Microsoft Copilot: KI-Assistent wird zum unternehmensweiten Betriebssystem

Microsoft erweitert seinen KI-Assistenten Copilot mit 35 neuen Connectoren, darunter Google Drive, und führt einen proaktiven Agent Mode ein, um ihn zur zentralen Arbeitsplattform für Unternehmen auszubauen.

Microsoft verwandelt seinen KI-Assistenten Copilot in eine tief integrierte Betriebsschicht für Unternehmen. Eine Welle neuer Funktionen soll die künstliche Intelligenz vom hilfreichen Chatbot zum proaktiven Arbeitspartner machen. Der Schlüssel: Der Zugriff auf nahezu alle Unternehmensdaten – auch außerhalb der Microsoft-Ökosystems.

Daten-Silos fallen: 35 neue Connectors für Google Drive & Co

Das Herzstück der Offensive ist die allgemeine Verfügbarkeit von 35 neuen Copilot-Connectoren. Sie breiten den Zugriff der KI auf externe Datenquellen massiv aus. Besonders bemerkenswert: Erstmals kann Copilot auch auf Google Drive zugreifen. Damit reagiert Microsoft auf die Realität vieler Unternehmen, die in Multi-Cloud-Umgebungen arbeiten.

Die Integration ermöglicht es, Informationen aus Google-Dateien sicher zu indizieren und abzurufen. Bislang umständliche plattformübergreifende Arbeitsszenarien werden so vereinfacht. Neue Connectors für Entwicklerplattformen wie Gitithub sollen zudem technische Teams unterstützen. Insgesamt umfasst das Copilot-Ökosystem nun über 100 Verbindungen – einer der am schnellsten wachsenden Bereiche im Unternehmens-KI-Markt.

Die tiefe Integration geht noch weiter: Künftig soll Copilot in PowerPoint komplette Präsentationen erstellen können, die auf firmeninternen Daten basieren. Diese reichen von SharePoint-Bibliotheken über OneDrive-Ordner bis hin zu E-Mails und Teams-Meeting-Transkripten. Diese Fähigkeit zur Synthese interner Intelligenz wird zwischen April und Juni 2026 erwartet.

Vom Assistenten zum Agenten: KI arbeitet proaktiv mit

Microsoft entwickelt Copilot vom reaktiven Helfer zum aktiven Partner weiter. Die Einführung eines „Agent Mode“ in Word, Excel und PowerPoint ist dafür zentral. Statt einfacher Einmal-Antworten arbeitet die KI hier im mehrstufigen Prozess mit dem Nutzer zusammen. Sie zeigt Änderungen und Begründungen transparent an.

Diese agentenähnliche Funktionalität wird überraschenderweise auch Nutzern ohne teure Copilot-Lizenz zur Verfügung gestellt. In Word und Excel rollt Microsoft den Modus für diese Nutzergruppe bis Ende März 2026 aus. Dahinter steckt eine klare Strategie: Diese neue Arbeitsweise soll sich über alle Nutzerebenen verbreiten.

Die größere Vision nennt Microsoft „Work IQ“ – eine Intelligenzschicht, die versteht, wie Einzelpersonen und Teams in der Microsoft-365-Umgebung arbeiten. Copilot soll so personalisierte und kontextbewusste Hilfe leisten, die Nutzerbedürfnisse vorwegnimmt und komplexe Arbeitsabläufe vereinfacht.

Striktere Kontrolle für IT-Administratoren

Mit wachsender KI-Macht wachsen auch die Bedenken der Unternehmen zu Sicherheit und Datenschutz. Microsoft reagiert mit verstärkten Kontrollmöglichkeiten für IT-Administratoren. Über Microsoft Purview will der Konzern Organisationen helfen, die KI-Nutzung zu steuern und das ungewollte Teilen sensibler Daten zu verhindern.

Neue Tools wie das Copilot Dashboard und Bereitschaftsberichte im Admin-Center liefern entscheidende Einblicke in Nutzung und mögliche Governance-Lücken. So können Unternehmen die Auswirkungen von Copilot messen und den Einsatz sicherer managen. Die Fähigkeit von Copilot Studio, Microsoft Information Protection-Labels anzuzeigen, stellt zudem sicher, dass KI-Interaktionen etablierte Compliance-Richtlinien einhalten.

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Was kommt als Nächstes?

Die nächsten Wochen bringen weitere Neuerungen. Eine „Hey Copilot“-Sprachaktivierung soll bis Ende Februar 2026 allgemein verfügbar sein und handsfreie Interaktion ermöglichen. Die kostenlose Copilot-Chat-Stufe in Outlook wird im März deutlich nützlicher: Sie kann dann den gesamten Posteingang und Kalender eines Nutzers analysieren.

Zudem führt Microsoft eine Pay-as-you-go-API für Copilot-Abrufe ein. Sie erlaubt spezifische Agenten-Szenarien, die auf Unternehmensdaten zugreifen – auch für Nutzer ohne Vollversion. Diese umfassende Expansionsstrategie zeigt: Die nächste Phase der Unternehmens-KI wird nicht von Einzeltools, sondern von einer voll integrierten Intelligenzschicht definiert, die jeden Aspekt der Unternehmensabläufe verbessert.