Ab Juli werden etliche Microsoft-365-Lizenzen teurer – um bis zu einem Drittel.
Der Softwarekonzern aus Redmond erhöht zum 1. Juli 2026 die Preise für sieben gewerbliche Lizenzmodelle. Betroffen sind unter anderem Business Basic, Business Standard, Office 365 E3 sowie verschiedene Enterprise- und Frontline-Varianten. Je nach Lizenz steigen die Kosten zwischen fünf und 33 Prozent.
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Bis zu 18.000 Euro Mehrkosten für Mittelständler
Besonders deutlich wird der Aufschlag bei Microsoft 365 E3: Pro Nutzer kommen monatlich drei Dollar hinzu – aufs Jahr gerechnet 36 Dollar pro Mitarbeiter. Für ein mittelständisches Unternehmen mit 500 Angestellten bedeutet das satte 18.000 Dollar zusätzliche Ausgaben jährlich.
Bestandskunden zahlen zunächst noch ihre alten Preise – bis zum nächsten Verlängerungstermin. Microsoft kündigt an, betroffene Unternehmen über das Nachrichtencenter rechtzeitig zu informieren, und zwar 30 Tage vor der jeweiligen Vertragsverlängerung.
Branchenkenner von Gartner schätzen, dass zwischen 25 und 30 Prozent der Ausgaben für Software-as-a-Service auf ungenutzte Lizenzen entfallen. Kein Wunder also, dass viele Firmen jetzt ihre Verträge genau unter die Lupe nehmen dürften.
Neue Top-Lizenz und mehr Leistung fürs Geld
Die Preiserhöhung kommt nicht von ungefähr. Bereits am 1. Mai 2026 führte Microsoft mit Microsoft 365 E7 eine neue Premium-Lizenz ein. Sie bündelt E5 mit Copilot, der Entra Suite und Agent 365.
Gleichzeitig packt der Konzern mehr Funktionen in bestehende Tarife. Die Intune Suite, bisher ein kostenpflichtiges Add-on für zehn Dollar pro Nutzer und Monat, ist ab sofort in der E5-Lizenz enthalten – ohne Aufpreis. Auch die E3-Version profitiert: Intune Plan 2, Remote Help und Advanced Analytics wandern ebenfalls in den Basistarif. Der Rollout begann im Juni und soll bis zum 1. August abgeschlossen sein.
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Weitere Verbesserungen: mehr Sicherheitsfunktionen, zusätzliche Intune-Features und 50 Gigabyte extra E-Mail-Speicher für ausgewählte Business-Pläne.
Copilot wird zur Kostenfalle?
Am 16. Juni 2026 startete Microsoft die allgemeine Verfügbarkeit von Copilot Cowork. Das Besondere: Statt einer Flatrate gibt es jetzt eine nutzungsabhängige Abrechnung. Zwar bleibt die Basis-Lizenz mit 30 Dollar pro Nutzer und Monat bestehen, doch für agentische Aufgaben werden sogenannte Copilot Credits fällig.
Ein Credit kostet im Pay-as-you-go-Modell einen Cent. Leichte Aufgaben verschlingen zwischen 70 und 200 Credits, schwere können über 1.500 Credits kosten. Ein normaler Wissensarbeiter verbraucht schätzungsweise 50 bis 200 Credits täglich.
Um böse Überraschungen zu vermeiden, rät Microsoft den IT-Abteilungen, Credit-Pools einzurichten und Budgets zu überwachen. Gerüchten zufolge prüft der Konzern zudem den Einsatz günstigerer KI-Modelle – darunter eine angepasste Version von DeepSeek V4 auf Azure. Eine Entscheidung soll in den kommenden Wochen fallen.
Milliardeninvestitionen und juristische Baustellen
Die neuen Preise kommen zu einem heiklen Zeitpunkt. Eine Sammelklage vor dem US-Bezirksgericht für den Westbezirk von Washington wirft Microsoft vor, falsche Angaben zu Copilot gemacht zu haben – unter anderem zu Daten-Silos, Kapazitätsengpässen und schlechter Nutzererfahrung. Klageberechtigt sind Aktionäre, die zwischen dem 1. Mai 2025 und dem 28. Januar 2026 Anteile hielten.
Hintergrund: Am 28. Januar 2026 hatte Microsoft enttäuschende Quartalszahlen vorgelegt. Das Azure-Wachstum war gebremst, weil Ressourcen in Copilot flossen. Die Investitionen erreichten 37,5 Milliarden Dollar im zweiten Quartal des Geschäftsjahres. Gleichzeitig lag die Zahl der zahlenden Copilot-Nutzer unter den Erwartungen. Die Folge: Der Aktienkurs rauschte am 29. Januar um fast zehn Prozent in den Keller.
Aktionäre haben bis zum 11. August 2026 Zeit, die Führung in dem Verfahren zu beantragen.

