Microsoft Copilot: KI-Sicherheitslücke überschattet neue Power-Apps-Integration

Eine schwerwiegende Schwachstelle in Microsofts KI-Assistenten umgeht Datenschutzrichtlinien, während die Integration in Geschäftsanwendungen vorangetrieben wird.

Eine kritische Sicherheitslücke in Microsoft 365 Copilot bedroht den Schutz vertraulicher Unternehmensdaten. Der Vorfall trifft den KI-Assistenten genau in dem Moment, in dem Microsoft ihn noch tiefer in seine Geschäftsanwendungen integriert – ein klassischer Fall von wachstumsbedingten Schmerzen bei rasantem Innovationstempo.

Anzeige

Unternehmen, deren vertrauliche Daten durch KI-Assistenten gefährdet sein könnten, sollten jetzt ihre Sicherheitsstrategie prüfen. Ein kostenloser Leitfaden erklärt praxisnah, wie Sie IT-Sicherheit, Vorfallsreaktion und Compliance bei KI‑Integrationen stärken – inklusive konkreter Maßnahmen gegen Data‑Leak-Risiken und Hinweisen zu regulatorischen Anforderungen. Jetzt kostenloses Cyber-Security E‑Book herunterladen

Die Schwachstelle, unter der Referenz CW1226324 geführt, ermöglicht es Copilot, E-Mails mit Vertraulichkeits-Kennzeichnungen zu umgehen und zusammenzufassen. Damit werden zentrale Data Loss Prevention (DLP)-Richtlinien ausgehebelt, auf die besonders Finanzbranche, Gesundheitswesen und Behörden angewiesen sind. Ein Code-Fehler sorgt dafür, dass Copilot geschützte Inhalte aus „Gesendet“- und „Entwürfe“-Ordnern abruft, ohne die notwendigen Sicherheitsprüfungen durchzuführen. Microsoft arbeitet seit Anfang Februar an einer Lösung und rollt erste Patches aus.

KI-Assistent dringt in Unternehmens-Apps vor

Parallel zur Sicherheitspanne treibt Microsoft die Expansion voran. Seit dem 17. Februar können Unternehmen den Copilot-Chat direkt in ihre maßgeschneiderten Power Apps einbetten. Diese Integration soll Nutzern ermöglichen, den KI-Assistenten zu befragen, ohne ihre Arbeitsumgebung zu verlassen – ein Schritt hin zu einem „agentenartigen“ Betriebssystem für Microsoft 365.

Die Strategie ist klar: Microsoft will Copilot unverzichtbar für tägliche Workflows machen. Durch die Einbettung in die Low-Code-Plattform Power Apps sollen Entscheidungsprozesse beschleunigt und lästiges Wechseln zwischen Anwendungen reduziert werden. Für Administratoren bedeutet dies jedoch mehr Kontrollaufwand, um die neue Funktionalität sicher zu konfigurieren.

Rasantes Tempo, hohe Risiken

Die jüngsten Entwicklungen folgen einem Muster. Seit Jahresbeginn 2026 hat Microsoft das Copilot-Ökosystem massiv ausgebaut: Partner erhalten mehr Zugang zu Copilot-Ressourcen, Outlook soll künftig den gesamten Posteingang analysieren und Teams-Meetings intelligente Zusammenfassungen liefern. Eine Studie vom 18. Februar prophezeit sogar, dass KI bis 2026 bis zu 90 Prozent der IT-Aufgaben automatisieren könnte.

Doch der aktuelle Sicherheitsvorfall zeigt die Schattenseite dieses Hochgeschwindigkeitskurses. Die zentrale Frage lautet: Kann Microsoft die dringend benötigte Sicherheit und Compliance gewährleisten, während es die KI-Tools immer mächtiger und tiefer integriert? Für viele Unternehmen ist Vertrauen die Grundvoraussetzung, um sensible Daten einem KI-Assistenten anzuvertrauen.

Die kommenden Monate werden entscheidend sein. Microsoft muss beweisen, dass es seine KI-Front ebenso schnell sichern kann, wie es sie ausbaut. Der Fokus wird daher stärker denn je auf Administrations- und Überwachungswerkzeugen liegen, die IT-Abteilungen die notwendige Kontrolle zurückgeben.