Der Speicherchip-Hersteller erlebt einen historischen Boom, getrieben von der unersättlichen Nachfrage nach KI-Hardware. Seine Produktion für 2026 ist bereits ausverkauft.
Micron Technology hat sich als unverzichtbare Säule der globalen KI-Infrastruktur etabliert. Die Aktie des Speicherspezialisten kletterte diese Woche auf Rekordhöhen, nachdem das Unternehmen seine Produktion massiv ausgebaut und Analysten ihre Kursziele deutlich angehoben hatten. Der Grund: Eine nie dagewesene Nachfrage nach Hochleistungsspeichern für Rechenzentren und KI-Chips von NVIDIA und AMD.
Die HBM-Knappheit: Treibstoff für den Boom
Der Hauptgrund für Microns Aufschwung ist der explosive Bedarf an High Bandwidth Memory (HBM). Diese Speicher der Generationen HBM3E und HBM4 sind essenziell für die nächste Generation von KI-Beschleunigern. Branchenberichte zeigen: Die gesamte HBM-Produktion Microns für das Jahr 2026 ist bereits an Kunden vergeben.
Analysten der Bank Mizuho sehen darin einen strukturellen Wandel. „Der Mangel an DRAM-Speichern gibt den Herstellern die Preismacht zurück“, heißt es in einer Analyse. Die speicherintensive Natur generativer KI-Modelle führe zu einem anhaltenden Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Micron selbst will noch im zweiten Quartal 2026 mit der Produktion der nächsten Generation HBM4 beginnen und sich so direkt mit den Rivalen SK Hynix und Samsung messen.
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Milliarden-Investitionen für die globale Produktion
Um die Engpässe zu bekämpfen, startete Micron eine beispiellose Expansionsoffensive. Ende Januar begannen die Bauarbeiten für eine neue Chipfabrik in Singapur – ein Investitionsvolumen von 24 Milliarden Euro. Die Fabrik soll ein Grundpfeiler für die langfristige Produktion von NAND- und HBM-Speichern werden und die Abhängigkeit von einzelnen Regionen verringern.
Gleichzeitig vertieft Micron seine Präsenz im Herzen der Halbleiterindustrie: Taiwan. Durch eine geplante Übernahme einer Fabrik in Tongluo und eine Partnerschaft mit Powerchip Semiconductor (PSMC) bindet sich das Unternehmen enger an die Lieferkette für fortschrittliche Chip-Verpackungen.
Auch in den USA schreitet der Ausbau voran. In Clay, New York, entsteht mit staatlicher Unterstützung des CHIPS Acts eine „Megafabrik“ für DRAM-Speicher – die größte private Investition in der Geschichte des Bundesstaates.
Strategiewechsel: Abschied vom Konsumenten, Fokus auf KI
Microns Erfolg basiert auch auf einem radikalen Strategiewechsel. Im Dezember 2025 verkündete das Unternehmen den Ausstieg aus seinem Crucial-Geschäft für Endverbraucher. Damit trennt es sich von SSD-Festplatten und RAM-Modulen für PCs und konzentriert alle Ressourcen auf den hochprofitablen Markt für KI-Speicher.
Die Bilanz gibt dem Konzern recht: Die Erwartungen für das Geschäftsjahr 2026 stiegen nach den Quartalszahlen vom Dezember um über 75 Prozent. Indem sich Micron ganz auf die Bedürfnisse von Hyperscalern und Rechenzentren ausrichtet, hat es seine finanzielle Performance direkt an das Wachstum der KI-Wirtschaft gekoppelt.
Markt im Rausch – Engpässe bis 2027?
Die Reaktion der Anleger ist euphorisch. Die Aktie legte in den letzten zwölf Monaten über 300 Prozent zu und übertraf damit viele Halbleiter-Konkurrenten. Microns CEO Sanjay Mehrotra trieb die Stimmung weiter an, als er vergangene Woche von einer „beschleunigenden“ KI-Nachfrage sprach. Die angespannte Versorgungslage werde sich wohl bis 2027 fortsetzen.
Anders als frühere Speicherzyklen, die von PC- und Smartphone-Verkäufen abhingen, wird der aktuelle Boom durch Infrastruktur-Investitionen getrieben. Tech-Giganten wie Meta und Microsoft erhöhen ihre Kapitalausgaben für 2026 massiv – eine sichere Nachfragegarantie für Microns Chips.
Die Zukunft des Konzerns hängt nun von der reibungslosen Umsetzung ab. Die Einführung von HBM4 und der schnelle Start der neuen Fabriken werden entscheidend sein. Micron hat sich vom Zulieferer zum Rückgrat der digitalen Wirtschaft gewandelt. In der KI-Ära ist der Speicher, der Daten bewegt, genauso wertvoll wie der Prozessor, der sie berechnet.
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