Microsoft verändert die Konditionen seiner Microsoft-365-Abonnements grundlegend. Der Softwarekonzern plant, den Zugriff auf KI-Funktionen des Assistenten Copilot in den Tarifen Family und Premium auf bis zu fünf weitere Mitglieder eines Plans auszuweiten.
Gleichzeitig schrumpft jedoch das verfügbare Speichervolumen des Cloud-Dienstes OneDrive: Statt fester Kontingente von 1 TB pro Person stellt Microsoft künftig einen gemeinsamen Speicherpool bereit.
Umstellung auf einen gemeinsamen Cloud-Speicherpool
Die Neuregelung betrifft vor allem Mehrnutzer-Abonnements. In den Tarifen Microsoft 365 Family und Premium stand bisher jedem von bis zu sechs Nutzern ein eigenes Speichervolumen von 1 TB zu, was einer Gesamtkapazität von 6 TB entsprach. Künftig teilt sich die gesamte Gruppe einen Pool von insgesamt 2 TB.
Wird der Tarif von sechs Personen vollständig ausgeschöpft, bedeutet dies einen Rückgang des Gesamtspeichers um 66,6 Prozent beziehungsweise bis zu 4 TB. Für den Pro-Plan ist künftig ein Gemeinschaftsspeicher von 5 TB vorgesehen, was einem Verlust von bis zu 1 TB gegenüber dem vorherigen Maximalwert entspricht.
Durch die neuen Speicherlimits bei Microsoft 365 wird die effiziente Verwaltung Ihrer Daten wichtiger denn je. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie die Cloud-Funktionen optimal nutzen und Ihre Dateien jederzeit sicher im Griff haben. OneDrive Startpaket jetzt kostenlos herunterladen
Innerhalb des neuen Modells entfällt das starre Limit von 1 TB pro Person. Ein einzelnes Mitglied kann theoretisch die gesamten 2 TB belegen, sofern die übrigen Nutzer den Platz nicht beanspruchen. Gespeicherte Dateien und individuelle Konten bleiben dabei weiterhin privat.
Microsoft begründete diesen Schritt mit einer flexibleren Zuteilung der Speicherkapazitäten. Einen Zusammenhang mit dem Ausbau der eigenen KI-Infrastruktur hat das Unternehmen nicht bestätigt. Der Einzeltarif Microsoft 365 Personal, der 1 TB Speicherplatz bietet, bleibt von den Anpassungen unberührt.
Übergangsfristen und Konditionen für Bestandskunden
Für neu abgeschlossene sowie geänderte Abonnements greift die Speicherumstellung seit dem 8. Oktober 2026. Auf Supportseiten des Konzerns fanden sich vereinzelt auch abweichende Angaben, die den Start auf den 7. Oktober datierten.
Bestehende Abonnenten sind zunächst nicht unmittelbar betroffen. Für sie wird das neue Speichermodell erst bei der ersten Verlängerung am oder nach dem 2. Mai 2027 wirksam, sofern kein vorzeitiger Tarifwechsel erfolgt; manche Dokumentationen nannten hierfür alternativ auch den 1. April 2027.
Bestandskunden in bestimmten Regionen könnten vorübergehend kostenlosen Bonus-Speicher erhalten, wobei Kriterien und Umfang bisher nicht näher erläutert wurden. Bereits erworbener Zusatzspeicher wird auf das neue Kontingent angerechnet.
Wer seine Dokumente und Fotos aufgrund der neuen Speicherregeln künftig öfter teilen oder verschieben muss, findet in diesem Gratis-Leitfaden wertvolle Unterstützung. Erfahren Sie, wie Sie versehentlich gelöschte Dateien einfach wiederherstellen und den Cloud-Speicher für Ihre Liebsten einrichten. Kostenloses OneDrive-Startpaket für Einsteiger sichern
Sollte der Speicherpool überschritten werden, müssen Dateien gelöscht oder zusätzlicher Speicherplatz erworben werden, wobei eine Aufbewahrungsfrist von bis zu einem Jahr gilt. Insgesamt lässt sich die Kapazität auf bis zu 10 TB erweitern.
Preislich liegt Microsoft 365 Family in den USA bei 129,99 US-Dollar jährlich, während die Personal-Variante 99,99 US-Dollar pro Jahr kostet. Zusätzlicher Speicherplatz beginnt bei 1,99 US-Dollar monatlich für 200 GB, während 1 TB zusätzliche Kapazität mit 9,99 US-Dollar im Monat veranschlagt wird. In Indien betragen die Kosten für das Family-Abo ₹819 monatlich oder ₹8.199 im Jahr, für Premium fallen ₹1.999 pro Monat oder ₹19.999 im Jahr an.
Erweiterte Freigabe für KI-Funktionen
Parallel zur Speicherreduktion öffnet Microsoft die Nutzung von Copilot für weitere Teilnehmer eines Abonnements. In den Tarifen Family und Premium soll die KI-Nutzung künftig mit bis zu fünf weiteren Mitgliedern geteilt werden können, sodass bis zu sechs Personen pro Plan Zugriff erhalten. Kontoinhaber erhalten die Möglichkeit, die Freigabe für jüngere Familienmitglieder individuell zu steuern.
Dabei sollen bisherige individuelle Beschränkungen durch ein gemeinsames Nutzungskontingent für die Gruppe ersetzt werden, welches sich bei Bedarf kostenpflichtig erweitern lässt.
Diese Copilot-Funktionen sind allerdings noch nicht allgemein verfügbar und wurden von Microsoft bislang nicht offiziell bestätigt. Dokumentationshinweise des Konzerns weisen zudem darauf hin, dass der volle Funktionsumfang von Copilot weiterhin dem primären Kontoinhaber vorbehalten bleiben könnte.
Mehr zum Thema bei The Verge: „Microsoft 365 Family subscribers will finally be able to share AI benefits“

