Microsoft 365 ab Juli: Preissprünge bis 43% und Copilot-Zwang

Italienische Wettbewerbshüter prüfen Microsofts Praktiken bei der Integration von KI-Funktionen in bestehende Abos.

Im Fokus stehen mutmaßlich unfaire Geschäftspraktiken rund um das Abonnement Microsoft 365. Konkret geht es um bevorstehende Preisanpassungen und die automatische Integration von KI-Funktionen in bestehende Geschäftstarife.

Automatische Upgrades unter Verdacht

Die italienischen Wettbewerbshüter prüfen, ob Microsoft seine Kunden unzureichend über die Umstellung auf teurere Tarife informiert hat. Nutzer sollen demnach automatisch in Pläne mit den KI-Diensten Copilot und Designer verschoben worden sein – ohne klare Möglichkeit, bewusst zu entscheiden. Der Vorwurf richtet sich weniger gegen die Preiserhöhungen selbst, sondern gegen die Architektur der Opt-out-Lösung.

Die Untersuchung reiht sich ein in eine wachsende internationale Regulierungswelle. Erst kürzlich hatte die britische Wettbewerbsbehörde CMA eine strategische Marktuntersuchung zu Microsofts Geschäftssoftware-Ökosystem eingeleitet. Auch die US-Handelskommission FTC beobachtet den Konzern weiterhin genau. Microsoft hat angekündigt, mit den italienischen Behörden zu kooperieren.

Preisschock für Unternehmen ab Juli

Die kartellrechtlichen Ermittlungen fallen in eine Zeit bedeutender Preisanpassungen. Zum 1. Juli 2026 tritt eine neue Gebührenstruktur in Kraft, die Unternehmen spürbar belasten wird:

  • Business Basic: Steigt von 6,00 auf 7,00 Euro pro Nutzer und Monat
  • Business Standard: Erhöht sich von 12,50 auf 14,00 Euro pro Nutzer
  • Frontline-Pläne: Teilweise Preissprünge von bis zu 43 Prozent
  • Enterprise E5: Fünf Prozent Aufschlag für die Spitzenlizenz

Ein mittelständisches Unternehmen mit 50 Business-Standard-Plätzen zahlt künftig rund 900 Euro mehr pro Jahr. Branchenbeobachter vermuten, dass Microsoft die Bündelung von KI-Tools wie Copilot forciert, um die Nutzung zu steigern. Bislang zahlen schätzungsweise nur 3,3 Prozent der Anwender für den separaten KI-Dienst.

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Neue Abrechnungsmodelle und KI-Funktionen

Parallel zu den Abo-Erhöhungen diversifiziert Microsoft seine KI-Preisstruktur. Am 18. Juni 2026 startete der Konzern offiziell Copilot Cowork mit einem Pay-as-you-go-Modell. Leichte Aufgaben kosten zwischen einem und drei Euro, komplexe Vorgänge schlagen mit über sieben Euro zu Buche. Das ergänzt die bestehende Flatrate von 30 Euro monatlich. Große Konzerne wie Amazon, Cisco und Meta haben bereits interne Nutzungsgrenzen für diese Tools eingeführt, um Kosten zu kontrollieren.

Auch die Funktionspalette wächst: Seit dem 25. Juni 2026 verfügt Copilot in Excel über neue Datenverbindungen zu Finanzquellen wie S&P Global, Morningstar und FactSet. Diese „Skills“ ermöglichen wiederverwendbare Workflows für die Finanzanalyse – verfügbar für Microsoft-365-Copilot-Kunden auf Web, Windows und Mac.

Kostenoptimierung und Sicherheit im Blick

Angesichts steigender Kosten raten Experten kleinen und mittleren Unternehmen dringend zu einer Bestandsaufnahme ihrer Lizenzlandschaft. Häufige Probleme: Bezahlte, aber ungenutzte Plätze ausgeschiedener Mitarbeiter oder inkonsistente Dateifreigabeberechtigungen.

Marktforscher beobachten, dass viele Organisationen KI zwar getestet, aber nur selten breit eingeführt haben. Laut Gartner haben lediglich fünf Prozent der Unternehmen Copilot über Pilotprojekte hinaus im gesamten Unternehmen ausgerollt. Spezialisierte Tools wie Torii, CoreView und Productiv helfen dabei, ungenutzte Lizenzen zu identifizieren und automatisch zurückzugewinnen.

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Sicherheit bleibt 2026 das bestimmende Thema für Microsoft-365-Administratoren. Zu den empfohlenen Maßnahmen gehören die monatliche Überprüfung des Microsoft Secure Score sowie die Implementierung von Conditional-Access-Richtlinien. Datenschutzexperten betonen zudem: Die native Aufbewahrung ersetzt kein externes Backup. Die aktualisierte 3-2-1-1-0-Regel empfiehlt mindestens eine unveränderliche Kopie aller Unternehmensdaten – als Schutz vor Fehlern oder böswilligen Angriffen.