Microsoft Copilot: Claude soll bis Ende 2026 innerhalb der EU-Datengrenze laufen

Die angekündigte Umstellung betrifft Copilot-Nutzer in Europa; Claude bleibt zunächst deaktiviert und muss von Administratoren freigeschaltet werden.

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Microsoft hat am 5. November 2026 angekündigt, Modelle des KI-Entwicklers Anthropic künftig innerhalb der sogenannten EU Data Boundary zu verarbeiten. Bis Ende 2026 soll die Verarbeitung der Claude-Modelle in Copilot für europäische Kunden vollständig innerhalb dieses geografischen Raums erfolgen. Die Ankündigung veröffentlichte Charles Lamanna, Executive Vice President für Copilot bei Microsoft, in einem Blogbeitrag.

Die EU Data Boundary umfasst alle 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie die vier EFTA-Länder Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz. Die Zusage von Microsoft erstreckt sich explizit auf die Verarbeitung und beschränkt sich nicht nur auf die reine Datenspeicherung. Ein exaktes Verfügbarkeitsdatum nannte der Konzern abgesehen von der Frist bis zum Jahresende 2026 nicht.

Claude ist bereits in Copilot Chat, den Microsoft-365-Anwendungen, Copilot Cowork sowie Copilot Code integriert, weshalb es sich um kein neues Modellangebot handelt. Bestehende Nutzer müssen nach Angaben von Microsoft keine Anpassungen vornehmen; die Verarbeitung wechselt automatisch, sobald die Infrastruktur bereitgestellt ist.

Standardmäßige Deaktivierung und manuelle Freischaltung

Für Organisationen im EU- und EFTA-Raum bleibt Claude zunächst standardmäßig deaktiviert. Administratoren müssen die Modelle im Microsoft 365 Admin Center unter den Copilot-Einstellungen im Bereich für KI-Anbieter, die als Microsoft-Unterauftragsverarbeiter agieren, gezielt für alle oder ausgewählte Nutzer und Gruppen freischalten.

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Die Voreinstellung in Europa lautet weiterhin, dass keine Nutzer Zugriff erhalten. In einer offiziellen Dokumentation vom 4. November 2026 war Claude noch als von der EU-Datengrenze sowie von länderspezifischen Zusagen ausgeschlossen gelistet worden. Zudem unterstützt Copilot Cowork innerhalb der Datengrenze vorerst ausschließlich GPT-Modelle.

Anthropic agiert vertraglich als Unterauftragsverarbeiter von Microsoft. Dabei greifen die regulären Produktbedingungen und der Datenverarbeitungszusatz. Es gilt zudem der Microsoft-Schutz für Unternehmensdaten, wodurch Kundendaten nicht zum Training von Basismodellen verwendet werden.

Datenschutzregelungen und offene Punkte

Abweichungen gibt es bei spezifischen Modellen von Anthropic. Bei Varianten mit definierter Datenspeicherung, wie etwa Claude Fable, speichert Anthropic Ein- und Ausgaben bis zu 30 Tage unter eigenen Bestimmungen und außerhalb des Microsoft-Vertrags. Werden dabei auffällige Inhalte festgestellt, kann dieser Zeitraum bis zu zwei Jahre betragen.

Gleichzeitig bedeutet die EU-Datengrenze nicht automatisch eine lokale Verarbeitung im jeweiligen Land des Nutzers. Zwar unterhält Microsoft in zehn EU- und EFTA-Ländern getrennte Speicheroptionen für Microsoft-365-Daten auf nationaler Ebene, ob Claude jedoch künftig darunter fällt, blieb offen.

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Auch das Vereinigte Königreich wurde in der Ankündigung nicht berücksichtigt. Ebenfalls unbeantwortet blieben Fragen zu einer detaillierten Modellliste, möglichen Preisänderungen, dem Zeitplan für Copilot Studio und die Power Platform sowie den fortbestehenden Zugriffsmöglichkeiten nach dem US CLOUD Act.

Die Einbindung von Anthropic in das Microsoft-Ökosystem begann am 24. September 2025 mit dem Start von Claude in Microsoft 365 Copilot. Am 9. März 2026 folgte die Bereitstellung im Rahmen von Microsoft 365 E7 und Wave 3, bevor am 30. September 2026 die Bereitstellung von Claude Sonnet 5.5 gemeinsam mit GPT-6.1 Sol erfolgte.