Microsoft Copilot: IT-Administratoren können KI-Assistenten jetzt deinstallieren

In einer Testversion können IT-Administratoren die KI-App nun unter strengen Bedingungen von verwalteten Windows-11-Geräten entfernen. Dies ist eine Reaktion auf Unternehmenskritik zu Kontrolle und Datenschutz.

Microsoft gibt Unternehmen mehr Kontrolle über die KI auf ihren Windows-Rechnern. In einer Testversion können Admins die Copilot-App nun von verwalteten Geräten entfernen – allerdings nur unter strengen Bedingungen.

Die neue Funktion wird im Windows 11 Insider Preview Build 26220.7535 erprobt. Sie richtet sich speziell an Unternehmen, Behörden und Bildungseinrichtungen, die eine genauere Steuerung der integrierten KI-Tools fordern. Die Richtlinie mit dem Namen „RemoveMicrosoftCopilotApp“ gilt für verwaltete PCs mit den Windows-11-Editionen Enterprise, Pro und Education.

Drei Hürden für die Deinstallation

Es handelt sich nicht um einen universellen Ausschalter. Die Deinstallation ist nur möglich, wenn drei spezifische Kriterien erfüllt sind:

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  1. Auf dem Gerät müssen sowohl die Standard-Copilot-App als auch der Enterprise-Dienst Microsoft 365 Copilot installiert sein.
  2. Die App darf nicht manuell vom Endnutzer installiert worden sein.
  3. Die Copilot-App muss 28 Tage lang ungenutzt geblieben sein.

Gerade die letzte Bedingung stellt eine Herausforderung dar. Copilot startet standardmäßig automatisch nach der Anmeldung. Auch gängige Tastenkombinationen können die App unbeabsichtigt öffnen und den 28-Tage-Zähler zurücksetzen. Administratoren müssen daher zunächst die Auto-Start-Funktion deaktivieren.

Mehr Kontrolle für die IT-Sicherheit

Die Richtlinie lässt sich über den Gruppenrichtlinien-Editor unter Benutzerkonfiguration > Administrative Vorlagen > Windows KI aktivieren. Auch Verwaltungstools wie Microsoft Intune und System Center Configuration Manager (SCCM) unterstützen die Bereitstellung.

Bislang konnten Administratoren Copilot nur ausblenden oder deaktivieren. Die neue Policy deinstalliert die Anwendung hingegen vollständig – ein lang geforderter Schritt für mehr Kontrolle über Systemressourcen und Sicherheit. Treiber dieser Änderung ist vor allem das Datenmanagement: Die Consumer-Version von Copilot bietet nicht die gleichen strengen Datenschutzgarantien wie der kostenpflichtige Microsoft-365-Dienst.

Antwort auf Unternehmenskritik

Die neue Policy ist eine direkte Reaktion auf Forderungen aus der Wirtschaft. Seit Copilot 2023 automatisch auf Windows-Systemen erschien, gab es Bedenken hinsichtlich Verwaltbarkeit und Datensicherheit.

Die offizielle Deinstallationsoption bietet nun eine saubere Alternative zu manuellen Registry-Eingriffen. Die Löschung ist für Nutzer nicht endgültig: Sie können die App bei Bedarf jederzeit aus dem Microsoft Store neu installieren, ohne Administratorrechte. Microsoft versucht so, einen Ausgleich zwischen administrativer Kontrolle und Nutzerautonomie zu finden.

Testphase vor breiter Einführung

Die RemoveMicrosoftCopilotApp-Richtlinie befindet sich noch in der Testphase. Microsoft sammelt Feedback, bevor eine breite Ausrollung für die stabilen Windows-11-Versionen folgt. Ein genauer Zeitplan steht noch nicht fest.

Das Vorgehen bedeutet keinen Strategiewechsel. Microsoft baut KI-Funktionen weiter tief in das Betriebssystem ein, etwa in den Datei-Explorer. Die neue Deinstallationsoption soll Unternehmen vielmehr das Werkzeug geben, die verschiedenen Copilot-Versionen gezielt zu verwalten. Mit der zunehmenden Verbreitung von KI werden solche feingranularen Kontrollen für IT-Abteilungen immer wichtiger.

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