Cantor Fitzgerald hebt das Kursziel für Microsoft auf 608 Dollar an – parallel geht in Hyderabad eine neue Cloud-Region ans Netz. Für Anleger stellt sich die Frage: Wie viel Fantasie steckt noch im Kurs?
Die US-Investmentbank Cantor Fitzgerald hat ihre Bewertung für Microsoft am Montag deutlich nach oben korrigiert. Das neue Kursziel von 608 Dollar liegt rund 23 Prozent über dem zuletzt gehandelten Niveau. Die Einstufung bleibt „Overweight“ – also übergewichten.
Auslöser für den Optimismus ist ein doppelter Befund: solide Fundamentaldaten und ein wachsendes Geschäft in Asien. 17 Analysten haben ihre Gewinnprognosen für den Konzern zuletzt nach oben angepasst. Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis von 27,5 liegt unter dem Dreijahresdurchschnitt – für die Analysten ein Signal, dass die Aktie noch Luft nach oben hat.
Milliarden für Rechenzentren in Indien
Zeitgleich mit der Analysten-Empfehlung hat Microsoft seine Cloud-Region „India South Central“ in Hyderabad offiziell in Betrieb genommen. Es ist die vierte Cloud-Region des Konzerns in Indien und soll als strategischer Knotenpunkt für Asien und den Globalen Süden dienen.
Hinter dem Schritt steht ein Investitionsvolumen von 20,5 Milliarden Dollar. Das Geld fließt in KI-Infrastruktur und Cloud-Kapazitäten. Puneet Chandok, Präsident von Microsoft India und Südasien, sprach auf dem Microsoft AI Infrastructure Summit von spezialisierter Hardware für anspruchsvolle KI-Anwendungen und hocheffizienter Kühltechnik.
Die Nachfrage nach solchen Kapazitäten ist hoch. Im jüngsten Geschäftsquartal wuchs der Azure-Umsatz um 43 Prozent. Das KI-Produkt Microsoft 365 Copilot erreichte 30 Millionen zahlende Nutzer. Eine Studie der Boston Consulting Group schätzt, dass der Ausbau der Rechenzentren in Indien bis 2030 eine Wirtschaftsleistung zwischen 140 und 200 Milliarden Dollar erzeugen könnte.
Investitionen und Engpässe
Microsofts Investitionsausgaben für das Kalenderjahr 2026 werden auf 175 Milliarden Dollar geschätzt – bereinigt um die verlängerte Nutzungsdauer von Leasingverträgen. Rund 25 Milliarden Dollar davon sind für die Bewältigung anhaltender Engpässe in der Hardware-Lieferkette vorgesehen.
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Der Marktkonsens bleibt verhalten optimistisch: 42 Analysten empfehlen den Kauf, fünf raten zum Halten. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 567 Dollar. Einige Beobachter warnen jedoch, dass der Speicherhersteller Micron Technology Microsoft bis zum Geschäftsjahr 2027 in der Rentabilitätsrangliste überholen könnte, falls die aktuellen Speicherpreise weiter steigen.
Werbung in Spielpausen und Sicherheitslücken
Neben dem Infrastrukturausbau treibt Microsoft weitere Projekte voran. Ein am Montag bekannt gewordenes Patent beschreibt ein kontextsensitives Werbesystem für Free-to-Play-Spiele. Das System erkennt geeignete Pausen – etwa nach einem Bosskampf, während eines Ladebildschirms oder in einer Zwischensequenz – und platziert Anzeigen, ohne das laufende Spielgeschehen zu stören.
Im Sicherheitsbereich hat Microsoft zuletzt 18 Schwachstellen in Azure und Copilot geschlossen. Die Patches konzentrierten sich vor allem auf Rechteausweitungsfehler in Diensten wie Azure Cosmos DB und Microsoft Fabric. Administratoren wurden zudem informiert, dass verwaltete Kunden ab diesem Monat automatisch in die einheitliche Microsoft-Sentinel-Umgebung überführt werden.
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Bereits am Dienstag, dem 15. September, hatte der Microsoft-Vorstand eine Quartalsdividende von 0,98 Dollar je Aktie beschlossen. Das entspricht einer Steigerung von acht Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die Auszahlung ist für den 10. Dezember an Aktionäre vorgesehen, die am 19. November 2026 im Register stehen.

