Micron sichert sich 22 Milliarden Dollar KI-Verträge bis 2030

Micron übertrifft mit Rekordzahlen alle Erwartungen und sichert sich durch langfristige Kundenverträge mit 22 Milliarden Dollar Stabilität bis 2030.

Der US-Chiphersteller Micron Technology hat am Mittwoch seine Zahlen für das dritte Geschäftsquartal 2026 vorgelegt und dabei alle Erwartungen übertroffen. Entscheidend für den Erfolg: Das Unternehmen hat sich mit langfristigen Lieferverträgen für die Zukunft abgesichert.

Rekordzahlen dank KI-Boom

Mit einem Umsatz von 41,5 Milliarden US-Dollar (umgerechnet rund 38,8 Milliarden Euro) hat Micron das Vorjahresergebnis weit hinter sich gelassen. Der Nettogewinn explodierte auf 28,9 Milliarden Dollar – ein Anstieg um das rund 15-fache. Treiber dieser Entwicklung ist vor allem die künstliche Intelligenz: Der Umsatz mit DRAM-Speicherchips stieg um 343 Prozent auf 31,3 Milliarden Dollar, der mit NAND-Flash-Speicher um 361 Prozent auf 9,9 Milliarden Dollar.

Die Bruttomarge erreichte mit 84,9 Prozent ein außergewöhnlich hohes Niveau. Für das laufende vierte Quartal stellt Micron einen Umsatz von rund 50 Milliarden Dollar in Aussicht – deutlich mehr als die von Analysten erwarteten 43,2 Milliarden Dollar.

Milliarden-Verträge für mehr Stabilität

Micron setzt auf eine strategische Neuausrichtung des Speichermarktes. Das Unternehmen hat 16 strategische Kundenverträge für den Zeitraum 2026 bis 2030 abgeschlossen. Diese sogenannten „Take-or-Pay“-Vereinbarungen verpflichten die Abnehmer zur Abnahme bestimmter Mengen oder zur Zahlung von Strafen. Enthalten sind zudem Preisuntergrenzen und Anzahlungen.

Die Verträge umfassen rund 22 Milliarden Dollar an Kundenverpflichtungen, davon 18 Milliarden Dollar in bar hinterlegt. Aktuell machen diese Vereinbarungen bereits 40 Prozent des Gesamtumsatzes von Micron aus. Marktforscher von TrendForce schätzen, dass damit etwa 20 Prozent der DRAM-Produktion und ein Drittel der NAND-Fertigung abgedeckt sind.

CEO Sanjay Mehrotra betonte, dass die vereinbarten Preisuntergrenzen sicherstellen sollen, dass die Bruttomargen über denen jedes vorherigen Industriezyklus liegen.

Branche setzt auf langfristige Partnerschaften

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Microns 22-Milliarden-Dollar-Verträge zeigen: Langfristige Take-or-Pay-Vereinbarungen können die volatile Speicherbranche stabilisieren. Welche Kennzahlen Anleger jetzt prüfen sollten, erfahren Sie in diesem Report. Jetzt kostenlosen Analyse-Report anfordern

Der Trend zu langfristigen Verträgen erfasst die gesamte Speicherbranche. Auch die Konkurrenten Samsung Electronics und SK Hynix setzen verstärkt auf mehrjährige Abkommen. Analysten von TechInsights erwarten, dass die drei großen Speicherhersteller zwischen 2026 und 2028 einen operativen Gewinn von rund 1,7 Billionen Dollar allein mit DRAM erzielen werden.

Für das laufende Jahr wird der freie Cashflow der Branche auf 300 Milliarden Dollar geschätzt – das sind 65 Prozent mehr als die kumulierten Werte des gesamten vorangegangenen Jahrzehnts.

Neue Produkte und strategische Partnerschaft

Micron profitiert massiv vom Ausbau der KI-Infrastruktur. Das Unternehmen bestätigte, dass sein 12-Lagen-HBM4-Speicher in hohen Stückzahlen ausgeliefert wird. Allein mit dieser Technologie erzielt Micron bereits über eine Milliarde Dollar Umsatz. Die Chips kommen unter anderem in Nvidias kommender Vera-Rubin-Plattform zum Einsatz.

Zudem gab Micron am Dienstag eine strategische Partnerschaft mit dem KI-Unternehmen Anthropic bekannt. Die Zusammenarbeit umfasst die gemeinsame Entwicklung von Speicherarchitekturen, einen mehrjährigen Liefervertrag sowie eine Beteiligung an Anthropics Finanzierungsrunde der Serie H.

Engpässe bleiben bestehen

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Wer bei Chip-Aktien die Boom-Bust-Zyklen fürchtet, sollte auf langfristige Lieferverträge achten. Micron hat 16 strategische Kundenverträge bis 2030 abgeschlossen – mit Preisuntergrenzen und Anzahlungen. Wie Sie solche Signale erkennen, zeigt dieser Leitfaden. Stabilitäts-Checkliste für Chip-Investments sichern

Trotz der Rekordproduktion zeichnet sich keine Entspannung ab. Micron-Führungskräfte erklärten, dass derzeit nicht absehbar sei, wann das Angebot die globale Nachfrage einholen werde. Die Versorgungslage werde mindestens bis 2027 angespannt bleiben, erste Verbesserungen seien frühestens 2028 zu erwarten.

Die Anleger reagierten euphorisch: Nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen stieg die Micron-Aktie im nachbörslichen Handel um bis zu 16 Prozent.