Microsoft 365: Das erwartet Unternehmen 2026

Microsofts Jahresleitfaden kündigt Preisanpassungen ab Juli an, integriert Copilot in Standardpakete und stellt das MS-900-Zertifikat ein. IT-Teams müssen Budgets und Sicherheitsstrategien anpassen.

Für IT-Verantwortliche beginnt das neue Jahr mit klaren Vorgaben: Microsoft hat den Fahrplan für 365 veröffentlicht. Preiserhöhungen, verpflichtende Sicherheits-Updates und die Allgegenwart von KI bestimmen die Agenda.

Der heute veröffentlichte „Jahresleitfaden 2026“ bündelt alle kritischen Neuerungen, die im Spätjahr 2025 angekündigt wurden. Er soll Unternehmen durch ein Jahr führen, das von tiefgreifenden Veränderungen geprägt ist. Mit Preisanpassungen ab Juli und der Einstellung grundlegender Zertifizierungen im ersten Quartal wird das Dokument zum unverzichtbaren Werkzeug für IT-Leiter und Personalentwickler.

Budgetplanung: Preiserhöhungen ab Juli 2026

Eines der dringlichsten Themen ist die globale Preisanpassung für die kommerziellen Microsoft-365-Pakete. Sie tritt am 1. Juli 2026 in Kraft und erfordert eine sofortige Budgetplanung für das Geschäftsjahr 2027.

Die Erhöhungen spiegeln die Integration bisher kostenpflichtiger Zusatzfunktionen wider. Konkret steigt Microsoft 365 Business Basic um 1 US-Dollar auf 7 US-Dollar pro Nutzer/Monat. Business Standard wird um 1,50 US-Dollar teurer und kostet dann 14 US-Dollar. In der Enterprise-Klasse legt Office 365 E3 um 3 US-Dollar auf 26 US-Dollar zu. Das umfassende Microsoft 365 E3 steigt auf 39 US-Dollar. Die Premium-Suite E5 wird um 3 US-Dollar auf 60 US-Dollar angehoben.

Der Leitfaden rät IT-Administratoren, noch im ersten Quartal eine Lizenznutzungsprüfung durchzuführen. Inaktive Nutzer oder überflüssige Lizenzen sollten identifiziert werden, bevor die höheren Stückkosten wirksam werden.

Die KI-reife Belegschaft: Copilot wird zum Standard

2026 wird das Jahr, in dem generative KI von der Neuheit zum Standardwerkzeug wird. Die große Neuerung: Microsoft Copilot ist nicht länger ein Enterprise-Add-on.

Seit Ende 2025 ist der KI-Assistent direkt in die Business Basic- und Business Standard- Pakete integriert. Damit erhalten auch kleine und mittlere Unternehmen Zugang. Ein Schulungsschwerpunkt im Januar ist die neue „Tools“-Funktion im Copilot Chat. Sie ermöglicht den direkten Zugriff auf aufgabenspezifische KI-Agenten innerhalb der Chat-Oberfläche – etwa für Dokumentenerstellung oder Datenanalyse.

Für Weiterbildungsverantwortliche bedeutet das eine Abkehr von einfachen Prompt-Engineering-Kursen. Die neuen Lernpfade für 2026 konzentrieren sich auf „agentenunterstützte Workflows“. Sie sollen Mitarbeitern zeigen, wie sie Copilot für konkrete Geschäftsprozesse nutzen können, nicht nur zur Inhaltsgenerierung.

Sicherheit und Geräteverwaltung: Neue Mindeststandards

Der Leitfaden beschreibt einen Paradigmenwechsel in Microsofts Sicherheitsarchitektur. Ein „Security by Default“-Ansatz hebt den Grundschutz für alle Abonnenten an. Mehrere Sicherheitsprodukte werden in die Kernpakete integriert.

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Die neuen Security-by-Default‑Regeln und die Integration von Defender sowie Security Copilot zeigen, dass IT‑Teams jetzt ihre Abwehrstrategien überdenken müssen. Ein kostenloses E‑Book „Cyber Security Awareness Trends“ erklärt, welche aktuellen Bedrohungen deutsche Unternehmen besonders treffen, wie KI‑Tools SOCs unterstützen und welche pragmatischen Maßnahmen sofort Schutz bringen — auch ohne große Zusatzbudgets. Ideal für IT‑Leiter, die Microsoft‑365‑Änderungen operativ absichern wollen. Gratis E‑Book „Cyber Security Awareness Trends“ herunterladen

Microsoft Defender for Office 365 (Plan 1) ist jetzt fester Bestandteil der Microsoft 365 E3-Suite. Diese essenzielle Schutzfunktion gegen Phishing und Malware war zuvor ein separates Add-on. Für E5-Kunden wurde das Paket um Microsoft Security Copilot erweitert, ein KI-Tool zur Unterstützung von Security Operations Centers (SOCs).

Zudem werden Endpoint-Management-Funktionen ausgebaut. Features des Intune Plan 2 – wie Remote Help und Advanced Analytics – sind nun in E3 und E5 enthalten. IT-Teams können so möglicherweise Drittanbieter-Tools einsparen und einen Teil der Lizenzkostenerhöhung kompensieren.

Zertifizierungs-Update: Aus für MS-900-Grundlagenzertifikat

Eine kritische Warnung im Schulungsteil betrifft die Zertifizierungslandschaft. Die Prüfung „Microsoft 365 Certified: Fundamentals (MS-900)“ wird am 31. März 2026 eingestellt.

Dies markiert einen Strategiewechsel bei Microsoft: Weg von statischem Plattformwissen, hin zu rollenbasierten und KI-zentrierten Kompetenzen. Der Leitfaden rät angehenden Zertifizierten, ihre Lernpläne zu beschleunigen.

An die Stelle des Fundamentals-Kurses treten neue Micro-Credentials und aktualisierte Zertifikate. Sie legen den Fokus auf Microsoft Entra ID (ehemals Azure AD), Purview für Compliance und Copilot Studio zur Erstellung eigener KI-Agenten. Experten empfehlen IT-Mitarbeitern, sich im Microsoft Graph PowerShell SDK zu üben. Automatisierung wird zum Schlüssel, um die wachsende Komplexität der Microsoft-365-Umgebung zu beherrschen.

Wettbewerbsdruck treibt Bündelung voran

Die Konsolidierung von Intune- und Defender-Funktionen in die E3-Stufe wird als direkte Reaktion auf Konkurrenten im Markt für Unified Endpoint Management (UEM) gewertet. Durch das Bündeln dieser Tools bindet Microsoft Kunden enger an sein Ökosystem. Die Rechtfertigung für „Best-of-Breed“-Lösungen einzelner Anbieter wird schwieriger.

Der Rest des Jahres 2026 wird voraussichtlich weitere Ankündigungen bringen – etwa zur Abschaffung der Legacy-Authentifizierung und zum vollständigen Auslaufen klassischer Exchange Online-Features. Die Roadmap deutet an, dass sich der Fokus im dritten Quartal auf autonome KI-Agenten verlagern wird. Copilot soll dann proaktivere Rollen im Projektmanagement und der IT-Administration übernehmen.

Die Prioritäten für Januar sind jedoch klar: Das Budget an die Juli-Preise anpassen, die neuen Sicherheitsfunktionen in E3 aktivieren und Zertifizierungskandidaten über die MS-900-Prüfung vor der März-Frist bringen. Die Ära der KI-integrierten Produktivität ist keine Zukunftsvision mehr. Sie ist die operative Realität des Jahres 2026.

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