Microsoft 365 Copilot: 90% der Fortune-500 nutzen KI-Assistent

Microsoft stellt Teams für Privatkunden in China ein und setzt verstärkt auf Cloud-Dienste und KI-Lösungen für internationale Firmen.

Der US-Technologiekonzern Microsoft hat die persönliche Version seiner Kommunikationsplattform Teams in Festlandchina offiziell eingestellt. Wie das Unternehmen mitteilte, werden betroffene Nutzer dazu aufgefordert, ihre Arbeitsabläufe auf andere Cloud-basierte Kollaborationsdienste zu migrieren.

Dieser Schritt markiert eine weitere Zäsur in der Präsenz des Software-Riesen auf dem chinesischen Markt und folgt einer Reihe von strukturellen Anpassungen der vergangenen Jahre.

Strategische Neuausrichtung und Marktpräsenz

Die Entscheidung, Teams für Privatnutzer in der Volksrepublik nicht weiterzuführen, erfolgt vor dem Hintergrund einer sinkenden Anzahl an physischen Standorten. In den letzten fünf Jahren hat Microsoft mindestens 15 Niederlassungen oder Joint Ventures in China geschlossen.

Bereits im Jahr 2023 hatte das Management einen vollständigen Rückzug aus dem Land erwogen, hält jedoch derzeit an seinem Engagement fest, wobei der Fokus verstärkt auf KI-Lösungen und Cloud-Infrastrukturen liegt.

Finanziell spielt der chinesische Markt für den Konzern eine untergeordnete Rolle. Im Jahr 2024 belief sich der Anteil Chinas am Gesamtumsatz von Microsoft auf lediglich 1,5 %. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte dazu, dass die aktuelle Betriebsumgebung für alle internationalen Anbieter gleichermaßen gelte.

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Dennoch bleibe Microsoft bestrebt, in China präsent zu sein, konzentriere sich dabei jedoch primär auf die Unterstützung chinesischer Unternehmen bei deren internationaler Expansion.

Fokus auf Cloud-Dienste und internationale Expansion

Trotz der Einschränkungen bei Teams forciert Microsoft den Ausbau seiner Azure-Cloud-Sparte für private chinesische Firmen mit globalen Aktivitäten. Zu den prominenten Kunden in diesem Bereich zählen unter anderem der Social-Media-Konzern ByteDance sowie der Online-Händler Shein. Um regulatorische Hürden und Exportbeschränkungen zu bewältigen, unterhält Microsoft weiterhin Ingenieurspersonal in China.

Im Bereich der Software für Behörden konnte der Konzern hingegen weniger Erfolge verbuchen. Die speziell entwickelte „Windows 10 China Government Edition“ blieb hinter den Erwartungen zurück und gilt als wenig erfolgreich. Parallel dazu wurden in den letzten Monaten weitreichende Änderungen im Produktportfolio vorgenommen.

Der Support für den SharePoint Server 2016 sowie die Version 2019 endete bereits am 14.07.2026. Für Dienste wie SharePoint Online und OneDrive for Business sind seit Mai 2026 keine Neukäufe mehr möglich, zudem sollen bestehende Verträge ab Januar 2027 nicht mehr verlängert werden. Diese Maßnahmen wurden von Preiserhöhungen in den Jahren 2025 und 2026 begleitet.

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Investitionen in Künstliche Intelligenz

Während das klassische Softwaregeschäft in China konsolidiert wird, investiert Microsoft massiv in künstliche Intelligenz. Der Konzern erwägt derzeit, Modelle des chinesischen Start-ups DeepSeek als kostengünstige option in sein Angebot Copilot Cowork zu integrieren.

Diese Lösung wird seit dem 16.06.2026 auf Basis der tatsächlichen Nutzung abgerechnet. Dabei betont das Unternehmen, dass die Modelle vollständig in der Azure-Umgebung gehostet werden und Kundendaten innerhalb der Microsoft Cloud verbleiben.

Die globale Bedeutung dieses Segments unterstreichen aktuelle Geschäftszahlen. Der KI-bezogene Umsatz von Microsoft erreichte zuletzt eine annualisierte Run Rate (ARR) von mehr als 37 Mrd. US-Dollar, was einem Wachstum von 123 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Laut Unternehmensangaben nutzen bereits über 90 % der Fortune-500-Unternehmen den Microsoft 365 Copilot.

Eintrübung des Investitionsklimas

Der Rückzug von Teams für Privatnutzer spiegelt auch eine allgemein vorsichtigere Haltung US-amerikanischer Unternehmen in China wider. Daten der US-Handelskammer verdeutlichen diesen Trend: Sahen im Jahr 2019 noch 62 % der befragten Firmen China als eines ihrer Top-Investitionsziele an, sank dieser Wert zuletzt auf 52 %.

Die strukturellen Anpassungen bei Microsoft verdeutlichen, dass sich internationale Technologiekonzerne zunehmend auf spezifische Nischen und großindustrielle Cloud-Lösungen konzentrieren, während das Endkundengeschäft in China an Bedeutung verliert.