Microsoft 365 Copilot: KI-Assistent erhält massive Daten-Integration

Microsoft erweitert seinen KI-Assistenten Copilot um 35 neue Datenquellen wie Google Drive und praktische Features für mehr Produktivität und Kontrolle in Unternehmen.

Microsoft verwandelt seinen KI-Assistenten in eine zentrale Schaltstelle für Unternehmensdaten. Mit 35 neuen Schnittstellen, darunter Google Drive, und praktischen Features wie Ein-Klick-Zusammenfassungen will der Tech-Riese die Produktivität in Büros revolutionieren.

Die Updates dieser Woche markieren einen strategischen Wendepunkt für Microsoft 365 Copilot. Statt eines isolierten Chat-Tools wird die KI zu einer durchgängigen, kontextbewussten Schicht im gesamten digitalen Arbeitsplatz. Das Ziel: die zersplitterte Datenlandschaft in Unternehmen überwinden. Für deutsche Firmen, die oft mit gemischten IT-Umgebungen kämpfen, könnte das der Schlüssel zur breiten KI-Nutzung sein.

Daten-Universum wächst: Google Drive an Bord

Der Kern der Neuerungen sind 35 allgemein verfügbare Copilot-Connector. Mit jetzt über 100 Schnittstellen kann die KI auf ein deutlich breiteres Spektrum interner und externer Daten zugreifen.

Die bemerkenswerteste Ergänzung ist die Integration von Google Drive. Unternehmen, die sowohl Microsoft- als auch Google-Workspace-Umgebungen nutzen, können damit ihre Datei-Indizes für Copilot vereinheitlichen. Nutzer finden und analysieren so Informationen aus Google Drive direkt in ihrer Microsoft-365-Umgebung.

Die neuen Connector decken auch Entwicklertools wie GitHub und GitLab, Projektmanagement-Plattformen wie Asana und Jira sowie Content-Management-Systeme wie WordPress ab. Copilot kann so umfassendere Aufgaben erledigen – etwa Projekt-Updates zusammenfassen, indem es Daten aus Microsoft Planner und einer verbundenen Jira-Instanz zieht.

Praktische Helfer für den Alltag im Büro

Parallel zur Datenintegration rollt Microsoft nutzerfreundliche Features aus. Ein Highlight: Ein Ein-Klick-Zusammenfassungs-Button direkt in Outlook. Nutzer können damit sofort eine Zusammenfassung der gerade gelesenen E-Mail erstellen – ein großer Schritt für effizientes E-Mail-Management.

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Für die Inhalteerstellung steht ein Upgrade an. Copilot wird bald ein neues GPT-Image-1.5-Modell integrieren, das qualitativ hochwertigere Bilder schneller generieren soll. Zudem steht in der Copilot-Chat-Oberfläche jetzt das Modell GPT-5.2 zur Auswahl. Nutzer können zwischen schnelleren Antworten oder tieferer, komplexerer Aufgabenbearbeitung wählen.

Diese Updates zeigen den Trend weg von der KI als Spielerei hin zu nachweisbaren Produktivitätsgewinnen. Die Frage ist: Werden die praktischen Helfer im Arbeitsalltag ankommen?

Mehr Kontrolle für IT-Abteilungen

Die Ankündigungen richten sich auch stark an Entwickler und Administratoren. Die Foundry-Plattform von Microsoft, ein Suite zum Bauen von KI-Agenten, erhielt eine Ein-Klick-Veröffentlichungsfunktion. Damit lassen sich maßgeschneiderte Agenten direkt in Microsoft 365 Copilot und Teams deployen – ohne komplexe Codierung.

Im Bereich Governance lockt Microsoft mit einem Rabatt. Bis zum 30. Juni 2026 erhalten Copilot-Kunden 50 Prozent auf die Microsoft Purview Suite. Das Toolpaket bietet erweiterte Compliance- und Datensicherheitsfunktionen. Es gibt Unternehmen mehr Kontrolle darüber, wie ihre Daten von der KI genutzt werden. Ein kritischer Punkt für die sichere Skalierung von KI-Projekten.

Doch die tiefere Integration stößt nicht nur auf Begeisterung. Nutzerfeedback kritisiert, dass Copilot in Kernfunktionen wie den Windows-11-Datei-Explorer gedrängt wird. Für manche bedeutet das unnötigen Ballast in etablierten Arbeitsabläufen.

Die Zukunft: Agenten-KI mit strenger Kontrolle

Die Entwicklungen der Woche unterstreichen Microsofts Zwei-Säulen-Strategie für 2026. Die erste Säule erweitert die Nutzerfähigkeiten durch bessere Datenanbindung und intuitive Features. Die zweite Säule baut die Kontrollebene für IT-Abteilungen aus – mit verbesserten Tools für Governance, Sicherheit und individuelles Agenten-Deployment.

Der Fokus liegt klar auf der Schaffung „agentenhafter“ KI-Systeme. Diese sollen komplexe, mehrstufige Workflows über verschiedene Anwendungen hinweg bewältigen können. Für Unternehmen, die von ersten Experimenten zur flächendeckenden Nutzung übergehen, wird der Erfolg von Copilot davon abhängen, ob er sich als zuverlässiger, sicherer und nahtlos integrierter digitaler Kollege beweist. Die Erweiterung des Connector-Katalogs ist ein bedeutender Schritt auf diesem Weg.