Microsoft 365: Sicherheits-Patch und neue Lizenzregeln fordern IT-Abteilungen

Microsoft 365 erhält einen kritischen Patch für Copilot, führt neue bezahlte Abo-Verlängerungen ein und kündigt Preisanpassungen für Juli 2026 an. IT-Verantwortliche stehen vor umfassenden Prüfungen.

Für IT-Verantwortliche wird die Verwaltung von Microsoft 365 komplexer. Ein globaler Sicherheits-Patch für Copilot und neue Abo-Regeln erfordern jetzt umfassende Prüfungen.

Kritischer Patch für KI-Assistenten abgeschlossen

Der zentrale Punkt dieser Woche ist die weltweite Auslieferung eines wichtigen Sicherheits-Updates für Microsoft 365 Copilot. Das Problem, intern als CW1226324 geführt, bestand seit dem 21. Januar 2026. Der Fehler ermöglichte es der KI, E-Mails aus Entwürfen und dem Gesendet-Ordner zu verarbeiten und zusammenzufassen – selbst wenn diese Nachrichten mit Vertraulichkeits-Labels und Data Loss Prevention (DLP)-Richtlinien geschützt waren.

Microsoft rollte den korrigierenden Patch ab dem 12. Februar etappenweise aus. Seit dem 20. Februar ist er für alle Unternehmenskunden verfügbar. Das Unternehmen betont, dass der Fehler zwar die DLP-Ausschlüsse umging, Nutzern aber keinen Zugang zu Informationen verschaffte, die sie nicht ohnehin einsehen durften. IT-Sicherheitsexperten raten nun zu gründlichen Audits der Microsoft-365-Umgebungen. Administratoren sollten prüfen, ob ihre Sensitivitäts-Labels und Zero-Trust-Prozesse korrekt konfiguriert sind, um die schnelle KI-Integration abzusichern.

Anzeige

Angesichts des Copilot-DLP-Fehlers und der wachsenden KI-Risiken sollten IT-Verantwortliche jetzt präventiv handeln. Das kostenlose E‑Book „Cyber Security Awareness Trends“ bietet einen kompakten Überblick zu aktuellen Bedrohungen, relevanten Gesetzen (inkl. KI-Regulierung) und sofort umsetzbaren Schutzmaßnahmen – ideal für IT- und Sicherheitsverantwortliche, die ihre Umgebung schnell stärken wollen. Jetzt kostenloses Cyber-Security-E-Book herunterladen

Neue Regeln: Bezahlte Verlängerung statt Kulanzfrist

Parallel zur Sicherheitslage müssen sich Administratoren auf strukturelle Änderungen im Abo-Management einstellen. Seit dem 9. Februar 2026 gilt für direkte Abonnements unter dem Microsoft Customer Agreement der neue Paid Extended Service Term (EST).

Diese Regelung beendet die bisherige automatische, kostenlose Kulanzphase nach Ablauf eines Abonnements. Kunden, die ihr Abo nicht rechtzeitig verlängern oder kündigen, müssen jetzt für eine monatliche, bezahlte Verlängerung optieren, um den Dienstbetrieb aufrechtzuerhalten. Der EST schlägt mit einem Aufschlag von drei Prozent auf den Standardpreis zu Buche. Für Einkaufsabteilungen bedeutet das: Ablaufdaten müssen strenger überwacht und Verlängerungen deutlich früher genehmigt werden, um unerwartete Zusatzkosten und Betriebsunterbrechungen zu vermeiden.

Preisanpassungen ab Juli 2026 fordern Planung

Die Strategie im Lizenzmanagement wird maßgeblich von anstehenden Preiserhöhungen beeinflusst. Wie Microsoft bereits im Dezember 2025 ankündigte, treten zum 1. Juli 2026 globale Anpassungen bei Preisen und Paketen in Kraft. Grund sind über 1.100 neue Funktionen, vor allem im KI- und Sicherheitsbereich.

Konkret steigt Microsoft 365 Business Basic von 6 auf 7 US-Dollar pro Nutzer und Monat. Business Standard erhöht sich von 12,50 auf 14 Dollar. Auch Enterprise-Pläne werden teurer: Office 365 E3 klettert von 23 auf 26 Dollar. Auffällig ist die Ausnahme: Der Preis für Microsoft 365 Business Premium bleibt bei 22 Dollar stabil. Für Lizenzspezialisten macht genau das diesen Tarif zu einem attraktiven Ziel für Konsolidierungen. Unternehmen können so maximale Sicherheits- und Gerätemanagement-Features nutzen, ohne die prozentualen Erhöhungen der Basistarife zu tragen.

Security Copilot wird zum Standard für E5-Kunden

Während die Kosten steigen, wächst gleichzeitig der Wert der Top-Tarife. Berichten zufolge stellt Microsoft Security Copilot nun allen Microsoft 365 E5-Kunden zur Verfügung.

Diese Erweiterung integriert KI-gestützte Bedrohungsabwehr direkt in die Workflows von Defender, Entra, Intune und Purview. Sie automatisiert komplexe Sicherheitsoperationen und soll so helfen, den globalen Fachkräftemangel in der Cybersicherheit zu kompensieren. Für Governance-Teams ist die Inklusion von Security Copilot in der E5-Lizenz ein weiterer Anreiz zum Upgrade. Sie bietet autonome Verteidigungsmechanismen, die zum übergreifenden Trend des KI-gesteuerten Managements passen.

Analyse: Microsoft drängt auf Konsolidierung

Die Entwicklungen im Februar 2026 markieren eine Übergangsphase im Microsoft-365-Management. Der rasante Einsatz von KI-Tools wie Copilot bringt Produktivitätsvorteile, aber auch beispiellose Governance-Herausforderungen – wie der DLP-Umgehungsfehler zeigte. Experten betonen: Traditionelle Ordner-Berechtigungen reichen nicht mehr aus. Unternehmen brauchen robuste, KI-sensible Datenschutzstrategien.

Microsofts Strategie, fortschrittliche Sicherheitsfeatures in Premium-Lizenzen zu bündeln und gleichzeitig die Basistarife zu verteuern, ist ein klarer Schub Richtung Unternehmenskonsolidierung. Indem Business Premium preislich stabil bleibt, werden Firmen finanziell dazu motiviert, das umfassende Sicherheits- und Management-Ökosystem zu übernehmen. Für IT-Verantwortliche verschärft sich der Zeitdruck: Bis Ende Juni müssen Lizenz-Audits abgeschlossen und mögliche Frühverlängerungen geprüft sein, bevor die neuen Preise gelten.