Der Konzern streicht in den Bereichen Sicherheit und Gaming mehrere tausend Jobs und investiert massiv in KI-Infrastruktur.
Sicherheitssparte: Traditionelle Teams weichen KI-Einheiten
Bereits in der dritten Juliwoche 2024 hat Microsoft seine Sicherheitsabteilung um mehrere hundert Stellen verkleinert. Die Kürzungen trafen vor allem traditionelle Einheiten – mindestens neun Vizepräsidenten mussten das Unternehmen verlassen. Unter der Führung von Executive Vice President Hayete Gallot baut Microsoft gleichzeitig spezialisierte KI-Sicherheitsteams auf, während ältere Abteilungen innerhalb der rund 10.000 Mitarbeiter starken Division schrumpfen.
Die Umstrukturierung fiel mit dem größten Sicherheitsupdate der Unternehmensgeschichte zusammen. Am Juli-Patch-Day 2024 schloss Microsoft eine Rekordzahl von Sicherheitslücken – Schätzungen zufolge zwischen 570 und 622 Schwachstellen. Darunter befanden sich mehrere Zero-Day-Lücken in SharePoint Server und Active Directory Federation Services. Das unternehmenseigene KI-Tool MDASH half dabei, die Risiken schneller zu erkennen und zu beheben.
Xbox und Handel: 4.800 Stellen gestrichen
Noch härter traf es die Gaming-Sparte und den kommerziellen Bereich. Microsoft bestätigte den Abbau von rund 4.800 Stellen – das entspricht etwa 2,1 Prozent der weltweiten Belegschaft. Allein in der Videospiel-Division sollen 3.200 Jobs wegfallen.
Chief People Officer Amy Coleman betonte, dass KI nicht direkt die gestrichenen Positionen ersetze. Vielmehr reagiere man auf finanziellen Druck: Die Gewinnmarge der Gaming-Sparte sei zuletzt auf drei Prozent gefallen – ein Wert, den die Führung als nicht tragfähig bezeichnete.
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Besonders hart traf es die Studios Bethesda und ZeniMax Online in Maryland. Dort verloren 379 Mitarbeiter ihren Job, darunter über 200 bei ZeniMax Online. Auch langjährige Führungskräfte wie Rich Lambert und Susan Kath mussten gehen; Josh Henderson und Nick Giacomini übernehmen ihre Posten. Todd Howard, einer der bekanntesten Köpfe bei Bethesda, bezeichnete die Entlassungen als persönlich schwierig für die betroffenen Teams. Die Entwicklung großer Projekte wie der nächsten Elder Scrolls– und Fallout-Titel laufe aber weiter.
Gewerkschaften klagen gegen Microsoft
Das Ausmaß der Kürzungen hat juristische Konsequenzen. Am 15. Juli 2024 reichte die Gewerkschaft Communications Workers of America (CWA) Klage wegen unfairer Arbeitspraktiken ein. Der Vorwurf: Microsoft habe es versäumt, über die Streichung von 3.200 Stellen in der Gaming-Sparte zu verhandeln.
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An den Microsoft-Standorten in Redmond (Washington) und Rockville (Maryland) kam es zu Protesten. Vertreter der United Videogame Workers-CWA äußerten den Verdacht, dass aktuelle Produktankündigungen – etwa neue Kooperationen für die Fallout-Reihe – von den Massenentlassungen ablenken sollen. Die verbliebenen Mitarbeiter könnten die vielen Großprojekte nach dem Verlust hunderter Kollegen kaum stemmen, so die Befürchtung.
Milliarden für KI – aber weniger Einstiegsjobs
Der Stellenabbau ist Teil eines mehrjährigen Umbaus. Nachdem Microsoft bereits 2025 rund 9.000 Jobs gestrichen hatte, steckt der Konzern im laufenden Geschäftsjahr fast 80 Milliarden Euro in den Ausbau der KI-Infrastruktur.
Branchenbeobachter weisen darauf hin, dass viele Tech-Konzerne KI zwar als Hauptgrund für Entlassungen nennen – die Entscheidungen aber oft aus allgemeinen Umstrukturierungen und dem Wunsch resultieren, Einstiegspositionen zu automatisieren. Ein globaler Trend: Indische IT-Dienstleister meldeten zuletzt einen deutlichen Rückgang der Nachfrage nach Berufsanfängern, während die Investitionen in KI-Technologie massiv steigen.


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