Microsoft Build: Nadella zeigt 100 KI-Agenten im Echtbetrieb

Microsoft präsentiert auf der Build-Konferenz eine neue Generation autonomer KI-Agenten für komplexe Arbeitsabläufe in Office und Azure.

Auf der Entwicklerkonferenz Build in San Francisco präsentierte das Unternehmen eine neue Generation von KI-Werkzeugen, die weit über bisherige Assistenzfunktionen hinausgehen. Statt bloßer Befehlsempfänger sollen sogenannte „agentische“ KI-Systeme künftig eigenständig komplexe Arbeitsabläufe managen – mit minimaler menschlicher Kontrolle.

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Digitale Arbeitskräfte für den Büroalltag

Die neue Suite autonomer Helfer ist tief in Microsofts Ökosystem integriert. Ob in Microsoft 365, Teams oder Azure – die KI-Übernahme soll Routineaufgaben automatisieren. Dazu zählen das Verfassen von Berichten, die Verwaltung von E-Mail-Flüssen und die Terminkoordination. Ein besonderes Upgrade erhielt Copilot in Outlook: Das Tool fasst ungelesene Nachrichten zusammen, priorisiert eingehende Kommunikation und reserviert selbstständig konzentrierte Arbeitsphasen im Kalender.

Copilot entwickelt sich damit vom digitalen Gehilfen zum echten Teammitglied. Neue Funktionen wie „Copilot Cowork“ unterstützen bei Projektplanung und Budgetierung. Hinzu kommt ein erweiterter Forschungsmodus, der verschiedene KI-Modelle kombiniert. Entwickler können über Business Skills in Power Apps detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitungen für KI-Agenten erstellen – inklusive Integration über den Dataverse MCP Server und Unterstützung für Dateien bis zu 20 Megabyte.

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Zentrales Management für Hunderte KI-Agenten

Microsoft-CEO Satya Nadella gab auf der Konferenz einen Einblick in die neue Arbeitsrealität: Er selbst setze parallel 100 KI-Agenten ein. Mit der wachsenden Zahl autonomer Systeme müsse die Branche jedoch auch die Kontrollfragen klären. „Identitätsmanagement, Berechtigungen und Aufsicht werden zur zentralen Herausforderung“, so Nadella. Microsoft positioniert dafür seine Sicherheitslösungen Entra und Purview als Governance-Plattformen für die neue Agenten-Welt.

Die Strategie ist Teil einer größeren Vision, die Microsofts KI-Führung als „humanistische Superintelligenz“ bezeichnet. Sieben hauseigene KI-Modelle sollen die langfristige Unabhängigkeit von externen Anbietern sichern. Zwei Projekte deutete Microsoft auf der Build-Konferenz zudem an: Project Solara, eine Plattform für KI-Agenten-fähige Geräte, und Scout, ein neuer agentischer Assistent.

Neue Entwickler-Frameworks und Kontext-Ebenen

Mit Microsoft IQ führt der Konzern eine kontextuelle Ebene ein, die KI-Agenten mit den nötigen Unternehmensdaten versorgt. Dazu gehören Work IQ für Microsoft 365, Fabric IQ und Web IQ. Die Work-IQ-Schnittstellen sollen ab dem 16. Juni 2026 allgemein verfügbar sein – abgerechnet über sogenannte Copilot Credits.

Auch GitHub hat seine KI-Angebote erweitert. Seit dem 1. Juni 2026 gilt ein nutzungsbasiertes Abrechnungsmodell. Geschäfts- und Enterprise-Kunden können nun eigene Schlüssel für große Sprachmodelle von Anbietern wie Anthropic, OpenAI und Gemini in der VS-Code-Umgebung verwenden. Das Copilot SDK ist seit dem 2. Juni 2026 allgemein verfügbar und eröffnet KI-Startups neue Vertriebswege.

Schulungsinitiativen für die KI-Arbeitswelt

Mehrere Organisationen haben bereits Qualifizierungsprogramme gestartet. College Wallah bietet am 10. und 11. Juni 2026 einen Live-Kurs zu generativer KI mit Microsoft 365 an – mit Schwerpunkt auf Word, Excel und VS Code. Die University of Iowa veranstaltet am 19. Juni 2026 einen Workshop zur Entwicklung maßgeschneiderter Copilot-Agenten für Lehre und Zusammenarbeit.

Professionelle Trainingsfirmen haben zudem eintägige Administrationskurse aufgelegt. Diese decken Lizenzierung, Sicherheit und Compliance-Anforderungen für die Verwaltung von Microsoft 365 Copilot und seinen KI-Agenten ab.