Microsoft Copilot: KI-Assistent wird zum produktiven Handlanger

Microsoft erweitert seinen KI-Assistenten Copilot mit neuen Funktionen für tiefere Integration in Windows, Microsoft 365 und Drittanbieter-Apps, um ihn zum zentralen Arbeitspartner zu machen.

Microsoft treibt seinen KI-Assistenten Copilot mit einer Welle neuer Funktionen voran. Das Ziel: Aus dem Chat-Bot soll ein tief integrierter Produktivitäts-Motor werden, der Aufgaben eigenständig erledigt. Die im Februar 2026 vorgestellten Updates erweitern die Integration in Windows, Microsoft 365 und Drittanbieter-Dienste deutlich.

Die Ankündigungen vom 11. und 12. Februar zeigen eine klare Doppelstrategie. Einerseits soll die alltägliche Produktivität durch schlauere, kontextbewusste Hilfe steigen. Andererseits erhalten Entwickler und Unternehmen mehr Möglichkeiten, Copilot zu erweitern. Indem Microsoft seinen KI-Assistenten für populäre externe Apps öffnet, positioniert er ihn als zentrale Schaltstelle für moderne Arbeit.

Neue Anschlüsse: Copilot vernetzt sich mit der Arbeitswelt

Ein Kernstück der Updates ist die erweiterte Anbindung an Drittanbieter-Dienste. Neue Connectors für Plattformen wie ServiceNow, Miro und GitHub Server sollen den lästigen Wechsel zwischen Anwendungen reduzieren. Nutzer können nun Informationen aus diesen Diensten direkt in der Copilot-Oberfläche abfragen und bearbeiten.

Für Entwickler wird die Arbeit effizienter: Sie können Copilot etwa bitten, offene Issues aus einem bestimmten GitHub-Server-Repository aufzulisten, ohne ihren aktuellen Task zu verlassen. Eine weitere Neuerung sind URL-basierte Dialoge in „Declarative Agents“. Sie erlauben es, externe Webseiten oder Formulare direkt aus einer Copilot-Session heraus zu öffnen – ideal für komplexe, mehrstufige Aufgaben.

Auch innerhalb von Microsoft 365 wird die Integration vertieft. Ein bevorstehendes Update für Outlook wird die Fähigkeiten von Copilot Chat erweitern. Künftig kann die KI den gesamten Posteingang, Kalender und andere Unternehmensdaten eines Nutzers analysieren. Diese Funktion soll sogar Nutzern ohne teure Microsoft-365-Copilot-Lizenz zur Verfügung stehen.

Tiefere Verwurzelung: Copilot wird zum Herzstück von Windows

Das Betriebssystem Windows bleibt ein Fokus für Copilots Evolution. Das Februar-2026-Update für Windows 11 (KB5077181) erweitert die Funktion „Cross-Device Resume“ erheblich. Nutzer können nun Online-Dateien nahtlos auf ihrem Windows-PC öffnen, die zuletzt in der Copilot-App auf ihrem Android-Smartphone genutzt wurden. Der Workflow zwischen den Geräten wird so deutlich flüssiger.

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Auch im hauseigenen Browser wird Copilot schlauer. Eine kommende Funktion für Microsoft Edge wird dem KI-Assistenten ermöglichen, Kontext über mehrere geöffnete Tabs hinweg zu verstehen und Fragen dazu zu beantworten. Das ist ein großer Sprung gegenüber der aktuellen, auf einen einzelnen Tab beschränkten Fähigkeit. Es verspricht eine mächtigere Recherche- und Assistenz-Erfahrung direkt im Browser.

Diese Updates bauen auf Microsofts langfristiger Strategie auf, KI direkt in den Kern des Betriebssystems einzubetten. Die jüngste Einführung einer dedizierten Copilot-Taste auf neuen Windows-Tastaturen unterstreicht diese Vision zusätzlich.

Vom Assistenten zum Agenten: Copilot lernt, Aufgaben zu erledigen

Microsofts großes Ziel für 2026 ist klar: Copilot soll sich vom reaktiven Chat-Assistenten zum proaktiven „Agenten“ entwickeln, der komplexe, mehrstufige Aufgaben übernimmt. Dieser strategische Schwenk zeigt sich besonders im Rollout des „Agent Mode“ in Kern-Apps wie Word, Excel und PowerPoint.

In diesem Modus arbeitet Copilot aktiv am Dokument, der Tabelle oder der Präsentation mit. Er zeigt seine Aktionen und Überlegungen transparent an. Nutzer können jederzeit eingreifen, das Vorgehen anpassen oder das Ergebnis steuern. So wird aus einem Hilfswerkzeug ein intelligenter Partner.

Damit diese Agenten hochrelevante und genaue Ergebnisse liefern, verbessert Microsoft ihre Fähigkeit, im Nutzerkontext zu arbeiten. Ein Agent kann nun auf ein „Copilot Notebook“ gegründet werden – einen speziellen Arbeitsbereich für projektspezifische Dateien und Notizen. Ebenso kann Copilot nun SharePoint-Listen als Wissensquelle nutzen, um seine Aktionen mit strukturierten Daten zu untermauern.

Kontext und Analyse: Ein Blick in Microsofts KI-Zukunft

Diese technischen Updates fallen in eine Phase grundsätzlicher Debatten über die Zukunft der KI. Kürzliche Äußerungen von Microsoft-AI-CEO Mustafa Suleyman unterstreichen das transformative Potenzial: Er sieht die Möglichkeit, dass KI innerhalb der nächsten 18 Monate eine signifikante Zahl von Büroaufgaben automatisieren könnte.

Berichte von Anfang der Woche deuten zudem an, dass Microsoft eigene KI-Fähigkeiten ausbaut, um langfristig weniger abhängig von Partnern wie OpenAI zu sein. Das Februar-2026-Feature-Set zeigt diesen Ambitionen in der Praxis. Durch den Aufbau eines robusten Ökosystems aus eigenen und Drittanbieter-Anbindungen schafft Microsoft eine KI-Schicht, die einzigartig mit seinen Produkten verwoben ist.

Die neuen Funktionen stellen eine direkte Herausforderung für Wettbewerber dar. Sie bieten ein einheitlicheres und kontextbewussteres Erlebnis. Copilot soll zum zentralen Nervensystem für Produktivität werden, das nicht nur ein Dokument, sondern alle Daten eines Projekts über mehrere Apps hinweg versteht.

Der Ausblick verspricht weitere Innovationen. Ein neues GPT-Image-1.5-Modell ist in Entwicklung und verspricht hochwertigere und schnellere Bildgenerierung. Der spezialisierte „Researcher“-Agent wird zudem für Kunden der Government Cloud bereitgestellt – ein Schritt in stark regulierte Branchen. Letztlich bestätigt diese Update-Welle: Microsofts Vision für Copilot ist es nicht, Fragen zu beantworten, sondern ein proaktiver, intelligenter Partner auf jedem Gerät zu sein.