Der Softwarekonzern Microsoft hat eine offizielle Warnung vor den Sicherheitsrisiken herausgegeben, die mit der Nutzung von SMS-Codes für die Zwei-Faktor-Authentifizierung verbunden sind. In einer aktuellen Stellungnahme verwies das Unternehmen auf die zunehmende Gefahr durch Phishing-Angriffe, die durch den Einsatz künstlicher Intelligenz an Effektivität gewonnen haben. Als Konsequenz plant Microsoft eine umfassende Umstellung seiner Sicherheitsinfrastruktur, die insbesondere Nutzer von Entra ID betrifft und langfristig auch auf private Konten ausgeweitet werden soll.
Sicherheitsrisiken durch KI-gestütztes Phishing
Die traditionelle Methode, Identitäten durch per SMS versandte Zahlencodes zu verifizieren, gilt in der aktuellen Bedrohungslage zunehmend als unsicher. Laut Microsoft ermöglichen es moderne KI-Werkzeuge Angreifern, Phishing-Versuche täuschend echt zu gestalten und die klassische SMS-Authentifizierung zu umgehen. Das Unternehmen rät IT-Administratoren daher ausdrücklich dazu, den Fokus von SMS- und Sprach-Authentifizierungen weg zu verlagern.
Als sicherere Alternative empfiehlt Microsoft den Einsatz von Passkeys. Diese Technologie basiert auf kryptografischen Schlüsseln, die direkt auf dem Gerät des Nutzers gespeichert werden und als deutlich resistenter gegenüber Phishing-Angriffen gelten. Durch den Verzicht auf übertragbare Codes wird die Angriffsfläche für automatisierte oder KI-basierte Übernahmeversuche von Benutzerkonten signifikant verringert.
Strenger Zeitplan für Entra-ID-Nutzer
Wer sich mit dem Schutz digitaler Identitäten befasst, sollte die Technologie hinter den neuen Sicherheitsstandards genau kennen. Dieser kostenlose Report zeigt, wie Sie Passkeys bei Diensten wie Amazon, Microsoft und WhatsApp sofort einrichten. Was steckt hinter Passkeys – der Technologie, die Passwörter für immer ablösen soll?
Für Unternehmen und Organisationen, die Microsoft Entra ID nutzen, hat der Konzern bereits konkrete Fristen für die Umstellung gesetzt. Der Prozess beginnt im Spätsommer des laufenden Jahres: Ab dem 1. September 2026 wird Microsoft die Registrierung von Passkeys für alle Entra-ID-Nutzer erzwingen. Dieser Schritt soll sicherstellen, dass die erforderliche Infrastruktur und die entsprechenden Sicherheitsmerkmale flächendeckend implementiert sind, bevor die älteren Verfahren deaktiviert werden.
Die vollständige Abschaltung der bisherigen Methoden ist für den Beginn des darauffolgenden Jahres terminiert. Ab dem 1. Februar 2027 wird Microsoft die Authentifizierung über SMS sowie über Sprachanrufe für Nutzer von Entra ID komplett blockieren. Das Unternehmen betonte in diesem Zusammenhang, dass für diese Umstellung keine Opt-out-Möglichkeit vorgesehen ist. Administratoren und Nutzer sind somit verpflichtet, bis zu diesem Stichtag auf moderne Authentifizierungsverfahren umzustellen, um den Zugriff auf ihre Konten aufrechtzuerhalten.
Perspektive für private Microsoft-Konten
Angesichts von Millionen gehackter Konten pro Quartal wird der Umstieg auf modernere Anmeldeverfahren auch für Privatpersonen immer dringlicher. Mit Passkeys nutzen Sie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung statt unsicherer Codes – sicher, schnell und stressfrei. Nie wieder Passwörter merken: Diese neue Methode macht das Einloggen kinderleicht
Während der Zeitplan für professionelle Anwender bereits feststeht, zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung für private Microsoft-Konten ab. Das Unternehmen bestätigte, dass die Abschaltung der SMS- und Sprach-Authentifizierung auch für persönliche Konten geplant ist. Ein konkreter Termin für diesen Schritt wurde für Privatnutzer bislang jedoch nicht genannt.
Branchenexperten werten das Vorgehen als deutliches Signal für das Ende der SMS-basierten Sicherheit innerhalb des Microsoft-Ökosystems. Die schrittweise Einführung, beginnend bei Unternehmenskonten, unterstreicht die Priorität, die Microsoft der Absicherung geschäftskritischer Identitäten gegen moderne Cyber-Bedrohungen beimisst. Persönliche Konten sollen zu einem späteren, noch festzulegenden Zeitpunkt folgen, um auch in diesem Bereich den Schutz vor KI-gestützten Angriffs-Szenarien zu erhöhen.

