Unternehmen verfolgt damit eine klare Dual-Track-Strategie: Es stärkt gleichzeitig die heimische Produktion in den USA und vertieft seine Präsenz in etablierten asiatischen Hubs.
Hinter dieser geografischen Streuung steckt der Wunsch nach mehr Resilienz in der Lieferkette. Durch die Verteilung fortschrittlicher Fertigungskapazitäten will sich Micron gegen geopolitische Spannungen und regionale Störungen wappnen. Die Integration der neuen Anlage in die bestehende Infrastruktur in Woodlands verspricht zudem Synergien und eine kosteneffiziente Kapazitätserweiterung.
Mit der Grundsteinlegung beginnt nun eine etwa zweijährige Bauphase. Sollte der Zeitplan halten, geht die Fabrik just zu einem Zeitpunkt in Serie, zu dem Analysten die nächste Generation von KI-Anwendungen erwarten. Ein Timing, das Angebot und Nachfrage ideal in Einklang bringen könnte. Trotz der zyklischen Schwankungen im Halbleitergeschäft zeigt Micron mit dieser Investition großes Vertrauen: Der Hunger der Weltwirtschaft nach Datenspeicher, angetrieben von der KI, wird weiter wachsen.
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