Microsoft 365: GPT-5.6 schlägt Claude um 13,1 Punkte

Microsoft integriert GPT-5.6 in M365 Copilot und erweitert Azure AI Foundry um Claude-Modelle sowie neue Agenten.

Im Zentrum stehen die Integration von OpenAIs neuester Modellfamilie in das Microsoft-365-Ökosystem sowie der Ausbau der Azure-AI-Foundry-Plattform. Für Unternehmen und Privatanwender in Deutschland und Europa ergeben sich daraus weitreichende Veränderungen.

GPT-5.6 wird zum Herzstück von Microsoft 365 Copilot

Seit dem 9. Juli 2026 nutzt Microsoft 365 Copilot OpenAIs GPT-5.6 als bevorzugtes Modell. Der Upgrade betrifft die Kernanwendungen Word, Excel, PowerPoint, Outlook und Teams sowie die speziellen Cowork- und Copilot-Chat-Funktionen. Der Wechsel von GPT-4 zu GPT-5.6 verspricht laut Microsoft präzisere Ergebnisse, bessere logische Schlussfolgerungen und eine höhere Aufgabenqualität.

Die neue Modellfamilie umfasst drei Varianten: Sol als Flaggschiff, Terra für ausgewogene Leistung und Luna als kosteneffiziente Alternative. OpenAIs Benchmarks zeigen: Das Spitzenmodell Sol erreichte beim „Agents‘ Last Exam“ 53,6 Punkte – satte 13,1 Punkte mehr als Claude Fable 5. Bei Programmieraufgaben erzielte Sol einen Wert von 80 auf dem Coding Agent Index – und das bei halben Kosten im Vergleich zum Vorgänger.

Microsoft hat die Integration vorbereitet: Seit dem 23. Juni steht OpenAI als Unterauftragsverarbeiter zur Verfügung. Für manche Nutzer bleibt die Funktion zunächst deaktiviert, die automatische Aktivierung für berechtigte Kunden ist für den 24. Juli 2026 vorgesehen – sofern Administratoren nicht widersprechen. Bestimmte Zertifizierungen wie FedRAMP High, PCI DSS und HITRUST bleiben vorerst ausgenommen.

Azure AI Foundly wächst: Claude-Modelle und neue Agenten

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Am 10. Juli 2026 gab Microsoft die allgemeine Verfügbarkeit von Claude 3.5 Sonnet und Claude 3.5 Haiku innerhalb der Azure AI Foundry bekannt. Unternehmenskunden können nun die Modelle des Konkurrenten Anthropic nutzen, ohne ein separates Konto zu benötigen. Die Integration mit Azure-Diensten wie Entra ID und Azure Monitor ist nahtlos.

Die Preise: Sonnet kostet drei Euro pro Million Eingabe-Token und 15 Euro pro Million Ausgabe-Token. Haiku liegt bei 0,25 Euro beziehungsweise 1,25 Euro.

Gleichzeitig starteten die Foundry Hosted Agents in die allgemeine Verfügbarkeit. Diese verwalteten Laufzeitumgebungen unterstützen langlebige Agenten für verschiedene Modelle und sind framework-unabhängig – kompatibel mit Python 3.13, Python 3.14 und .NET 10. Die Integration mit Microsoft 365 Copilot und Teams ist für Ende Juli 2026 geplant. Die Abrechnung erfolgt containerbasiert.

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Microsoft Research veröffentlichte am 9. Juli Aurora 1.5 – ein Basismodell für die Wettervorhersage. Es umfasst nun 22 Variablen und unterstützt stündliche Vorhersagen sowie probabilistische Ensemble-Prognosen. Der Code und die Prüfpunkte stehen Forschern zur Verfügung.

Doch Microsoft setzt KI nicht nur für Kunden ein, sondern auch für die eigene Sicherheit. Das Unternehmen gewährte Einblicke in MDASH (Multi-Model Agentic Scanning Harness), ein System zur automatischen Erkennung von Sicherheitslücken. Die zweistufige Pipeline nutzt einen Multi-Modell-Debatte-Prozess, gefolgt von einer Windows-spezifischen Prüfstrecke. Dieser Schritt folgt auf frühere Berichte, wonach Microsoft eigene interne Modelle namens MAI entwickelt, um Betriebskosten zu senken – ohne die Partnerschaft mit Drittanbietern aufzugeben.