Microsoft: Britische Wettbewerbshüter leiten Kartellverfahren ein

Die britische Wettbewerbsbehörde untersucht Microsofts Marktmacht bei Unternehmenssoftware und KI-Tools.

Im Fokus steht die Frage, ob der Tech-Riese im Bereich Unternehmenssoftware eine „marktbeherrschende strategische Stellung“ einnimmt. Es ist bereits die vierte Untersuchung dieser Art unter dem neuen Digital Markets, Competition and Consumers Act (DMCC), der seit Januar 2025 in Kraft ist.

Windows, Office und Copilot im Visier der Ermittler

Die Prüfung erstreckt sich auf das gesamte Microsoft-Ökosystem – vom Betriebssystem Windows über die Office-Produktivitätssuite bis hin zu den neuen KI-Tools wie Copilot. Die Regulierer wollen klären, ob Microsoft durch die Bündelung seiner Produkte den Wettbewerb behindert und Kunden daran hindert, Software verschiedener Anbieter frei zu kombinieren.

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Während die CMA das gesamte Microsoft-Ökosystem unter die Lupe nimmt, rückt vor allem die Zukunft von Windows in den Fokus der Anwender. Falls Ihr PC offiziell als inkompatibel für das neueste System gilt, zeigt dieser legale Weg, wie die Installation dennoch problemlos klappt. Kostenlosen Report zum Upgrade-Trick jetzt sichern

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Integration künstlicher Intelligenz. Die CMA untersucht, ob die tiefe Verzahnung von KI-Assistenten in Office und Teams konkurrierenden Anbietern den Marktzugang erschwert. „Wir wollen verstehen, wie sich diese Märkte entwickeln und ob gezielte Eingriffe nötig sind, damit britische Unternehmen von Innovation und fairen Preisen profitieren“, teilte die Behörde mit.

Der Zeitplan ist ambitioniert: Die CMA hat neun Monate für ihre Bewertung angesetzt. Bis Februar 2027 soll eine endgültige Entscheidung über den Status „strategische Marktstellung“ fallen. In der ersten Phase sind Stellungnahmen von Sicherheitssoftware-Anbietern, Geschäftskunden und Unternehmen gefragt, die Probleme bei der Integration von Drittanbieter-Tools in die Microsoft-Welt hatten.

Cloud-Lizenzen als Zankapfel

Ein zentraler Streitpunkt sind die Lizenzbedingungen für die Cloud-Nutzung. Bereits im Sommer 2025 hatte eine Marktuntersuchung zu Cloud-Diensten ergeben, dass Microsofts Konditionen es für Kunden deutlich teurer machen, dessen Software auf konkurrierenden Plattformen wie Amazon Web Services (AWS) oder Google Cloud zu betreiben.

Im Frühjahr 2026 hatte die CMA zunächst versucht, die Probleme durch freiwillige Zusagen von Microsoft und AWS zu entschärfen – etwa bei den Gebühren für den Datentransfer zwischen Anbietern. Doch der Vorstand der Behörde entschied, dass die grundlegenden Lizenzfragen eine formelle Untersuchung erfordern.

Gelingt der CMA der Nachweis einer strategischen Marktstellung, könnte sie Microsoft zu verbesserter Interoperabilität zwingen oder die Preisgestaltung für Software auf fremder Cloud-Infrastruktur neu regeln.

Milliardengeschäft unter Beobachtung

Die Untersuchung trifft Microsoft in einer phase starken Wachstums. Im letzten Quartal 2025 legten die Cloud-Umsätze des Konzerns um 39 Prozent zu. Zum Vergleich: AWS wuchs um 24 Prozent, Google Cloud sogar um knapp 50 Prozent. Trotz dieser Dynamik fürchten die Regulierer eine langfristige Abhängigkeit britischer Organisationen von Microsofts Produkten.

Microsoft zeigte sich gesprächsbereit. Ein Sprecher kündigte an, man werde konstruktiv mit der CMA zusammenarbeiten, um die Prüfung des Geschäftssoftware-Marktes zu erleichtern. Bereits zuvor hatten Konzernvertreter betont, die Cloud- und KI-Märkte veränderten sich rasant und blieben aufgrund massiver Investitionen etablierter Anbieter und neuer Wettbewerber hart umkämpft.

Was das Verfahren für Unternehmen bedeutet

Das Ergebnis der Untersuchung wird zum Lackmustest für die neuen britischen Regulierungsbefugnisse. Stellt die CMA fest, dass Microsoft eine strategische Marktstellung besitzt, könnte sie wettbewerbswidrige Bündelungen unterbinden und kleineren Anbietern faire Chancen verschaffen.

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Für britische Unternehmen geht es vor allem um Flexibilität und Kosten. Die Entscheidung könnte den Einkauf von Software und Cloud-Diensten grundlegend verändern – besonders jetzt, wo Firmen von Pilotprojekten zur flächendeckenden Nutzung KI-gestützter Tools übergehen.

CMA-Chefin Sarah Cardell unterstrich die Bedeutung des Verfahrens: „Geschäftssoftware ist ein Eckpfeiler der britischen Wirtschaft. Hunderttausende Organisationen sind täglich auf diese Systeme angewiesen.“ In den kommenden Monaten will die Behörde Beweise von Microsoft und zahlreichen Marktteilnehmern sammeln – auch zur Integration von Datenbankmanagementsystemen und Server-Betriebssystemen in das Gesamtökosystem.