Der neue KI-Assistent Microsoft Copilot bremst Windows 11 aus. Nutzer und Experten beklagen einen massiven Anstieg des Arbeitsspeicher-Verbrauchs, der besonders ältere Rechner in die Knie zwingt. Der Grund: Microsoft ersetzte die schlanke Desktop-App durch eine ressourcenhungrige Web-Anwendung.
Vom schlanken Helfer zum Speicherfresser
Seit Anfang April 2026 erhalten Windows-11-Nutzer ein Update auf die neue, webbasierte Version von Copilot. Die Bilanz nach den ersten Tagen ist verheerend für die Systemperformance. Technische Analysen zeigen: Die Anwendung verbraucht im Leerlauf zwischen 250 und 500 Megabyte RAM. Bei aktiver Nutzung schnellen die Werte auf bis zu ein Gigabyte hoch. Die Vorgängerversion kam mit weniger als 100 Megabyte aus.
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„Das ist ein dramatischer Rückschritt“, kommentiert ein IT-Analyst. „Nutzer mit 8 oder 16 Gigabyte RAM spüren diesen Aufschlag sofort.“ Besonders betroffen sind Einsteiger-Geräte und Laptops, bei denen jeder freie Megabyte zählt. Deaktiviert man Copilot, stehen sofort 200 bis 500 Megabyte mehr zur Verfügung – oft der Unterschied zwischen flüssigem Arbeiten und ruckelndem System.
WebView2-Architektur als Problemursache
Warum frisst der neue Copilot so viel mehr Ressourcen? Microsoft hat die Architektur grundlegend geändert. Statt einer nativen Windows-Anwendung läuft der KI-Assistent jetzt in einer WebView2-Umgebung. Dabei handelt es sich im Kern um eine separate Instanz der Microsoft-Edge-Browser-Engine, die nur für Copilot aktiv ist.
Diese „Wrapper“-Lösung bringt den vollen Ressourcen-Hunger eines modernen Browsers mit – selbst wenn Copilot nicht genutzt wird. Zusätzlich belegt die Installation nun rund 850 Megabyte Festplattenspeicher für die eigene Edge-Umgebung. „Eine komplette Browser-Instanz für eine Sidebar-Anwendung? Das ist ineffizient“, kritisiert ein Software-Entwickler.
Timing zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt
Die Probleme treffen Nutzer in einer ohnehin angespannten Lage. Hintergrundprozesse und aufgeblähte Anwendungen führen schon länger zu einem „RAM-Krisen“-Gefühl bei vielen Anwendern. Jetzt kommt der automatische Rollout von Windows 11 Version 25H2 dazu, der ab dem 7. April 2026 für Millionen Heim- und Pro-PCs obligatorisch ist.
Diese Version macht die neue Copilot-Infrastruktur zur Dauer-Einrichtung. Gleichzeitig endet der Support für Version 24H2 im Oktober 2026 – ein sanfter Zwang zum Update. In Foren und Tech-Portalen boomen bereits Anleitungen, wie sich Copilot über die Systemeinstellungen oder die Registry deaktivieren lässt.
Verwirrung um Nutzungsbedingungen und 80 Copilot-Varianten
Parallel zu den Performance-Problemen sorgte Microsoft für Verwirrung mit den Nutzungsbedingungen. Eine Klausel besagte, Copilot diene „nur zur Unterhaltung“ und solle nicht für wichtige Entscheidungen herangezogen werden. Das stand im krassen Widerspruch zur Marketing-Botschaft, die Copilot als professionelles Produktivitäts-Tool positioniert.
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Das Unternehmen ruderte zurück: Es handele sich um veralteten Text aus der Bing-Ära, der bald geändert werde. Doch das Misstrauen bleibt – verstärkt durch die schiere Menge an Copilot-Produkten. Unabhängige Tracker zählen mittlerweile 80 verschiedene Dienste und Produkte mit dem Namen Copilot, von Entwicklertools bis zum Gaming Copilot.
Branchentrend auf Kosten der Nutzer
Die Copilot-Probleme spiegeln einen Branchentrend wider: Immer mehr Software-Hersteller setzen auf Web-Technologien wie Electron oder WebView2, um Entwicklungszeit und -kosten zu sparen. Der Preis ist eine höhere Belastung für die Hardware der Nutzer.
Microsoft priorisiert offenbar schnelle Feature-Verteilung über optimale Systemintegration. Gleichzeitig investiert das Unternehmen Milliarden in KI-Infrastruktur – die Kapitalaufwendungen stiegen um 66 Prozent. Während das Cloud-Geschäft mit Azure weiter boomt, sorgt der „Überlebenskampf“ um KI-Vormacht im Consumer-Bereich für Reibungsverluste bei den Anwendern.
Was kommt als Nächstes?
Microsoft signalisiert, dass künftige Updates Stabilität und Performance in den Fokus rücken sollen. In Insider-Builds testet das Unternehmen bereits „Feature Flags“, die Nutzern mehr Kontrolle über experimentelle KI-Funktionen geben könnten.
Die entscheidende Bewährungsprobe steht mit dem flächendeckenden Rollout von Windows 11 25H2 bevor. Bleiben die Speicherprobleme ungelöst, könnte eine wachsende Nutzer-Bewegung ihre Systeme aktiv von KI-Features befreien – ein Imageschaden für Microsofts KI-Offensive. Der Tech-Riese bleibt indes bei seiner Strategie: Allein in Japan und Singapore fließen weitere Milliarden in die globale KI-Infrastruktur.




