Rechenzentren als Klimakiller
Die Ursache liegt auf der Hand: Künstliche Intelligenz frisst Unmengen an Energie. Microsoft baut weltweit neue Rechenzentren, um die KI-Infrastruktur zu stemmen. Der Stromverbrauch des Konzerns legte im vergangenen Jahr um 24 Prozent zu. Seit 2020 ist der Energiebedarf sogar um 168 Prozent gestiegen. Die Folge: Die Emissionen liegen heute 58 Prozent über dem Niveau von 2020.
Doch nicht nur der höhere Verbrauch treibt die Zahlen nach oben. Microsoft hat seine Bilanzierungsmethode geändert. Das Unternehmen kauft keine losen Ökostrom-Zertifikate (sogenannte unbundled RECs) mehr. Dadurch stieg der Anteil der sogenannten Scope-2-Emissionen – also der CO2-Ausstoß aus eingekaufter Energie – von zwei auf 13 Prozent des gesamten Fußabdrucks.
Rückgriff auf fossile Brennstoffe
Um die gigantischen Energiemengen für die KI-Expansion bereitzustellen, setzt Microsoft in einigen Regionen wieder auf fossile Kraftwerke. Geplant ist ein 1,35-Gigawatt-Rechenzentrum in West Virginia, das mit Erdgas betrieben werden soll. In West Texas arbeitet der Konzert mit Chevron zusammen, um eine weitere Anlage mit Gas zu versorgen.
Trotz dieser Entwicklung hält Microsoft an seinem Ziel fest: Bis 2030 will der Konzern klimapositiv werden – also mehr CO2 aus der Atmosphäre entfernen, als er ausstößt. Dazu investiert das Unternehmen massiv in erneuerbare Energien. Stromabnahmeverträge für bis zu 40 Gigawatt Ökostrom in 26 Ländern wurden bereits unterzeichnet. 19 Gigawatt davon sind bereits in Betrieb.
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Branche im Dilemma
Microsoft steht mit dem Problem nicht allein da. Die kombinierten Emissionen von Microsoft, Amazon und Google erreichten im letzten Berichtszeitraum rund 119 Millionen Tonnen CO2 – ein Anstieg von 18 Prozent im Jahresvergleich. Google verzeichnete ein Plus von 18 Prozent, Amazon legte um 16 Prozent auf 81 Millionen Tonnen zu.
Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet damit, dass die CO2-Emissionen von Rechenzentren weltweit bis 2035 auf 300 Millionen Tonnen steigen könnten.
Hoffnungsträger CO2-Entnahme
Um den eigenen Fußabdruck zu kompensieren, ist Microsoft zum größten Akteur auf dem Markt für CO2-Entnahme geworden. Der Konzern hält 78,5 Prozent des Marktes für dauerhafte Kohlenstoffentfernung. Der gesamte Technologiesektor setzt zunehmend auf CO2-Zertifikate: Die Zahl der gekauften Zertifikate stieg von 14.200 im Jahr 2022 auf über 68 Millionen im Jahr 2025.
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An der Börse notierte Microsoft am 12. Juli 2026 bei 385,10 Euro. Anleger beobachten genau, wie der Konzern den Spagat zwischen aggressivem KI-Wachstum und seinen Nachhaltigkeitsversprechen meistert. Während Microsoft und Google bis 2030 klimaneutral oder -positiv sein wollen, hat Amazon sich ein Ziel für 2040 gesetzt.

