Während der Konzern seine Copilot-Plattform um autonome Systeme erweitert, kämpfen Nutzer mit massiven technischen Problemen.
Bildgenerierung weltweit lahmgelegt
Seit dem 1. Juli 2026 ist die Bildgenerierung von Microsoft Copilot global gestört. Die Web-App „Copilot Create“ produziert keine visuellen Inhalte mehr – weder Grafiken noch Bilder. Grund ist eine kürzliche Änderung der Benutzeroberfläche, die verhindert, dass Daten korrekt verarbeitet werden.
Ein Fix wird bereits ausgerollt, die Entstörung wird für den späten Abend des 1. Juli erwartet. Bis dahin empfiehlt Microsoft, auf die Desktop-Anwendung auszuweichen.
Die aktuellen Probleme reihen sich in eine Serie von Störungen ein, die bereits Ende Juni begannen. Am 30. Juni sorgte ein Code-Kompatibilitätskonflikt dafür, dass auf Mac- und Windows-Clients die Suchleiste und wichtige Funktionen in Copilot-Notebooks verschwanden. Einige Abonnenten berichten zudem seit rund sechs Wochen von Fehlern bei der Bildgenerierung – trotz aktiver Bezahlabos.
Während Microsoft seine KI-Plattformen massiv ausbaut, müssen Unternehmen auch die rechtlichen Rahmenbedingungen im Blick behalten. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Pflichten und Fristen der neuen EU-KI-Verordnung. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Jetzt kostenlosen Ratgeber sichern
Nach dem Juni-Update für Microsoft 365 Copilot traten zudem „Keine aktuellen Elemente“-Fehler und Lade-Probleme auf. Betroffene Nutzer sollen ihre Lizenzen prüfen und sicherstellen, dass Inhaltsanalyse und verbundene Erlebnisse aktiviert sind.
Neue Ära: Autonome KI-Agenten für Unternehmen
Trotz der technischen Pannen erweiterte Microsoft am 30. Juni sein KI-Portfolio grundlegend. Der Service Agent für Microsoft 365 Copilot ist ab sofort allgemein verfügbar. Der KI-Agent ist für den Kundenservice konzipiert und arbeitet mit Dynamics 365 zusammen. Er fasst Fälle zusammen und durchsucht Wissensdatenbanken.
Das System umfasst über 70 Tools und 20 Produktverbesserungen. Voraussetzung: Unternehmen benötigen sowohl eine Dynamics-365-Customer-Service-Lizenz als auch eine Microsoft-365-Copilot-Lizenz.
Bereits Mitte Juni hatte Microsoft Copilot Cowork vorgestellt – ein System, das langlaufende Aufgaben in der Cloud erledigt, selbst wenn das Gerät des Nutzers ausgeschaltet ist. Seit dem 1. Juli ist die Early-Access-Phase beendet. Nun gilt ein verbrauchsabhängiges Abrechnungsmodell auf Basis von Copilot Credits. Ein Credit kostet 0,01 Euro. Die Kosten hängen von Modellnutzung, Kontextabruf und Laufzeit ab.
Laut Unternehmensangaben haben bereits mehr als die Hälfte der Fortune-500-Unternehmen Cowork im Einsatz – darunter Accenture, Zurich Insurance und Koch.
Neue Funktionen für Microsoft 365 und GitHub
Das Juni-Update brachte zudem zahlreiche Verbesserungen für die Microsoft-365-Suite. Copilot kann jetzt Power-BI-Daten analysieren und Dataverse durchsuchen – letzteres soll im September allgemein verfügbar werden. Excel erhielt neue Fähigkeiten und Personalisierungsoptionen, PowerPoint einen Brand-Kit-Auswähler und die Möglichkeit, Dateien aus SharePoint und OneDrive einzubinden.
Mit der zunehmenden Integration von KI in den Arbeitsalltag entstehen auch neue Sicherheitsrisiken für Unternehmen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche rechtlichen Pflichten und Cyberbedrohungen Unternehmer jetzt kennen müssen, um sich proaktiv zu schützen. Gratis-E-Book: Neue KI-Gesetze und Cyberrisiken verstehen
Auch GitHub zog nach: Seit dem 1. Juli wählt das Copilot-CLI automatisch das passende KI-Modell aus – basierend auf Systemzustand und Aufgabenkomplexität. Zahlende Abonnenten erhalten bei dieser automatischen Auswahl zehn Prozent Rabatt auf den Modell-Multiplikator.
Sicherheitswarnung: Neue Phishing-Welle gegen Microsoft-365-Nutzer
Die Einführung der neuen Funktionen fällt mit erhöhten Sicherheitsrisiken zusammen. Das FBI warnte am 1. Juli vor einer Phishing-Kampagne namens Kali365. Die Masche zielt auf Microsoft-365-Nutzer ab und nutzt den Gerätecode-Login aus, um die Mehrfaktor-Authentifizierung zu umgehen.
Durch das Abfangen von OAuth-Tokens verschaffen sich Angreifer langfristigen Zugriff auf Outlook, Teams und OneDrive ihrer Opfer. Sicherheitsexperten raten, bei unerwarteten Gerätecode-Anfragen misstrauisch zu sein und die Sicherheitssoftware stets aktuell zu halten.

