Der Softwarekonzern Microsoft leitet einen weitreichenden Umbau seiner Lizenzmodelle für den Bildungssektor ein. Das Unternehmen stellt das langjährige Basisangebot Office 365 A1 sowie das Programm Student Use Benefit schrittweise ein.
Im Zuge dieser Neuausrichtung entfällt für Schulen und Hochschulen künftig auch das bisher kostenlose Basisspeichervolumen von 100 Terabyte. Microsoft bezeichnet die Maßnahmen als das größte Portfolio-Update für Microsoft 365 Education seit mehr als einem Jahrzehnt.
Der Verkauf von Office 365 A1 über den direkten Web-Kanal wurde bereits gestoppt. Zum 1. Mai 2027 folgt das Vertriebsende über Partner, Cloud Solution Provider (CSP) und die klassische Volumenlizenzierung.
Einrichtungen mit bestehenden Verträgen vor diesem Stichtag behalten ihre Lizenzen bis zum Ende der Vertragslaufzeit; ab dem 1. Januar 2028 sind Verlängerungen jedoch ausgeschlossen. Zeitgleich beendet der Konzern zum 1. Januar 2028 das Angebot Office 365 A1 vollständig.
Wegfall kostenloser Alumnidienste und neues Speichermodell
Mit dem Stichtag zum 1. Januar 2028 treten weitere Einschränkungen in Kraft. Das Programm Student Use Benefit endet in sämtlichen Programmen einschließlich CSP und Volumenlizenzierung. Zudem stellt Microsoft den kostenlosen Dienst Exchange Online für Alumni ein; Bildungseinrichtungen müssen für diesen Personenkreis künftig auf ein kostenpflichtiges Modell über CSP oder das Enrollment for Education Solutions (EES) ausweichen.
Auch die Speicherstruktur wird grundlegend reformiert: Das bisherige Kontingent von 100 Terabyte Basisspeicher entfällt ab der ersten Vertragsverlängerung nach dem 1. Januar 2028. Künftig speist sich die Speicherkapazität aus festen Beiträgen pro Lizenz. Für Studierende mit einer Lizenz der Stufe A2 stellt Microsoft 4 Gigabyte bereit, für A3 sind es 8 Gigabyte und für A5 sowie A7 jeweils 12 Gigabyte.
Im Lehrkörperbereich betragen die Zuweisungen 50 Gigabyte für A2, 75 Gigabyte für A3 und 150 Gigabyte für A5 und A7. Für die neue kostenfreie Stufe A0 für Studierende ist kein Speicherbeitrag vorgesehen. Zusätzlicher Speicherplatz lässt sich künftig in Paketen zu je 10 Terabyte hinzukaufen.
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Im Bereich der akademischen Volumenlizenzierung vereinheitlicht das Unternehmen zudem ab dem 1. Mai 2027 die Preisstufen, wodurch gestaffelte Volumenrabatte bei Verlängerungen wegfallen.
Neuordnung des Portfolios von A0 bis A7
Als Ersatz für die auslaufenden Produkte gliedert Microsoft sein Angebot künftig in die Stufen A0, A2, A3, A5 und A7, jeweils unterteilt nach Lehrkräften und Studierenden sowie in Varianten mit oder ohne die Kollaborationsplattform Teams. Die Stufe A2 startet am 1. Dezember 2026. Die weiteren Stufen A0, A3 und A5 stehen ab dem 1. Januar 2028 neu zum Erwerb bereit.
Das für Studierende kostenlose Microsoft 365 A0 positioniert der Konzern als direkten Ersatz für Office 365 A1. Die Nutzung ist jedoch an Bedingungen geknüpft: Institutionen müssen ihr Lehrpersonal vollständig mit Lizenzen ab A2 ausstatten, und es wird eine aktive Windows-Nutzung vorausgesetzt.
Dienste wie Exchange, SharePoint und Teams sind darin nicht enthalten. Während Konkurrent Google im kostenlosen Studentenbereich sein Modell Gemini Basic integriert, verzichtet Microsoft bei A0 auf KI-Funktionen.
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Die Richtpreise für die neuen Lizenzen variieren, wobei Partner die endgültigen Beträge festlegen. A2 soll für Studierende bei 2 US-Dollar pro Jahr liegen, mit Teams bei 3 US-Dollar. Für Lehrkräfte fallen 34 US-Dollar beziehungsweise 46 US-Dollar an.
Die Preise für A3 und A5 ändern sich im Vergleich zum bisherigen Niveau kaum: A3 liegt bei 4 US-Dollar für Studierende (5 US-Dollar mit Teams) und 45 US-Dollar für Lehrkräfte (54 US-Dollar mit Teams). Für A5 nennt Microsoft 6 US-Dollar für Studierende (7 US-Dollar mit Teams) sowie 105 US-Dollar für Lehrkräfte (117 US-Dollar mit Teams).
Neu im Bildungsbereich ist zudem das Spitzenpaket MA7, das funktional dem kommerziellen Enterprise-Plan E7 entspricht. Es umfasst neben E5 auch Microsoft 365 Copilot, Agent 365 sowie Komponenten der Intune-Suite.
Für Lehrkräfte gewährt Microsoft hierbei einen Rabatt von bis zu 60 Prozent auf den regulären Unternehmenspreis von 99 US-Dollar pro Nutzer und Monat. Im Bildungssektor belaufen sich die Jahrespreise auf 385 US-Dollar für Studierende (386 US-Dollar mit Teams) und 430 US-Dollar für Lehrkräfte (442 US-Dollar mit Teams).
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