Microsoft 2027: Neue Segmentstruktur und erstmals Azure-Details

Microsoft strukturiert seine Segmente neu, grenzt Azure enger ab und verschiebt die separate Umsatzdarstellung auf das Geschäftsjahr 2027.

Die Investmentfirmen Stordahl Capital Management und LRI Investments LLC haben ihre finanziellen Anteile an der Microsoft Corporation offiziell erhöht. Der Schritt fällt in eine Phase, in der der Softwarekonzern seine Berichtsstruktur grundlegend umbaut und erstmals detaillierte Umsatzzahlen zu seinem Cloud-Geschäft Azure offenlegt.

Neue Segmentstruktur ab Geschäftsjahr 2027

Microsoft kündigte eine Umstrukturierung seiner Berichterstattung an: Ab dem Geschäftsjahr 2027 wird das Unternehmen seine Ergebnisse in zwei Segmente aufteilen – „Agents and Infra“ sowie „Devices and Consumer“.

Im Zuge dieser Umstellung reichte der Konzern eine Form 8-K bei der US-Börsenaufsicht SEC ein, in der historische Daten neu dargestellt wurden. Microsoft kündigte zudem an, historische Ergebnisse für einen Zeitraum von zwei Jahren neu bereitzustellen.

Erstmals wird Microsoft künftig auch den Quartalsumsatz von Azure separat offenlegen, beginnend mit den Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027, die Ende Oktober erwartet werden. Die Definition von Azure wurde dabei enger gefasst: GitHub Cloud, Developer Cloud, Security Copilot sowie die Cloud-Angebote für Gesundheitswesen und Life Sciences fallen künftig nicht mehr unter diese Kategorie.

Unterschiedliche Wachstumszahlen je nach Abgrenzung

Die neue Abgrenzung führt zu unterschiedlichen Wachstumsangaben für das Juni-Quartal. Nach einer Darstellung wuchs Azure unter der neuen Struktur um 42 Prozent auf 29,42 Milliarden US-Dollar und machte damit etwa 33 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Eine andere Quelle beziffert den Azure-Umsatz im vergangenen Quartal auf 29,4 Milliarden US-Dollar und für das gesamte Geschäftsjahr bis zum 30. Juni auf 101,9 Milliarden US-Dollar.

Wiederum eine dritte Angabe nennt für das Juni-Quartal unter der neuen, engeren Definition ein Wachstum von 42 Prozent auf 20,71 Milliarden US-Dollar – gegenüber einer zuvor kommunizierten Kennzahl von 43 Prozent –, wobei Azure hier 27 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachte.

Im Vergleich dazu meldeten Konkurrenten für ihre jeweils letzten Quartale: Amazon Cloud kam auf 42,2 Milliarden US-Dollar, Google Cloud auf 24,8 Milliarden US-Dollar.

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Microsoft senkte zudem seine Azure-Prognose leicht, da Umsätze aus dem GitHub-Geschäft künftig der M365-Cloud-Sparte zugeordnet werden. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 meldete der Konzern zudem Investitionsausgaben von über 50 Milliarden US-Dollar.

Bilanzielle Anpassungen und Marktreaktion

Zusätzlich zur Segmentumstellung verlängerte Microsoft die angenommene Lebensdauer seiner Rechenzentren auf 25 Jahre und klassifizierte bestehende Leasingverhältnisse neu. Die Aktie reagierte auf die Ankündigungen nachbörslich mit einem Anstieg von etwa 1,4 Prozent.

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Regulatorischer Hintergrund

Die Neuordnung der Berichtsstruktur fällt zudem in eine Phase erhöhter regulatorischer Aufmerksamkeit in Europa. Die Europäische Kommission hatte im Juni eine vorläufige Position bezogen, wonach Azure als Gatekeeper im Sinne des Digital Markets Act eingestuft werden könnte. Eine endgültige Entscheidung wird bis zum Jahresende erwartet.