Microsoft Copilot: KI-Assistent wird zum zentralen Unternehmens-Hub

Microsoft erweitert seinen KI-Assistenten Copilot um 35 neue Datenverbinder, um ihn als zentrale Schnittstelle für Unternehmensinformationen zu etablieren und den Wettbewerb im Büroalltag zu dominieren.

Microsoft verwandelt seinen KI-Assistenten Copilot mit 35 neuen Daten-Verbindern in eine zentrale Schaltstelle für Unternehmenswissen. Die am 9. Februar 2026 veröffentlichte Erweiterung soll die KI zum zentralen Zugangspunkt für Informationen aus Drittsystemen machen – ein strategischer Schachzug im Wettbewerb um die Vorherrschaft im Büro-Alltag.

Vom Microsoft-Tool zum unternehmensweiten Daten-Hub

Bislang war Microsoft 365 Copilot vor allem innerhalb des eigenen Ökosystems aus Word, Excel und Teams stark. Die nun allgemein verfügbaren 35 neuen Copilot-Connector brechen diese Grenzen auf. Sie ermöglichen der KI einen sicheren Zugriff auf Daten aus externen Quellen wie Entwicklungstools, Projektmanagement-Plattformen und IT-Service-Systemen. Damit kann Copilot erstmals übergreifend aus der gesamten IT-Landschaft eines Unternehmens schöpfen.

Das Ziel ist klar: Microsoft positioniert Copilot als primäre Schnittstelle für Unternehmenswissen – unabhängig davon, wo die Daten gespeichert sind. „Durch die Vereinheitlichung fragmentierter Daten sollen die Antworten kontextbewusster und präziser werden“, erklärt ein Unternehmenssprecher. Für Mitarbeiter bedeutet das schnellere und fundiertere Entscheidungen. Die Entwicklung geht damit weit über reine Textzusammenfassungen hinaus und macht die KI zu einem Kernbestandteil der Dateninfrastruktur.

Kampf den Datensilos: Über 100 Verbindungen im Portfolio

Der Schlüssel zur neuen Leistungsfähigkeit liegt im erweiterten Connector-Ökosystem, das nun über 100 Verbindungen umfasst. Die neuen, von Microsoft entwickelten Anbindungen integrieren externe Daten nahtlos in Copilot. Das erlaubt der KI, ihre Antworten auf eine viel breitere Wissensbasis des Unternehmens zu stützen.

Besonders im Fokus stehen Geschäftsbereiche wie Softwareentwicklung mit GitHub, Projektmanagement und IT-Services. Ein Entwicklungsteam kann Copilot nun etwa nutzen, um Unterstützung bei Code, Problemen und Dokumentation zu erhalten – und dabei direkt auf GitHub-Daten zugreifen, die mit Diskussionen in Outlook und Teams verknüpft sind. Genau diese Brücken zwischen isolierten Systemen sollen Produktivitätsbremsen in großen Organisationen beseitigen.

Die Evolution vom Assistenten zum aktiven „Agenten“

Seit Anfang 2026 zeichnet sich ein klarer Wandel ab: Copilot entwickelt sich vom reaktiven Chat-Assistenten zu einer proaktiven, operativen KI-Schicht. Branchenbeobachter sprechen von einem strategischen Shift hin zu „Agent-style“-Erlebnissen in den Microsoft-365-Apps.

Dieser „Agent-Modus“ erweitert die Funktionen von der Inhaltserstellung hin zu geführten, mehrstufigen Bearbeitungsprozessen in Word, Excel und PowerPoint. In Excel kann Copilot Muster und Anomalien besser identifizieren. In Word und PowerPoint erstellt die KI strategische Dokumente, die präziser auf die Botschaften und Daten des Unternehmens abgestimmt sind. Spezialisierte Agenten in Teams bündeln zudem Updates über verschiedene Kanäle, um alle Beteiligten auf dem Laufenden zu halten.

Unterstützt wird dieser Wandel durch verbesserte Governance-Tools wie das Copilot-Dashboard. Es ermöglicht Unternehmen, die Nutzung der KI zu tracken und Risiken zu managen, wenn sie den Einsatz hochskalieren.

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Ubiquitäre KI und breitere Verfügbarkeit

Microsoft verfolgt eine klare Strategie der flächendeckenden Integration. Copilot wird zur allgegenwärtigen Funktion – vom Generieren ganzer Seiten in SharePoint nach simplen Prompts bis zum Zusammenfassen und Vergleichen von Dateien direkt in OneDrive unter Windows. Jüngste Updates binden die KI tiefer in Microsoft Forms ein und bald auch in den Edge-Browser, wo sie Fragen basierend auf Inhalten mehrerer offener Tabs beantworten soll.

Parallel wird die Technologie zugänglicher gemacht. Neben dem unternehmensfokussierten Microsoft 365 Copilot bietet das Unternehmen Copilot Pro für Power-User und eine robuste, kostenlose Version in Bing an. Ein gestaffelter Ansatz, der eine breite Nutzerbasis mit KI-gestützten Workflows vertraut machen soll. Zur Förderung der Adoption verlängerte Microsoft zudem einen 50%-Rabatt auf seine Compliance-Suite Microsoft Purview für Copilot-Kunden bis zum 30. Juni 2026.

Ausblick: Der Weg zur intelligenten, automatisierten Arbeitswelt

Die Roadmap für 2026 verspricht weitere aggressive Integration. Geplant sind neue intelligente Agenten für Dynamics 365 Business Central, die etwa das Ausgabenmanagement und die Auftragsabwicklung automatisieren sollen. Mit „Agent 365“ kommt ein Governance-Dashboard, das die sichere Überwachung und Konfiguration von Agenten im gesamten Microsoft-Ökosystem erlaubt.

Ein weiterer Fokus liegt auf sprachgesteuerter Interaktion. Copilot Voice soll unternehmensfähige, freihändige Produktivität für mobile und hybride Teams bringen. Per natürlicher Sprache sollen Nutzer E-Mails verwalten, Meetings planen und Arbeitsinformationen abrufen können. Funktionen wie „Schedule with Copilot“ in der klassischen Outlook-Version für Windows, erwartet Anfang März 2026, automatisieren das Finden von Terminfenstern und das Buchen von Räumen. Die Botschaft ist eindeutig: Copilot wird zum noch integraleren, intelligenteren und automatisierten Partner im modernen Arbeitsumfeld.