Microsoft Copilot: 20 Millionen Lizenzen, 37 Mrd. Euro Umsatz

Microsoft erweitert Copilot um Echtzeit-Übersetzungen in Teams und ein neues Meeting-Tool in Outlook. Analysten sehen 20 Millionen Lizenzen im Markt.

Der Softwarekonzern baut seinen KI-Assistenten Copilot massiv aus – mit neuen Funktionen für Teams und einer grundlegenden Umstellung der Meeting-Vorbereitung in Outlook.

Microsoft treibt die Vernetzung seiner Büroanwendungen mit künstlicher Intelligenz weiter voran. Die Neuerungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Nachfrage in Unternehmen rasant steigt – und kurz vor den Quartalszahlen des Konzerns.

Teams: KI übernimmt die lästige Arbeit

Die jüngsten Demonstrationen von Copilot in Microsoft Teams zeigen, wie der Assistent administrative Aufgaben während virtueller Besprechungen automatisiert. Im Fokus stehen Echtzeit-Übersetzungen in mehreren Sprachen sowie die automatische Erstellung von Zusammenfassungen. Teilnehmer können sich so ganz auf die Diskussion konzentrieren, statt mitschreiben zu müssen.

Doch die Funktionen gehen weit über einfache Transkription hinaus: Copilot erkennt und weist Aufgaben aus dem Gespräch zu. Nutzer können per Rückfrage gezielt Details aus der Sitzung abrufen. Das soll ein massives Produktivitätsproblem lösen: Laut dem Microsoft Work Trend Index verbringen rund 62 Prozent der Angestellten zu viel Zeit mit der Suche nach Informationen.

Outlook: Abschied von „Meeting Insights“

Ein bedeutender Schritt steht für Outlook-Nutzer an. Microsoft plant, die bisherige Funktion „Meeting Insights“ zum September 2026 einzustellen. Der Grund: geringe Nutzung und Verwirrung in der Bedienung. Ersetzt wird sie durch ein Copilot-gestütztes Tool namens „Prepare for the meeting“.

Allerdings hat diese Modernisierung ihren Preis: Das neue Vorbereitungstool erfordert eine Microsoft-365-Copilot-Lizenz, die mit rund 30 Euro pro Monat und Nutzer zu Buche schlägt. Zudem will Microsoft bis Ende 2026 auch die klassische Outlook-Version mit KI-gestützter E-Mail-Verfassung ausstatten – eine Funktion, die in den Web-, Mobil- und neueren Desktop-Versionen bereits verfügbar ist.

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Weltweit setzen Konzerne auf Copilot

Die Integration der KI-Tools schreitet in der globalen Wirtschaft rasant voran. Erst am Montag kündigte der Versicherungskonzern AXA eine großflächige, weltweite Einführung von Microsoft 365 Copilot an. Das Unternehmen hatte bereits vor drei Jahren einen eigenen, sicheren generativen KI-Dienst aufgebaut.

Auch die Anwaltskanzlei Clifford Chance setzt auf die Microsoft-Plattform: Sie startete kürzlich eine KI-gestützte Wissensdatenbank auf Basis von Microsoft 365 und Azure AI. Mehr als 400.000 Dokumente sollen dort die juristische Recherche beschleunigen.

Selbst in der Baubranche und im Finanzsektor entstehen spezialisierte Lösungen: Der Construct 365 Copilot etwa verknüpft Projektkostendaten mit Echtzeit-KI-Abfragen. Unternehmen können so über natürliche Sprache ihre Margen und laufenden Aufträge abfragen.

Milliardenmarkt: 20 Millionen Lizenzen und rasant steigende Umsätze

Die Expansion der KI-Funktionen fällt mit einem beeindruckenden Wachstum der Microsoft-Abonnements zusammen. Branchenanalysten schätzen, dass der Konzern derzeit rund 20 Millionen bezahlte Copilot-Lizenzen im Markt hat.

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Vor den Quartalszahlen, die Microsoft am 29. Juli 2026 vorlegen wird, zeichnen die Prognosen ein klares Bild: Die KI-bezogenen wiederkehrenden Jahresumsätze sollen die Marke von 37 Milliarden Euro überschritten haben – ein Plus von mehr als 120 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Neben den Standardfunktionen im Abo hat Microsoft auch neue Abrechnungsmodelle eingeführt. Erst im Frühsommer startete weltweit Copilot Cowork – ein Pay-as-you-go-System. Statt Flatrates für einzelne KI-Agenten können Unternehmen dort den Verbrauch über administrative Budgetgrenzen steuern.