Microsoft Copilot lernt: KI-Assistent erhält Gedächtnis und Pinnwand

Ein großes Update stattet Microsofts KI-Assistenten mit Erinnerungsvermögen und angehefteten Chats aus, um kontextreiches Arbeiten über mehrere Sitzungen hinweg zu ermöglichen.

Microsofts KI-Assistent Copilot verwandelt sich vom einfachen Chatbot zum persönlichen Arbeitspartner. Ein großes Update verleiht dem Tool ein Langzeitgedächtnis und feste Gesprächsfäden.

Die Neuerungen Advanced Memory und Pinned Chats sollen Schluss machen mit dem ewigen Neustart jeder Unterhaltung. Statt bei jedem Chat von vorn zu beginnen, merkt sich Copilot künftig Nutzerpräferenzen, Schreibstile und Projekt-Details über verschiedene Sitzungen hinweg. Das Ziel: weniger Wiederholungen, mehr Kontext.

Ein KI-Assistent mit Erinnerungsvermögen

Das Herzstück des Januar-Updates ist Advanced Memory. Diese Funktion ermöglicht es Copilot, spezifische Details zu Arbeitsabläufen und Vorlieben zu speichern und abzurufen. Frühere Versionen verloren den Kontext, sobald das Chat-Fenster geschlossen wurde. Jetzt entsteht eine durchgängige persönliche Ebene.

Nutzer können dem Assistenten explizite Anweisungen geben. Etwa: „Merke dir, dass ich Executive Summaries unter 200 Wörter bevorzuge“ oder „Ich nutze für Datenanalyse immer Python“. In späteren Sitzungen wendet Copilot diese Vorgaben automatisch an, ohne erneut nachfragen zu müssen.

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Branchenbeobachter sehen darin eine Antwort auf eine der größten Schwächen generativer KI: den ständigen Zwang, Kontext neu zu erklären. Indem Copilot sich an „Erinnerungen“ laufender Projekte festhält – etwa den Ton einer Marketingkampagne oder Coding-Standards – soll er komplexe, mehrstufige Arbeitsabläufe beschleunigen.

Datenschutz mit Granularen Kontrollen

Microsoft hat die erwarteten Datenschutzbedenken direkt in die Benutzeroberfläche integriert. Der „Advanced Memory“-Modus ist eine Opt-in-Funktion, bei der Transparenz Priorität hat.

Nutzer verwalten die neue Fähigkeit über einen eigenen Reiter „Personalisierung“ in den Einstellungen. Wichtige Privatsphäre-Features sind:
* Einsehen und Bearbeiten: Nutzer sehen genau, welche Fakten Copilot gespeichert hat, und können Einträge löschen oder ändern.
* Explizites Löschen: Ein „Vergessen“-Befehl löscht gezielt Erinnerungen oder den gesamten Speicher.
* Visuelle Hinweise: Ein dezentes „Memory Updated“-Symbol im Chat zeigt an, wann die KI eine neue Präferenz lernt.

Sicherheitsexperten halten diese sichtbaren Kontrollen für entscheidend, besonders für Unternehmen. Microsoft betont, dass die Gedächtnis-Daten innerhalb der sicheren Compliance-Grenze des Nutzers gespeichert werden – geschützt durch die gleichen Enterprise-Standards wie E-Mails und OneDrive-Dateien.

Pinnwand für Chats und GPT-5.2 im Gepäck

Neben dem Gedächtnis führt das Update Pinned Chats ein. Diese lang erwartete Funktion erlaubt es, wichtige Konversationen oben in die Liste anzuheften. So können Nutzer über Tage oder Wochen hinweg an komplexen Aufgaben wie der „Quartalsbilanz“ oder einem „Website-Redesign“ weiterarbeiten, ohne in der Historie zu wühlen.

Unter der Haube kommt zudem GPT-5.2 im Copilot-Chat-Modellauswahlmenü zum Einsatz. Das aktualisierte Modell bietet laut Microsoft tiefere Schlussfolgerungsfähigkeiten und eine bessere Befolgung von Anweisungen, besonders in Mathematik und Programmierung. Nutzer können zwischen einem „Schnellantwort“-Modus und einem „Tiefgründig denken“-Modus für komplexe Probleme wechseln.

Gleiche Funktionen für Mac und Windows

Microsoft schließt auch die Lücke zwischen Windows und macOS. Das Update bringt die Mac-Version von Copilot auf nahezu gleichen Funktionsumfang wie die Windows-Variante, inklusive verbesserter Export-Optionen und neuer Tastenkürzel. Das Signal ist klar: Copilot soll eine allgegenwärtige Schicht auf allen großen Betriebssystemen werden, nicht nur ein Windows-Add-on.

Die Einführung eines persistenten Gedächtnisses markiert eine kritische Evolution im Markt der KI-Assistenten. Indem Microsoft über Einzelsitzungen hinausdenkt, positioniert sich Copilot aggressiver gegen spezialisierte Agenten-KIs, die End-to-End-Prozesse versprechen.

Der Wettbewerbsvorteil liegt 2026 im Kontext. Während die reine Intelligenz der Modelle abnehmende Grenzerträge zeigt, wird das Schlachtfeld um Personalisierung und Erinnerungsvermögen geführt. Ein Assistent, der die Rolle, Historie und Vorlieben eines Nutzers kennt, ist einem generischen Chatbot überlegen – auch wenn dieser noch so schlau ist.

Das Rollout erfolgt gestaffelt, zunächst für Unternehmens- und Privatnutzer in den USA, gefolgt von einer globalen Verfügbarkeit in den kommenden Wochen. Die große Frage bleibt, wie gut Microsoft die Bequemlichkeit einer „erinnernden“ KI mit den strengen Datengovernance-Anforderungen seiner Unternehmenskunden in Einklang bringen kann. Die Tage, an denen man seiner KI jeden Morgen aufs Neue sagen musste, „bitte einen professionellen Ton verwenden“, scheinen jedoch gezählt.

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