Microsoft-Ausfall 1. August: Clearinghouse blockiert Server-Aktivierung

Microsoft behebt Aktivierungsfehler bei Windows Server 2025, einen MFA-Ausfall und einen Speicher-Bug in Windows 11. Zudem warnt der Konzern vor der Angriffswelle CaptiveCrunch.

Der Software-Riese Microsoft hat in den vergangenen Tagen gleich mehrere Baustellen: Server-Aktivierungsprobleme, ein großflächiger Ausfall von Sicherheitsdiensten und eine neue Cyber-Bedrohung für Unternehmen.

Windows Server 2025: Aktivierungsprobleme gemeldet

Seit dem 1. August berichten Systemadministratoren von erheblichen Schwierigkeiten bei der Online-Aktivierung von Windows Server 2025 und dem Remote Desktop License Manager. Nutzer, die ihre Software über das offizielle Microsoft-Portal aktivieren wollten, erhielten wiederholt Fehlermeldungen. Erste technische Analysen deuten auf einen Ausfall des Microsoft Clearinghouse Servers hin – jener Infrastruktur, die für die Verarbeitung von Lizenzanfragen zuständig ist.

Die Störung kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt: In der ersten Augustwoche hatten Technik-Richtlinien verstärkt auf die Bedeutung von Server-Wartung und Integritätschecks hingewiesen. Vor der Installation neuer Server-Komponenten sollten Admins demnach kanonische Quellen verifizieren und Berechtigungen prüfen, um ähnliche Risiken zu minimieren.

Großausfall bei MFA und Xbox: Was geschah?

Nur einen Tag zuvor, am 31. Juli, hatte ein massiver Serviceausfall für Aufsehen gesorgt. Betroffen waren vor allem die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) und die Xbox-Dienste. Nutzer, die sich über das Microsoft My Sign-Ins-Portal anmelden wollten, bekamen Gateway-Timeout-Fehler angezeigt – die Einrichtung und Verwaltung von Sicherheitsanmeldedaten war zeitweise unmöglich.

Die Ursache: Eine fehlerhafte Cache-Konfiguration führte zu extrem hoher CPU- und Speicherauslastung. Microsoft musste den Datenverkehr zurücksetzen, um die Dienste wiederherzustellen.

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Besonders ärgerlich für Gamer: Spieler konnten sich nicht anmelden, ihre Spielbibliotheken nicht aufrufen und bestimmte Titel wie Halo: Campaign Evolved nicht starten. Ein unvorhergesehener technischer Fehler blockierte sogar den Zugriff auf physische Disc-Spiele – für rund 24 Stunden. Zwar konnte Microsoft das Problem bis Montagabend beheben, doch die Diskussion über digitale Besitzrechte und die Abhängigkeit physischer Medien von externen Lizenzdiensten ist neu entfacht.

Storage-Bug bei Windows 11: Updates beheben Speicherfresser

Weniger bekannt, aber ebenso gravierend: Ein Speicherfehler, der Windows-11-Systeme im Frühsommer lahmlegte. Der Übeltäter war der Capability Access Manager (camsvc), der die App-Berechtigungen für Kamera und Mikrofon verwaltet. In den Versionen 24H2 und 25H2 blähten sich Logdateien auf Größen zwischen 12 und 500 Gigabyte auf – ein erhebliches Problem für die Festplattenkapazität.

Microsoft hat mehrere Updates veröffentlicht, um das Leck zu stopfen. Nach einem ersten Fix im Juni (KB5095093) folgte im Juli ein weiteres Update (KB5101650). Administratoren wird empfohlen, die Dateigrößen manuell zu prüfen und die Patches zeitnah einzuspielen, damit die Datei CapabilityAccessManager.db-wal nicht weiter Systemressourcen verschlingt.

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CaptiveCrunch: Neue Cyberkampagne zielt auf Microsoft-365-Zugangsdaten

In einer Sicherheitswarnung vom 1. August hat Microsoft eine ausgeklügelte Angriffswelle namens CaptiveCrunch aufgedeckt. Verantwortlich zeichnet die Gruppe Storm-2945, ein Sub-Cluster des bekannten Akteurs Midnight Blizzard. Seit Mai kapern die Angreifer WLAN-Portale von Hotels und Konferenzzentren, um Schadsoftware zu verteilen und Zugangsdaten zu stehlen.

Die Methode: Über DNS- und HTTP-Manipulation werden Reisenden gefälschte Update-Hinweise und Gerätecode-Aufforderungen präsentiert. Diese führen zur Installation des Remote-Access-Trojaners CornFlake und des Informationsdiebstahl-Tools ChocoShell, die darauf ausgelegt sind, Microsoft-365-Tokens abzugreifen. Sicherheitsforscher beobachten seit dem 16. Juli einen deutlichen Anstieg von Device-Code-Phishing.

Unternehmen sollten Gerätecode-Flows wo möglich blockieren und Mitarbeiter anweisen, bei öffentlichen oder Hotelfunk-Netzwerken VPN-Verbindungen zu nutzen.