Der Softwarekonzern erhöht zum 1. Juli die Preise für seine Büro-Suite massiv. Gleichzeitig ermitteln italienische Wettbewerbshüter gegen Microsoft.
Microsoft kündigt für den 1. Juli 2026 umfangreiche Preiserhöhungen für Microsoft 365 an. Betroffen sind sowohl Geschäftskunden als auch Enterprise-Kunden. Die Aufschläge liegen je nach Lizenzmodell zwischen fünf und 43 Prozent. Parallel dazu hat die italienische Wettbewerbsbehörde ein Verfahren gegen den Konzern eingeleitet – wegen möglicher Intransparenz bei der automatischen Umstellung von Nutzern auf teurere Tarife.
Die neuen Preise im Überblick
Die Anpassungen treffen vor allem kleinere Unternehmen und Mitarbeiter in der Produktion. Microsoft 365 Business Basic steigt von 6 auf 7 Euro pro Nutzer – ein Plus von 16 Prozent. Business Standard verteuert sich von 12,50 auf 14 Euro (plus zwölf Prozent). Unverändert bleibt mit 22 Euro lediglich Business Premium.
Deutlich härter trifft es die F3-Lizenz für Frontline-Mitarbeiter: Sie steigt von 8 auf 10 Euro – ein Anstieg um 25 Prozent. Bei bestimmten Frontline-Lizenzen sind sogar Aufschläge von bis zu 43 Prozent möglich.
Auch Enterprise-Kunden müssen tiefer in die Tasche greifen: Die E3-Lizenz klettert von 36 auf 39 Euro, die E5-Lizenz steigt um rund fünf Prozent von 57 auf 60 Euro. Hinzu kommen Preisanpassungen bei Dynamics 365 und der Power Platform zwischen fünf und 17 Prozent, abhängig von der konkreten Lizenz.
Bestandskunden können die alten Preise noch bis zum ersten Verlängerungstermin nach dem 1. Juli halten – sofern sie vorher aktiv werden.
Italienische Wettbewerbshüter schalten sich ein
Am 26. Juni 2026 leitete die italienische Kartellbehörde ein Untersuchungsverfahren gegen Microsoft ein. Im Fokus steht die Frage, ob Nutzer ausreichend über die Integration von KI-Tools wie Copilot und Designer informiert werden. Besonders kritisch: Die Behörde prüft den Vorwurf, dass Microsoft Anwender automatisch in teurere Abonnements verschiebt – ohne deren aktive Zustimmung.
Parallel dazu prüft die EU-Kommission, ob Microsoft Azure und Amazon Web Services (AWS) künftig als Gatekeeper unter dem Digital Markets Act (DMA) eingestuft werden. Eine Entscheidung wird noch für 2026 erwartet. Eine solche Einstufung würde strengere Wettbewerbsregeln für die Cloud-Anbieter bedeuten.
Microsoft 365 wird ab Juli 2026 bis zu 43% teurer. Wer seine Verträge vor dem 30. Juni verlängert, sichert sich die alten Preise für ein weiteres Jahr. Der kostenlose Spar-Report zeigt, wie Sie Ihre Lizenzstruktur optimieren und unnötige Mehrkosten vermeiden. Spar-Report per E-Mail anfordern
Handlungsdruck für Unternehmen: Jetzt handeln
Technologieberater raten Unternehmen dringend, ihre Lizenzstrukturen vor dem 30. Juni 2026 zu überprüfen. Wer bestehende Verträge verlängert oder jährliche Verpflichtungen eingeht, sichert sich die aktuellen Preise für ein weiteres Jahr.
Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Kanzlei oder ein Unternehmen mit 50 Arbeitsplätzen könnte durch eine Überprüfung der Lizenzstufen und eine Anpassung an die tatsächliche Nutzung jährliche Mehrkosten von rund 900 Euro vermeiden.
Milliardenausgaben der öffentlichen Hand
Die steigenden Softwarekosten belasten zunehmend die öffentlichen Haushalte. In Deutschland gaben Bund, Länder und Kommunen zwischen 2017 und 2025 über 1,9 Milliarden Euro für Microsoft-Lizenzen aus. Allein für 2025 werden Ausgaben von mehr als 481 Millionen Euro erwartet – ein Anstieg um 38 Prozent im Vergleich zu 2024.
Bemühungen um Alternativen wie die Open-Source-Lösung OpenDesk zeigen bislang kaum Wirkung: Aktuell sind weniger als 9.000 Lizenzen im Einsatz.
KI-Funktionen und technische Neuerungen
Zum 1. Juli führt Microsoft zudem neue Lizenzvarianten (SKUs) für Business Standard und Business Premium ein, die den KI-Assistenten Copilot enthalten. Die KI wird dann in Word, Excel, Outlook, Teams und OneDrive integriert sein. Marktforscher rechnen damit, dass die Zahl der Copilot-Lizenzen bis zum dritten Quartal 2026 die 20-Millionen-Marke überschreiten wird.
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Darüber hinaus gibt es technische Änderungen:
- Sicherheitszertifikate: Nach Ablaufproblemen am 24. Juni 2026 stellt Microsoft auf UEFI CA 2023 für Secure Boot um. Weitere Zertifikatsabläufe stehen am 27. Juni und 19. Oktober 2026 an. Unternehmen müssen die Updates aus dem Juni-Patchday einspielen.
- Windows 11: Microsoft stellte klar, dass 8 GB RAM für den Standardbetrieb ausreichen – für Copilot+ Funktionen werden jedoch 16 GB empfohlen.
- KI-Service-Management: Das Unternehmen Mizo launchte am 24. Juni 2026 einen KI-gesteuerten Service-Desk-Agenten, der M365-Aufgaben wie Passwortzurücksetzungen und Lizenzzuweisungen autonom über die Microsoft Graph API erledigt.
- OneDrive: Ein neues Bibliotheks-Erlebnis für OneDrive im Web soll Mitte Juli 2026 mit verbesserten Filter- und Sortierfunktionen starten.

