Microsoft 365 Copilot: Neue Superapp bündelt Home, Code und Autopilot

Microsoft bündelt Copilot-Funktionen in einer neuen Plattform; Unternehmen berichten zugleich von unterschiedlichen Nutzungszahlen und Zeitersparnissen.

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Microsoft hat die nächste Generation seines KI-Assistenten Microsoft 365 Copilot offiziell gestartet und das Tool dabei als zentrale „Superapp“ innerhalb seines Software-Ökosystems neu ausgerichtet. Die Anwendung gliedert sich künftig in die drei Kernbereiche Home, Code und Autopilot. CEO Nadella bezeichnete die technologische Weiterentwicklung laut Berichten als ein neues Betriebssystem für die tägliche Arbeit.

Struktur der neuen Produktivitäts-Plattform

Die Benutzeroberfläche des aktualisierten Dienstes basiert auf einer Drei-Tab-Struktur. Der Bereich „Home“ fungiert als Kommandozentrale für die Zusammenarbeit. Hier werden Funktionen für Chat und Coworking gebündelt, wobei Anwendungen wie Word, Excel und PowerPoint direkt integriert sind.

Nutzer können Dateien erstellen und bearbeiten, ohne die App wechseln zu müssen. Ein sogenannter „Today-Feed“ soll zudem E-Mails, Besprechungen und Teams-Benachrichtigungen bündeln. Diese Funktion soll im nächsten Monat in eine erste private Testphase gehen.

Der Bereich „Code“ stützt sich auf die Technologie von GitHub Copilot. In einer gesicherten Umgebung (Sandbox) innerhalb des Microsoft-365-Mandanten ermöglicht das Tool die Erstellung von Anwendungen mittels natürlicher Sprache. Eine entsprechende Vorschau für Nutzer von Microsoft 365 Premium und Pro ist für das Ende des laufenden Jahres geplant.

Unter dem Namen „Autopilot“ führt der Konzern zudem autonome digitale Agenten ein. Diese verfügen über eine eigene Identität sowie ein Gedächtnis und können innerhalb von Teams oder Outlook direkt angesprochen werden. Diese Agenten sollen komplexe Arbeitsabfolgen selbstständig über längere Zeiträume hinweg im Cloud-Umfeld ausführen, wobei sie den Status ihrer Aufgaben speichern.

Abrechnungsmodell und Marktentwicklung

Für die Nutzung der erweiterten Funktionen führt Microsoft ein duales Abrechnungsmodell ein. Während die Basis-KI-Funktionen weiterhin über ein Abonnement für 30 US-Dollar pro Nutzer und Monat abgerechnet werden, kommen für agentische Lasten und fortgeschrittene Modelle verbrauchsabhängige Gebühren zum Tragen.

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Zur Überwachung dieser Kosten stellt das Unternehmen das Werkzeug „FinOps for AI“ bereit, mit dem Limits für Organisationen oder einzelne Gruppen festgelegt werden können.

Trotz der technologischen Offensive zeigt sich bei der Marktdurchdringung ein geteiltes Bild. Zwar berichtete der Microsoft-Mitarbeiter Nicolas Bustamante von 30 Millionen zahlenden Nutzerplätzen, doch Analysedaten deuten auf eine verhaltene Akzeptanz hin.

Demnach verfügen derzeit nur etwa 3,3 Prozent der insgesamt über 450 Millionen kommerziellen Office-365-Nutzer über eine entsprechende KI-Lizenz. Berichten zufolge haben zudem über 40 Prozent der Tester die Nutzung des Werkzeugs abgebrochen. Microsoft zieht sich zudem aus dem Markt für persönliche KI-Chatbots zurück, um die Ressourcen vollständig auf den Unternehmenssektor zu konzentrieren.

Strategiewechsel bei Hardware und Infrastruktur

Parallel zum Software-Launch erfolgt eine Neuausrichtung der Hardware-Marke. Die im Jahr 2024 eingeführte Bezeichnung „Copilot+ PC“ wird aufgegeben, obwohl neue Geräte wie das Surface Pro 12 und der Surface Laptop 13 die technischen Anforderungen mit einer Rechenleistung von 80 TOPS deutlich erfüllen. Die KI-Funktionen wie Recall oder Live Captions bleiben auf kompatibler Hardware jedoch erhalten.

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Die massiven Investitionen belasten die Infrastruktur und die Bilanz des Konzerns. Die quartalsweisen Ausgaben für Künstliche Intelligenz werden auf 37,5 Milliarden US-Dollar geschätzt. Gleichzeitig fiel die Service-Qualität von GitHub Berichten zufolge zeitweise unter einen Wert von 90 Prozent.

Erste praktische Anwendungen zeigen jedoch Produktivitätsgewinne. Das Unternehmen pladis, das den Copilot bereits im Vorjahr einführte, berichtete von einer durchschnittlichen Zeitersparnis von etwa 12 Stunden pro Monat bei geschulten Mitarbeitern.

Ein spezialisierter Agent für Sicherheitsaufgaben am Standort Carlisle spart laut Firmenangaben jährlich rund 800 Stunden Arbeitszeit ein. Merve Gülşen, Verantwortliche für digitale Technologie bei pladis, erklärte dazu, dass eine anfängliche Skepsis gegenüber der Technologie mittlerweile einer positiven Grundstimmung gewichen sei.